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Schlangestehen in der Albertstadt: 32.000 Dresdner erkunden ehemaliges Militärgelände

Schlangestehen in der Albertstadt: 32.000 Dresdner erkunden ehemaliges Militärgelände

„Hier spricht die Polizei!“ schallt es immer wieder über den Hof der 1. Bereitschaftspolizeiabteilung an der Stauffenbergallee – allerdings gerufen von piepsigen Kinderstimmen.

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Polizeiautos jeder Art waren beim Tag der offenen Albertstadt stets dicht umlagert und wurden neugierig ausprobiert.

Quelle: Tanja Tröger

Hellauf begeistert testen die Steppkes Lautsprecher, Blaulichtanlagen und sämtliche Cockpit-Knöpfe der ausgestellten Fahrzeuge. Auch in den Zellen des Gefangenentransporters sitzen kleine und große Besucher Probe. Dort sei sogar Platz „für eine ganze Gangstertruppe“, stellt ein Junge fasziniert fest. Wie 14 andere Ämter, Behörden und Institutionen beteiligte sich auch die Polizei am Sonnabend am Tag der offenen Albertstadt. Dieser findet alle zwei Jahre statt.

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Tag der offenen Albertstadt in Dresden 2012.

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Zum fünften Mal hatten die Einrichtungen auf dem ehemaligen Militärgelände zur Besichtigung geladen – und 32.000 Neugierige kamen. Laut Aussage der Organisatoren war das Landesfunkhaus Sachsen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) mit rund 15.000 Neugierigen der stärkste Besuchermagnet. In den Gebäuden an der Königsbrücker Straße konnten die Besucher den Redakteuren, Moderatoren und Technikern über die Schulter schauen und sich erklären lassen, wie eine Sendung entsteht. „Respekt vor der jungen Frau, dass die hier den Überblick behält“, entfuhr es einer staunenden Besucherin angesichts der Dutzenden Bildschirme im Regie-Raum. Ganz Mutige probierten sich sogar vor Kamera und Mikrofon aus und ließen den Lieben daheim Videogrüße zukommen.

Allerdings mussten die MDR-Besucher viel Zeit mitbringen und die Platzangst zu Hause lassen. Dichtes Gedränge herrschte in allen Gängen und im Funkhausgarten. Besonders lang war die Schlange am Autogramm-Zelt, wo die Moderatoren Fotos signierten. „Wir stehen hier schon seit einer Stunde“, ermahnte eine ältere Dame einen Mann, der sich vordrängelte. Alles in allem habe jedoch eine „angenehme Atmosphäre“ geherrscht, sagte MDR-Sprecherin Peggy Ender. „Die Zuschauer und Hörer und meine Kollegen sind glücklich und zufrieden. Wir haben ja auch tolles Glück mit dem Wetter!“  

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten viele Familien den Tag für eine Erkundungstour. Familie Hofmann, die erst im Sommer nach Dresden gezogen ist, schlenderte von 11 Uhr bis zum frühen Abend durch die frühere Kasernenstadt. „Das ist gut, dass man sich das alles ein Mal im Jahr anschauen kann“, meinten Mama und Papa, während sie versuchten, ihren vierjährigen Remy im Auge zu behalten. „Vor allem für die Kinder wird hier viel geboten.“  

Auch die Puppentheatersammlung im früheren evangelischen Teil der Garnisonkirche freute sich über zahlreiche kleine Besucher. Mit etwa 800 Gästen verzeichnete sie ein Besucherplus gegenüber 2010. Im katholischen Kirchenteil, heute St.-Martin-Kirche, informierte Gemeindemitglied Oskar Strobach über die Geschichte der Simultankirche. „Damit die Soldaten gleichzeitig zum Gottesdienst gehen konnten, gab es einen katholischen und einen evangelischen Teil.“ Ein Besucher gab sich als Elektriker zu erkennen, der in den 80er Jahren die noch heute genutzte Läuteanlage installiert hat. Strobach erinnerte sich sofort: „Und unsere Ministranten haben den Graben geschaufelt!“  

Weitere Highlights waren das Militärhistorische Museum mit zirka 5000 Besuchern sowie die „offene“ Justizvollzugsanstalt am Hammerweg. Vor dem Gefängnistor bildete sich eine lange Schlange. Auch hier mussten die Besucher etwa eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen. Ebenfalls geöffnet hatten Amtsgericht, Hauptzollamt und Technisches Hilfswerk sowie die Albertstadt-Kaserne. Passend zur Vergangenheit des Viertels klang der Tag der offenen Albertstadt mit dem Zapfenstreich einer schwedischen Militärkapelle aus.  

Problematisch für viele Besucher war die Weitläufigkeit des 7,5 Quadratkilometer großen Geländes. Zwar fuhr ein Bus-Shuttle die einzelnen Stationen an und wurde gut genutzt. Wer jedoch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs war, musste mit den schlecht ausgebauten Wegen entlang der Stauffenbergallee Vorlieb nehmen.

ttr

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