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Sánchez-Verdú hat ein Stück mit Blockflötensolo für die Dresdner Philharmonie komponiert

EIne Uraufführung Sánchez-Verdú hat ein Stück mit Blockflötensolo für die Dresdner Philharmonie komponiert

Für die Dresdner Philharmonie hat José María Sánchez-Verdú (composer in residence) im Auftrag des Orchesters ein Stück mit Blockflötensolo geschrieben, das im Konzert in der Schlosskapelle seine Uraufführung hatte. „Sturm und Drang“ war das Programm übertitelt, flankiert von zwei Sinfonien Joseph Haydns.

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José María Sánchez-Verdú ist composer in residence der Dresdner Philharmonie in der Saison 2015/16.

Quelle: P. Diaz

Dresden. Oft wird die Blockflöte mit einem Unterton von Belustigung bis Abscheu genannt, und sie gilt vielen kaum als echtes Musikinstrument. Dabei ist die Fülle zeitgenössischer Werke für Blockflöte bemerkenswert und die Experimentierfreude bei den Komponisten besonders groß. Für die Dresdner Philharmonie hat nun auch José María Sánchez-Verdú (composer in residence) im Auftrag des Orchesters ein Stück mit Blockflötensolo geschrieben, das im Konzert in der Schlosskapelle seine Uraufführung hatte.

„Sturm und Drang“ war das Programm übertitelt. Flankiert von zwei Sinfonien Joseph Haydns, die diesem Thema selbstredend entsprachen, erwartete man etwas Adäquates vom neuen Werk. Doch Sánchez-Verdú enttäuschte schon mit dem inhaltlichen Ansatz von „Kemet“ (Schwarze Erde) für Blockflöte und Kammerorchester. Der Komponist bedient die Mode, nach der aktuell gern Nahöstliches aufgegriffen wird und die wie zwanghaft verkünden zu wollen scheint, dass Europa auch Orient kann. Für „Kemet“ waren zu viele Voraussetzungen gegeben, um einem noch Raum für ein unbefangenes Hören der Musik zu geben.

Es gibt ganz altmodisch ein Programm: „Kemet“ meint die fruchtbare Erde am Nil in Ägypten und allerlei damit verbundene Implikationen. In der Solostimme lehnt sich Sánchez-Verdú an Folkloristisches an, auch das eine Modewelle. Und für den Schluss lautete die Denkanweisung im Programmheft gar: „Die Dürre ist überwunden, das Land kann auf den Segen einer fruchtbaren Ernte hoffen“ – was für Banalität! So etwas haben „Oden an die Landwirtschaft“ in verblichenen Tagen der Französischen Revolution schon bildhafter in Töne gefasst. So schlicht wie das Konstrukt blieb auch das klingende Resultat. Das Solo, vorgetragen auf Tenor-, später Sopranblockflöte, durchzog in fließenden, sich wiederholenden Tonfolgen das Stück und war von Streichern und zwei Flöten filigran umrahmt. Das Ganze steigerte sich maßvoll, der Wechsel zum hohen Soloinstrument sorgte zusammen mit einer Verdichtung der Orchesterstimmen für eine Aufhellung und Straffung der Klangfarben. So klang es zunächst interessant, doch die sich wenig entwickelnde Idee erschöpfte sich. Die Ausführung durch den Solisten Jeremias Schwarzer, die Dresdner Philharmonie und den Dirigenten Andreas Spering war dabei sehr gediegen und konzentriert.

Der alte Haydn durfte dann zu beiden Seiten der Uraufführung für die erfrischenden Teile des Programms sorgen. Andreas Spering, aus der Alte-Musik-Schule Kölns kommend, begann mit der Sinfonie Nr. 46 H-Dur recht kantig. Er überließ einen hier fast dem Klischee, Köln wäre eher kein Hort von Klangschönheit und Eleganz für den Vortrag solcher Musik. Alles blieb geradlinig aufgefasst, Dramatik reduzierte sich auf dynamische Kontraste, und der letzte Satz besaß durchaus Defizite im Zusammenspiel.

Aber der Dirigent zeigte nach der Pause, dass er weit vielfältiger zu gestalten vermochte, wenn auch die rustikale Akzentuierung im ersten Satz der Sinfonie Nr. 47 G-Dur noch einmal durchblickte. In den übrigen Teilen aber entwickelte er mit dem Orchester ein lebhaftes und das Interesse durchweg erhaltendes Spiel, formte viele feine Details und unterschied Witz und Dramatik sehr genau. Für diesen zweiten Konzertteil erntete die Dresdner Philharmonie dann auch sehr verdient den kräftigsten Applaus des Abends.

Von Hartmut Schütz

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