Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 14 ° Regen

Navigation:
Google+
Say Meows Debütalbum "With Kind Regards" wird am Dienstag veröffentlicht - Konzert in der Groovestation

Say Meows Debütalbum "With Kind Regards" wird am Dienstag veröffentlicht - Konzert in der Groovestation

Das Gespräch mit dem Dresdner Trio Say Meow findet vor der Blauen Fabrik statt, wo die Band später am Abend einen Unplugged-Gig spielen wird, um Geld für das Release ihres Debütalbums in der Groovestation zu sammeln.

Voriger Artikel
100. Liederabend beim "Lied in Dresden" - mit Camilla Nylund und Jobst Schneiderat
Nächster Artikel
Mobiles Stasi-Hörspiel hat beim Staatsschauspiel Dresden Premiere

Enna Schmidt, Ritchi Krause und Johnson Weber sind Say Meow (v.l.n.r).

Quelle: Falk Ulshöfer

Man vernimmt Vogelzwitschern, Kinderstimmen vom Kindergarten nebenan - und störende Baggergeräusche. Der Bagger scheint Anstalten zu machen, eine Wand zu durchbrechen, und damit ist man auch schon beim Thema, dem neuen Album von Say Meow.

Im Song "Wanna Know" heißt es nämlich "They Wanna Break Down Walls", wie Schlagzeuger Ritchi Krause erläutert. Bassist Johnson Weber scherzt, dass die drei Musiker eine Live-Performance des Songs neben dem Bagger machen könnten; Sängerin und Gitarristin Enna Schmidt ergänzt: "Er muss bloß noch im Rhythmus stoßen." Sowieso ist "Rhythmus" das zentrale Stichwort, wenn man über Say Meow reden will. Auf ihrem Debütalbum "With Kind Regards" dreht sich alles um verzahnte Rhythmen, gespielt von Gitarre, Bass und Schlagzeug. Dazu die kräftige Stimme von Enna Schmidt, die wie eine Achterbahn gekonnt von den höchsten bis zu den tiefsten Tönen und wieder zurück saust.

Das Trio hat sich 2011 in Dresden gegründet, der Name entstand, weil die Band in einer Scheune mit Hofkater probte. "Der Kater hat quasi mitgesungen", sagt Enna Schmidt. Man wolle die Bedeutung des Namens aber nicht auf Katzengeräusche beschränken, wie sie erläutert: "Es geht darum, dass man sich mit Geräuschen oder Lauten auf seine Art ausdrückt." Und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch davor. Wenn Schmidt in "Stop" singt "I Wanna Waste Myself On Music", dann meint sie das auch so. Die Band will ein Ventil für die Gefühle der Zuhörer sein, sie dazu bringen, aus sich heraus zu gehen: "Wenn du unsere Musik hörst, dann hast du was zum Schreien, zum Lachen, zum Heulen, zum Tanzen." Oder zum Miauen.

Aber was ist das nun für eine Art von Musik, die man auf "With Kind Regards" hört? Johnson spielte vorher in einer Punk-Band, Ritchi trommelte für eine Indie-Band und Enna machte seichte Popmusik.

Die Symbiose aus diesen Bereichen ergibt Say Meow; größtenteils kann man das Rock nennen, tanzbaren Rock. Auf "Fly And Fall" beispielsweise, dem Opener des neuen Albums, steht das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug im Mittelpunkt, es geht um Groove und Rhythmus. Tanzen kann man dazu ganz vorzüglich. Das liegt auch am Entstehungsprozess: Die Rhythmusgruppe jammt, dann erst entwickelt Enna Schmidt dazu eine Gitarrenlinie und eine Gesangslinie. Dabei ist ihr besonders wichtig, dass Musik und Text sich ergänzen. "Ich muss mich in dem Song fallen lassen können", beschreibt sie ihr Kriterium für einen guten Say-Meow-Song.

"With Kind Regards" ist die erste Veröffentlichung von Say Meow und kommt auf dem Berliner Label AUG&OHR heraus. Das Album wird als Download veröffentlicht und physisch in selbst gemachten Hüllen verkauft.

Der Titel war schnell gefunden, wie Johnson Weber sagt: "Wir stellen uns vor. Die Hörer bekommen musikalische Post von uns." Diese Post soll ein möglichst realistisches Bild von Say Meow vermitteln. So hat man bei den Aufnahmen, die in Leipzig und Dresden stattfanden, darauf geachtet, die acht Stücke nicht überzuproduzieren. "Man findet bei uns Parallelen zu Bands wie den White Stripes oder den Kills. Wir legen wert auf die Basics", so Ritchi Krause. Man hört auf "With Kind Regards" an vielen Stellen nur Bass, Schlagzeug und Gesang.

Say Meow wollten keine bis zum Maximum aufgeblasene Platte machen, sie wollten sie auch zu dritt live umsetzen können. Das wird heute in der Groovestation passieren. Und die Zuhörer sollten sich, im Gegensatz zum Gig in der Blauen Fabrik, auf richtig laute Musik einstellen. "Es wird ein besonderes Konzert", sagt Ritchi Krause. So soll bei "Stop" ein kleiner Chor mit auf der Bühne stehen, einen anderen Song spielt die Vorband Cosma gemeinsam mit Say Meow. Das Set selbst hält jedoch keine Überraschungen bereit, denn Say Meow haben exakt zehn Lieder, die sie auch alle spielen werden. Aber: "Es besteht die Gefahr, dass wir danach unser ganzes Set nochmal spielen", sagt Johnson Weber ohne Augenzwinkern. Das kam schon öfter vor.

Konkrete Pläne für die Zeit nach dem großen Release-Konzert haben Say Meow noch nicht. Nur eines ist sicher, wie Enna Schmidt sagt: "Wir freuen uns darauf, einfach wieder eine Band zu sein." Die Organisation rund um das Release des Albums habe nämlich erfordert, dass Bandproben zu Bandmeetings wurden, in denen es "mehr um Zahlen als um Musik" gegangen sei.

So freut sich das Trio darauf, wieder ohne Druck Songs schreiben zu können. Im Sommer 2013 stehen weitere Gigs an, darunter der erste im Ausland, in Tschechien. Zudem wird die Band ein professionelles Musikvideo zu "Lazy" drehen. Dabei kann sich jeder, der will, bei der Band melden, und im Video mitspielen. Worum es darin geht, will die Band nicht verraten, außer dass es etwas mit "Batmaning" zu tun hat. "Batmaning" ist eine eigene Wortkreation und beschreibt das Hängen von der Decke - Kopfüber versteht sich. Man darf gespannt sein.

iSay Meow Release-Konzert mit Elektrik Farm und Cosma, heute 20.30 Uhr, Groovestation

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2013

Falk Ulshöfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr