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"Schnee-Flocken": Derevo-Mitglieder zeigen in Hellerau ihre Improvisationen

"Schnee-Flocken": Derevo-Mitglieder zeigen in Hellerau ihre Improvisationen

Es ist bereits zu guten Gewohnheit geworden, dass im Festspielhaus Hellerau das Jahr mit einer Serie von Auftritten der Gruppe Derevo endet. Das soll auch künftig so bleiben, und dafür wurden jetzt ein paar wichtige Weichen gestellt.

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Sorgen auch diesmal für eindrucksvolle Bilder: Derevo.

Quelle: T. Petzold

Bevor gestern die Presse am praktisch zelebrierten Beispiel auf die Improvisationen eingestimmt wurde, mit denen die jungen Derevo-Mitglieder bzw. Meisterschüler Adassinskis vom zurückliegenden Jahr ab heute im Nancy-Spero-Saal aufwarten wollen, gab es eine gute Nachricht. Und zwar die, dass das Provisorium von Probebühne unterm Dach des Funktionsgebäudes nun endlich beendet wird. Bei der im nördlichen Teil des Gebäudes für 2012 anstehenden Innensanierung soll Derevo auch Räume für Büro, Fundus und die dringend benötigten Gästewohnungen erhalten.

Unter den Schnee-Flocken, die heute und morgen im Festspielhaus rieseln sollen, darf man sich freilich alles Mögliche vorstellen. Zwar gab Adassinski eine Einstimmung, mit der er an ein recht gealtertes Exemplar erinnerte, aber das wurde dann zur perkussiven und pianistischen Begleitung des Meisters wohl eher zu Grabe getragen und machte auch ein paar kräftigen Farben und dynamischeren Bewegungsmustern Platz. Dabei war nicht nur anhand von kahlen Schädeln unverkennbar, durch welche Schule der Tänzernachwuchs gegangen ist. Freilich betont Adassinski, dass es noch relativ leicht sei, sich die tänzerischen Techniken anzueignen, viel mehr komme es dann darauf an, eigene Themen und Ausdrucksformen zu entwickeln - und in dem Sinn war das Vorgeführte Teil eines Prozesses, der auch in den neuen Produktionen des kommenden Jahres seinen Niederschlag finden soll.

Thematisch gehe es dabei um "das Ende der Welt", verriet Adassinski, wobei er sich offenbar sowohl von deren aktuellem Zustand wie vom Maya-Kalender anregen lässt und nichtsdestotrotz weiter von einer Amazonasreise mit einem Besuch der Stadt Manaus und deren Oper träumt. Jedes Ende sei schließlich ein neuer Anfang, und ein solcher stehe fraglos auf der Tagesordnung. Um diese wie jenen geht es auch bei der Fortsetzung des Stücks "Ketzal", das, wie Eingeweihte wissen, mit einem Sonnenaufgang endet. Was sich danach im hellen, den Blick an kleinste Details fesselnden Licht gleichnishaft vollziehen soll, wird erstmals zur Osterzeit vorgeführt werden. Für Anfang Juni ist dann eine neue Produktion am Zwingerteich vorgesehen, für die eben die Förderzusage der Sächsischen Kulturstiftung eingegangen sei, wie Managerin Isolde Matkey verkündete. Weiterhin hoffe man auf Unterstützung der Ostsächsischen Sparkasse, denn die Publikumsresonanz sei zwar sehr gut, aber weil in dem Gelände maximal nur 600 Zuschauer Platz finden, sei man für die aufwändigen Inszenierungen auf Unterstützung angewiesen. Festhalten will man an dem Ort unbedingt, denn es lasse sich dort sehr gut arbeiten, er vermittle viele Inspirationen und habe eine sehr positive Energie, erklärte Adassinski, der sich ansonsten ja doch eher dem Diabolischen verschrieben hat. Jedenfalls in den letzten vier Jahren, in denen er, zum Teil parallel, am "Mephisto Waltz" seiner Gruppe und am Mephisto-Film Alexander Sokurows mitgearbeitet hat. Das Tanzstück wird am 17. und 18. Dezember in einer Neufassung im Festspielhaus sehen sein, bevor mit einer Wiederaufnahme des zauberhaften und utopischen Stücks "Tropfen im Ozean" vom 26. bis 28. 12. die Saison endet.

Am Rande all dieser Vorstellungen ist Gelegenheit, im Foyer eine Ausstellung mit Arbeiten von HfBK-Studenten der Fachrichtung Theatermalerei zu besichtigen, die sich durch Derevo inspirieren ließen. Für das kommende Jahr soll das Finale sogar noch üppiger ausfallen, denn dann sollen die Auftritte von Derevo in ein Festival mit Theatergastspielen aus St. Petersburg eingebettet sein, wie Matkey verriet.

T. Petzold

Vorstellungen am heute und morgen (Schnee-Flocken), 17. und 18. 12. (Mephisto Waltz), 26. bis 28. 12. (Tropfen im Ozean). Beginn jeweils 20 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.12.2011

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