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„Schon drei Bilder und erst ein Bier“ – 250 Hobbyfotografen wetteifern beim 4. Fotomarathon Dresden

„Schon drei Bilder und erst ein Bier“ – 250 Hobbyfotografen wetteifern beim 4. Fotomarathon Dresden

Zehn Fotos machen in fünf Stunden – das ist kein Kunststück? Und ob! Wenn die Themen der Bilder vorgegeben sind, die Fotografen sie in exakt dieser Reihenfolge abliefern müssen und zwischendrin keine Aufnahme löschen dürfen.

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Rund 180 Teams und Einzelkämpfer starteten beim 4. Dresdner Fotomarathon.

Quelle: Tanja Tröger

Da muss jeder Schuss sitzen. Und  die Bildidee originell sein, selbstverständlich.

Rund 300 Hobbyfotografen in 182 Teams haben sich am Sonnabend beim 4. Dresdner Fotomarathon dieser Herausforderung gestellt. Bei strahlendem Sonnenschein gingen sie auf Fotopirsch, um zehn Aufgaben zum großen Motto „Ein Leben lang“ zu bebildern. Bis 18 Uhr mussten sie einen Film oder eine Speicherkarte mit exakt zehn Fotos bei den Veranstaltern abgeben. Eine Jury wählt in den kommenden Wochen die künstlerisch wertvollsten oder einfach witzigsten Bilder aus. Am 2. Juni werden die Sieger gekürt und in der JohannStadtHalle eine Ausstellung mit den besten Aufnahmen eröffnet. Alle Startgelder, die die Veranstalter nicht zur Kostendeckung brauchen, spenden sie an den Luba e.V., der benachteiligten Kindern Herzenswünsche erfüllt.

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Zehn Fotos zu vorgegebenen Themen - ein Marathon der kreativen Art.

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Organisiert haben den Fotomarathon sechs junge Dresdner, alle selbst ambitionierte Freizeitfotografen. Angefangen haben sie 2011 noch unter dem Namen „Fotosuche“ mit etwa 50 Teilnehmern, mittlerweile hat sich das Starterfeld vervierfacht. Im vergangenen Jahr kämpften sich rund 150 Starter bei acht Grad Celsius durch den Regen. „Heute sind alle Schönwetterfotografen da“, lacht Veranstalter Frank Seltmann mit Blick auf das Frühlingswetter.

„Wir gehen erst mal in den Biergarten“

Punkt 13 Uhr trötet das Startsignal vor dem Hygiene-Museum, und die Organisatoren bringen die Zettel mit den Aufgaben unters lauernde Fotografenvolk. Im Pulk stehen auch Tom, Patrik und Calle aus Dresden, die zum ersten Mal teilnehmen. Obwohl sie sonst viel Zeit und Aufwand investieren, um perfekte Fotos zu machen, wollen sie heute vor allem eines: eine gute Zeit haben. Während viele andere Teams hektisch davonstieben, bleiben die drei Jungs tiefenentspannt: „Wir gehen erst mal in den Biergarten.“

Oma im Buddelkasten oder tollender Hund?

In einer Sommerwirtschaft im Großen Garten fotografiert Patrik dann, wie ein Bier „das Licht der Welt erblickt“. Aufgabe 1 ist damit erfüllt. Als die drei mit ihren „Neugeborenen“ über der nächsten Aufgabe „Verspielt durch den Tag“ brüten, klingelt Patriks Handy: Er habe bei einem Gewinnspiel gewonnen. Ausgerechnet! Aber nein, Patrik hätte gern einen herumtollenden Hund auf dem nächsten Foto, Tom dagegen würde gern eine runzlige alte Dame im Buddelkasten spielen lassen. Letztlich wird es dann doch ein Mann auf einer Slackline, die in der schwindelerregenden Höhe von zwei Zentimeter über dem Rasen schwingt. Seine Familie im Park wundert sich – im Gegensatz zur bierzapfenden Dame im Freisitz – überhaupt nicht über die Fotowünsche der jungen Leute. Sie waren samt Balancier-Seil nur wenige Minuten zuvor schon einmal im Bild festgehalten worden.

So gleichen sich die Fotomotive etlicher Teams. Schließlich sieht man im Großen Garten aller paar Meter Rucksäcke und Kamerataschen mit Startnummern des Fotomarathons. „Da ist ein Gegner!“, albern die Jungs rum. „Komm, wir gehen hin und drücken bei denen auf den Auslöser!“ Das unerwünschte Foto würde nämlich beim Konkurrenten die Reihenfolge der Bilder durcheinanderbringen.

Begehrte Fotomodelle im Großen Garten

Der Fotografendichte im Großen Garten entsprechend begehrt sind natürlich auch die Spaziergänger als „Models“. Also ran an die Leute! Das ist Calles Part, er ist der „Headhunter“ von Team 94, zuständig fürs charmante Anwerben der Fotomodelle. Gerade noch rechtzeitig, bevor er eine Frau für das Bild "Leben auf der Überholspur" verpflichtet, bemerkt Tom, dass zuvor noch das Foto mit dem Titel „Wissensanhäufung“ dran ist. Uff, knapp am Supergau vorbeigeschrammt! Also holt Calle sein Buch „Kreative Fotografie“ aus dem Rucksack und posiert kurzerhand selbst vor Patriks Kamera. So richtig zufrieden sind die drei nicht mit dem Motiv, etwas unkreativ sei es, aber naja … Tom lobt beeindruckt: „Jetzt haben wir schon drei Bilder und erst ein Bier getrunken!“ Irgendwie merkt man doch, dass sich die Jungs aus einem Studentenklub kennen …

So frotzelt sich Team Nr. 94 durch den Nachmittag – zunächst über die Elbe in die Neustadt, wo um 15 Uhr die zweite Hälfte der Themen verteilt wird, dann nach Striesen und zu guter Letzt zu den Technischen Sammlungen. Erst kurz vor 18 Uhr geben sie ihre Bilder im Ernemann-Turm ab. Die Baustelle auf der Schandauer und der überfüllte Fahrstuhl haben sie am Ende doch bange auf die Uhr schauen lassen. „Aber es hat alles geklappt und wir sind ganz zufrieden“, resümiert Patrik. „Man muss halt bei solchen Wettbewerben immer mit dem arbeiten, was man gerade hat. Mal hat man ein paar richtig gute Bilder, und bei manchen muss man eben Kompromisse machen.“

ttr

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