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Sarah Connor mit „Muttersprache“ am Dresdner Königsufer

Viel Gefühl Sarah Connor mit „Muttersprache“ am Dresdner Königsufer

Längst vergessen das Aufbegehren für eine deutsche Radioquote. Wofür sich noch vor Jahren viele hiesige Künstler stark machten, ist längst überholt. In ihrer „Muttersprache“ singt nun auch Sarah Connor, die zunächst Furore machte mit international angehauchter und natürlich in englischer Sprache gesungener Soulmusik.

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Sarah Connor bei ihrem Auftritt am Dresdner Elbufer. Der Babybauch der Sängerin ist leicht zu erahnen.

Quelle: Andreas Weihs

Dresden. Längst vergessen das Aufbegehren für eine deutsche Radioquote. Wofür sich noch vor Jahren viele hiesige Künstler stark machten, ist längst überholt. Deutsche Produktionen, und besonders auch die in deutscher Sprache gesungenen, haben sich längst einen festen Platz im Radio und in den Charts erobert und verdrängen oft auch internationale Mega-Stars von ihren angestammten Top-Ten-Platzierungen. In ihrer „Muttersprache“ singt nun auch Sarah Connor, die zunächst Furore machte mit international angehauchter und natürlich in englischer Sprache gesungener Soulmusik, dann aber ihren drohenden Karriereknick abwendete, indem sie sich der deutschen Sprache in ihren Liedern widmete. Und siehe da: Damit hatte sie noch mehr Erfolg!

Geduldig müssen die Fans, immerhin rund 10.000, vorgestern am Elbufer ausharren, bis Sarah Connor die Bühne betritt, mit „Halt mich“ den Einstig in den zweistündigen Konzertabend vollzieht und den Startschuss für die Aufzeichnung einer Live-DVD gibt. Der Abend in Dresden soll im Herbst auf einem Silberling in den Läden stehen. Dafür wird im Verlauf des Abends schon mal ein Lied neu angesetzt oder eines sogar zwei Mal gesungen. Die Fans stört so etwas nicht, im Gegenteil. Sie jubeln und freuen sich darüber.

Gleich zu Beginn kokettiert die 36-jährige Sängerin mit ihrer Schwangerschaft, streicht sich mit einer Hand über die noch zarte Wölbung des Bauches, und wie nebenbei lässt sie ein Stündchen später – ob gewollt oder nicht – durchblicken, dass es wohl ein Junge werden wird. Als sie nämlich ein selbstgenähtes Mützchen für ihr Baby von einem Fan geschenkt bekommt, platzt es aus ihr heraus: „Die Farbe stimmt schon mal. Hoffentlich passt es IHM auch!“ Okay, damit ist das nun klar. Weiter mit der Musik.

Deutsches ist angesagt. Es dauert wirklich nur einen Moment, bis die Fans sich eingegroovt haben und Passagen mitsingen. Nach dem Opener folgt „Anorak“ und das mitreißende „Deutsches Liebeslied“, das fulminant anschwingt und die Sängerin mit ihrem Chor nach vorn direkt zum Publikum bringt. Sarah Connor versteht es, die Fans mitzunehmen auf ihrer Reise durch ihr Album „Muttersprache“. Die Lieder, wie „Wenn du da bist“ oder „Mit vollen Händen“, sprechen die Leute direkt an und zaubern oft auch ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Ohne viel TamTam oder Effekthascherei manövriert sich die Sängerin durch ihre Show, dafür gibt’s aber viele Emotionen. Große Bilder, mal in Schwarz-Weiss Optik und mal in schillernden Farben, flimmern links und rechts der Bühne über die Videoleinwände, bringen die Connor noch näher an die 10.000 Fans, die ihr am Königsufer lauschen.

Dann ist Party angesagt und eine „Reise zurück“, mit Songs aus ihrer erfolgreichen Anfangszeit mit englischsprachigen Soul- und Funk-Songs, mit „Let’s Get Back To Bad Boy“, „Bounce“, „From Zero To Hero“ und dem Michael Jackson Cover „Rock With U“. Ihr Hit „From Sarah With Love“ wird komplett runderneuert und begeistert vor allem auch mit dem Spiel von Torsten Goods auf der Gitarre. Nun hat auch die Band ihren großen Auftritt, zusammen mit dem Chor können die Musiker zeigen, was in ihnen steckt – eine Funk-Explosion!

In der folgenden guten halben Stunde sieht man die Musiker dann auf der B-Stage, einer kleinen Bühne fast inmitten des Publikums. Jetzt wird es akustisch, die Lieder sind von jedwedem Ballast befreit, klingen sehr gefühlvoll. „Das Leben ist schön“ ist hier zu hören oder auch das Gregor Meyle Cover „Keiner ist wie du“. Eine Überraschung und sicher auch einer der Höhepunkte der gesamten Show ist der Auftritt von Henning Wehland, einst bekanntgeworden als Mitglied der H-Blockx oder auch der Söhne Mannheims. Nun singt er mit Sarah Connor ein brandneues Lied, das sie beide gemeinsam erst vor wenigen Tagen geschrieben haben - und sogar mit auf ihre Live-DVD soll. Zwei Mal hintereinander erleben die Fans zum ersten Mal „Bonnie & Clyde“ und schon singen sie lauthals den Refrain mit: „Wenn der Himmel über dir zerreißt und die ganze Welt dich bescheißt, dann stehen wir zusammen, wie Bonnie und Clyde“. Leicht zu merken und verpackt in eine eingängige Melodie. Wird das der nächste Connor-Hit?

Doch nun wird endlich wieder eingestöpselt, die Gitarren lauter und wieder deutsch. Zu „Bedingungslos“ oder „Kommst du mit ihr“ sieht man Arme in der Luft, es wird rhythmisch geklatscht und auch gesungen. Bei „Wie schön du bist“ hört man einen eindrucksvollen Publikums-Chor. In den vergangenen zwei Konzertstunden hat Sarah Connor ihre Fans mitgenommen auf eine musikalische Reise durch ihr eigenes musikalisches Leben, von Anbeginn bis Heute, voller Gefühle und Intensität und so Mancher verlässt das Areal am Königsufer mit einem Lächeln auf dem Gesicht…

Von Andreas Weihs

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