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Schauspielhaus-Intendant Schulz im DNN-Interview: „Es ist eine sehr persönliche Entscheidung“

Schauspielhaus-Intendant Schulz im DNN-Interview: „Es ist eine sehr persönliche Entscheidung“

Als Mitte Oktober die Nachricht aus Wien kam, neuer Intendant am Burgtheater werde ein Frau, atmete Dresden auf. Doch die Erleichterung war von kurzer Dauer, denn nun steht fest: Das Staatsschauspiel wird seinen Intendanten ziehen lassen müssen, Wilfried Schulz wechselt mit der Spielzeit 2016/17 an die Spitze des Theaters in Düsseldorf, der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens.

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Der Intendant des Dresdner Schauspielhauses, Wilfried Schulz, verlässt Sachsen in Richtung Düsseldorf.

Quelle: dpa
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Der Intendant des Dresdner Schauspielhauses, Wilfried Schulz, geht jetzt offiziell nach Dresden.

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Dort hat der Aufsichtsrat des Schauspielhauses gestern in seiner Sitzung beschlossen, Wilfried Schulz als künftigen Generalintendanten zu berufen. Die Gesellschafter des Theaters – die Stadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen – hatten es so dem Aufsichts­rat vorgeschlagen. Der Vertrag soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Zunächst allerdings muss Wilfried Schulz mit der sächsischen Landesregierung über die vorzeitige Auflösung seines bis 2018 laufenden Kontraktes einig werden. Das wird zur Angelegenheit der neuen Spitze des sächsischen Kunstministeriums, die nach den abgeschlossenen CDU-SPD-Koalitionsverhandlungen von der SPD gestellt und heute bekannt gegeben wird.

Frage:

Ihr Weg führt Sie nun von Dresden nach Düsseldorf, was hat Sie zur Entscheidung für Nordrhein-Westfalen bewogen?

Wilfried Schulz: Es ist eine sehr persönliche Entscheidung und sie richtet sich in keiner Weise gegen die Arbeit in Dresden. Ich denke, dass wir in Dresden eine sehr gute Arbeit leisten und dies auch in den nächsten anderthalb Jahren tun werden. Es ist ein bisschen der Reiz für mich als Theatermensch, noch einmal eine solche Herausforderung anzunehmen. Wenn ich 2016 gehe, sind es sieben, mit Vorbereitung neun Jahre in Dresden gewesen, das ist eine lange Strecke für unseren Bereich. Ich habe es lange überlegt, denn Dresden ist mir sehr nah, weil die Arbeit so gut aufgegangen ist und wir den Menschen so nah gekommen sind. Weil das Theater in der Stadt wieder eine große Wichtigkeit bekommen hat. Aber ich bin ja nicht mehr ganz jung, und wenn ich noch eine neue Aufgabe annehmen möchte, muss ich das in den nächsten zwei Jahren tun.

Düsseldorf dürfte aufgrund der jetzigen Situation dieses Theaters auch eine Herausforderung werden, es wartet Kärrnerarbeit auf Sie...

Düsseldorf ist natürlich auch ein großes Traditionshaus. Und jedes Theater erlebt mal krisenreiche Zeiten, das war in Dresden ja auch nicht anders, oder in Hamburg, Berlin, Wien... Das ist in den großen Kunstbetrieben so, die von vielem abhängig sind. In meinem Kern bin ich Dramaturg, und ich mag es, Konzepte und Pläne für Häuser zu entwickeln und sie nach und nach umzusetzen und auszuführen. Ich mag es, ein Haus in einer Stadt zu positionieren, ihm in einer Stadt ein Profil zu geben. Ich gehe nicht nach Düsseldorf wegen der Krise, aber es schreckt mich auch nicht.

Können Sie einen Vergleich wagen zwischen Dresden und Düsseldorf und den Theatern der beiden Städte. Die Menschen haben ja wahrscheinlich auch sehr unterschiedliche Mentalitäten...

Fragen Sie mich doch in zwei Jahren noch einmal, was die Dresdner von den Düsseldorfern unterscheidet außer das zweite D im Autokennzeichen. Es wäre leichtsinnig, Mentalitätsanalysen zu machen. Man kann sich die Häuser anschauen, wie sie dastehen, das erzählt schon viel. Man hat das große Gründerzeithaus in Dresden, das sich an den Zwinger und an die Geschichte der Stadt anschmiegt, und man hat den sehr originellen 60er-Jahre-Bau, der sich solitär im Zentrum der Stadt Düsseldorf behaupten muss und der eine große Modernität ausstrahlt. Wie Dresden eine Stadt der Musik ist, ist Düsseldorf eine Stadt der bildenden Kunst, in der die Moderne zu Hause ist. Der Umgang mit den beiden Polen Tradition und Moderne ist in den beiden Städten sicher sehr verschieden, das spiegelt sich auch in den Theatern wider. Und das muss sich auch in den Spielplänen wiederfinden.

Welche Dresdner Erfahrung wird für Sie für Düsseldorf anwendbar sein?

Das weiß ich in anderthalb Jahren auch besser. Was mich in Dresden wieder neu hat nachdenken lassen, ist, dass ich hier in einer besonderen Form das Gefühl habe, dass man über Inhalte, gesellschaftliche Thesen, über Haltung in der Welt und auf der Bühne, über Moral im guten Sinne gerne in der Kunst und im Theater nachdenkt. Alles was uns gelungen ist, ist gelungen, weil die Menschen das Gefühl hatten, wir verhandeln ein wichtiges Thema. Und dass das Theater die Aufgabe hat, sich ganz deutlich gesellschaftlich zu äußern, die gesellschaftlichen Konflikte anzunehmen und dazu Haltung zu beziehen.

Das ausführliche Interview und weitere Artikel zum Weggang von Wilfried Schulz lesen Sie in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13. November 2014

Kerstin Leiße

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