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Sängerin Eleni Mandell kommt mit neuer CD zum Dresden-Konzert

Sängerin Eleni Mandell kommt mit neuer CD zum Dresden-Konzert

Eleni Mandell aus Los Angeles wollte nie Genres revolutionieren, wollte partout nichts angestrengt anders machen als vergleichbare Singer/Songwriterinnen. Die jetzt 43-Jährige pfiff stets auf charmante Art die Kategorien aus, die man ihr andichten wollte oder die am Ende gar stimmen.

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Nach fast fünf Jahren kehrt die Kalifornierin Eleni Mandell wieder nach Dresden zurück, präsentiert ihr im vergangenen Sommer erschienenes Album "I can See The Future" am Freitag im Beatpol.

Quelle: PR

Es musste zuvorderst für sie selbst stimmen, dann war sie glücklich. Eleni Mandell ist jetzt eine glückliche Frau.

"I Can See The Future" (Make My Day Records) war eine der beeindruckend schlichten Sommerplatten des vergangenen Jahres. Dass sie damit jetzt im eisigen europäischen Winter auf Tour kommt, wieder nach Altbriesnitz in den Beatpol, wo es vor neun Jahren mit "uns" begann, ist ein wärmendes Zeichen. Und im Reigen ihrer nunmehr acht Soloplatten ist das gute Stück keine Rückkehr, kein Stillstand. Gut, das Vorgängeralbum "Artificial Fire" von 2009 war mit seinen etwas strengeren elektrischen Gitarren eher die Stromline, denn gediegener Folk'n'Country. Aber es war kein Wendepunkt. Die Mandell ist viel zu sehr im kernigen Americana verwurzelt, als dass gelegentliche Ausflüge gleich Richtungswechsel bedeuten würden. Schon ihrer ersten in Deutschland erschienenen Platte namens "Country For True Lovers" ließ sie einen Tour-only-Bonus beilegen - darauf war lupenreiner Jazz zu hören. Sie vergötterte Tom Waits und Merle Haggard, Alain Toussaint und PJ Harvey, Loretta Lynn und Dolly Parton und Ella Fitzgerald - es ging immer zusammen für sie. Auch Country pur: "Meine Mutter hat mich zu den Shows mitgenommen, als ich Kind war, ich hörte alte Soundtracks wieder und wieder. Gershwin, Porter, Rogers, Ella, Nina Simone, Billie Holiday. Mein Vater infizierte mich mit dem Rest, mit Hank Williams, den Beatles, Dylan. Ich liebe traditionelle Countrymusic, wie sie vor 30, 40, 50 und 60 Jahren gemacht wurde. Damals war sie noch extrem soulful. Und ich romantisiere ein bisschen zu sehr. Ich höre alte Musik, kaufe alte Kleidung. Weil früher ja immer ein bisschen schöner war, oder? Das hat aber nicht unbedingt etwas mit Amerika zu tun, in Europa fühle ich genauso", sagt sie. Mehr als nur Worte.

Traditionsbewusstsein hatte bei ihr nie etwas mit Staub und Entstauben zu tun. Poetische Brillanz steckt dahinter, Seele, enorme Musikalität: "Der rote Faden bin ich selber. Ich fühle mich wohl als die Person, die ich bin."

Es wird ihr viertes Konzert in Dresden sein, das erste nach fast fünf Jahren. Viele Frauen ihres Kalibers, jüngere auch, hat der Club und haben andere Clubs der Stadt inzwischen gesehen. Großartige Entdeckungen waren dabei (von Lisa Hannigan bis Liz Green, von Rosemary Standleys Moriarty bis Laura Gibson). Doch es geht nicht darum, dass mit Eleni Mandell nun die "einzig Wahre" kommen würde, das würde zu ihr gar nicht passen. Es kommt einfach eine wunderbare Sängerin mit einer wunderbaren Alt-Stimme, eine - mit Sicherheit - famose Band, in der alles sein darf und kann, was zwischen Café-Jazz, Liebesleidballaden, erdigem Rock, Country ohne Western und Folk-Pop-Attitüde passt. Klingt nach Zwickmühle? Wunderbar, das soll so sein!

Produzent Joe Chicarelli (White Stripes, Tori Amos) hat für die neue Platte ganze Arbeit geleistet. Wieder ging es um Nuancen und Elemente statt Brüche. Das Studiopersonal belief sich auf 20 Männer und Frauen. Sie sangen, spielten Drums, Gitarren, Orgel, Pedal Steel, Oboe, Horn, Viola und Cello. Das klingt nach Park, ist aber nie pompös, sondern immer genau so reduziert, dass Stimmungen gehoben werden können. Es darf etwas drängen und schaukeln, es darf Geheimnisse geben im Sound. Und eines hat Eleni Mandell bislang noch immer geschafft: Material aus den Studios heraus auf die Bühne zu bringen, auf dass es dort eine Eigenleben entfalten möge. Was sie nie tat, ist für Lager zu spielen. Das jedenfalls gelingt wirklich nicht allen.

iEleni Mandell, Vorprogramm: Sylvie Lewis, Freitag, 21 Uhr, Beatpol

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2013

Andreas Körner

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