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Sächsischer Literaturpreis 2016 an Franziska Gerstenberg verliehen

„Die kann schreiben“ Sächsischer Literaturpreis 2016 an Franziska Gerstenberg verliehen

Laudator Jörg Schieke brachte es auf den Punkt: Die Literatur von Franziska Gerstenberg sei absolut heutig, alles wäre möglich in ihr, jede Art von Entwicklung, und nichts darin wirke beliebig. Genau das mache ihre Inhalte oft so überraschend. Am Mittwoch erhielt die Dresdner Autorin (Jg. 1979) im Festspielhaus Hellerau den Sächsischen Literaturpreis 2016.

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Franziska Gerstenberg

Quelle: Birgitta Kowsky

Dresden. Laudator Jörg Schieke brachte es auf den Punkt: Die Literatur von Franziska Gerstenberg sei absolut heutig, alles wäre möglich in ihr, jede Art von Entwicklung, und nichts darin wirke beliebig. Genau das mache ihre Inhalte oft so überraschend. Am Mittwoch erhielt die Dresdner Autorin (Jg. 1979) im Festspielhaus Hellerau den Sächsischen Literaturpreis 2016. Der wird seit 2006 aller zwei Jahre vergeben und ist mit 5.500 Euro dotiert.

Franziska Gerstenberg, die von 1998 bis 2002 am Leipziger Literaturinstitut studierte und inzwischen sieben Bücher vorgelegt hat, erhielt die offiziell als „Literaturpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst“ bezeichnete Ehrung für ihren in diesem Jahr erschienenen Erzählungsband „So lange her, schon gar nicht mehr wahr“. Staatsministerin Eva-Maria Stange, die diesen Preis ausdrücklich als „Ermutigung und Anerkennung“ verstanden haben will, würdigte die Autorin als eine um die spezifisch Dresdner Traditionen wissende, aber keinen Konventionen verhaftete Literatin. Ihre geradlinigen Texte lese sie gern, so die SPD-Politikerin, die auch auf die Entsprechungen von Gerstenbergs Literatur zum Ort der Preisverleihung einging. Die inzwischen 100jährige Tradition der Moderne im Festspielhaus und die Skizzenhaftigkeit im Nancy-Spero-Saal stünden durchaus in einem engen Bezug zueinander.

Auch MDR-Kultur-Redakteur Jörk Schieke, der Autorin seit der gemeinsamen Studienzeit am nach der politisch verfügten „Abwicklung“ 1995 neugegründeten Literaturinstitut verbunden, fand treffliche Worte für seine Laudatio. So hätten sich die Studiosi in Leipzig stets gegenseitig beargwöhnt und ihre Texte bewertet. Höchstes Lob sei jeweils prägnant in nur einem Satz ausgedrückt worden: Der oder die könne schreiben. Er blicke anlässlich der Preisverleihung nun gern auf die ersten Begegnungen mit Franziska Gerstenberg und ihren Texten zurück, da er sich an den einhelligen Befund seiner Kommilitonen erinnert, der besagte: „Die kann schreiben.“

Bewiesen hat das die seit 2014 wieder in ihrer Geburtsstadt lebende Schriftstellerin in Romanen und Erzählungen. Die einleitenden Szenen der Titelgeschichte ihres jüngsten Bandes trug sie zur Feststunde vor - und zeigte dem faszinierten Publikum dabei auch, dass sie nicht nur schreiben, sondern die eigenen Texte auch sehr gut lesen kann.

Zuvor bedankte sich Franziska Gerstenberg mit dem Versprechen, die Ermunterung durch den Sächsischen Literaturpreis unbedingt auch dahingehend zu verstehen, ihrem literarischen Publikum treu zu bleiben und es mit neuer Nahrung zu versehen. Denn Literatur trage zum Nachdenken bei, sorge für Empathie und sei gut gegen geistige Abgründe, wie sie sich derzeit insbesondere in und um Dresden auftun. Schweigen sei in diesem Zusammenhang keine gute Option.

Franziska Gerstenberg: So lange her, schon gar nicht mehr wahr. Schöffling & Co. 240 S., 19,95 Euro

Von Michael Ernst

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