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Sächsische Kulturtage in Wrocław

In der europäischen Kulturhauptstadt Sächsische Kulturtage in Wrocław

Der Freistaat Sachsen gastiert mit Kulturtagen für eine Woche in Wrocław. Dabei ist Dresden als Partnerstadt Breslaus in der europäischen Kulturhauptstadt besonders stark vertreten – vor allem die freie Szene bekommt die Chance sich zu präsentieren.

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Verrückte Straßenmusiker auf dem Weg nach Breslau: Triple Trouble sind am Wochenende Sachsens Kulturbotschafter.
 

Quelle: Foto: PR

Wrocław.  Sachsens Künstlerszene steht eine heiße Reisewoche bevor: Denn der Freistaat präsentiert sich per Sächsische Kulturtage ab Freitag für eine Woche in Wrocław. Dabei ist Dresden als Partnerstadt Breslaus in der europäischen Kulturhauptstadt besonders stark vertreten – vor allem die freie Szene bekommt die Chance sich zu präsentieren. Auch der Zeitpunkt ist kein Zufall, denn das Sommerfest des deutschen Generalkonsulats íst als Kernpunkt gesetzt – dort ist Sachsen als Wirtschaftspartner dieses Jahr Thema, weshalb nächste Woche auch die versammelte Kreativwirtschaft samt Wirtschaftsförderung von der Elbe über die Neiße (und über Nacht) an die Oder düst.

Offiziöser Hintergrund ist nicht nur die Kulturhauptstadt, sondern auch das 25. Jubiläum der Unterzeichnung des deutsch-polnischen „Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“. So steht auf dem zweisprachigen Programmprospekt das Grußwort von Stanislaw Tillich, der jüngst erst in Leipzig bei den Deutsch-Polnischen Medientagen die Gäste aus dem Nachbarland mit seinen Sprachkenntnissen verblüffte, als Credo auf Deutsch in Rot (und auf Polnisch in Schwarz) auf Weiß: „Wir Sachsen feiern gerne gemeinsam mit unseren Freunden. Deshalb bringen wir Musik, Theater, Film, Literatur und Tanz mit nach Breslau, um uns mit Ihnen über unsere langjährige Freundschaft zu freuen. Dafür wählen wir nicht die große Bühne, sondern ungewöhnliche Orte in Ihrer Nähe. Sie sind eingeladen, sächsische Kultur kennen zu lernen und dabei Ihr Zuhause vielleicht ganz neu zu entdecken“, kündigt Tillich an. Gleich neben dem Ministerpräsidenten prangen die Free Little Pigs und das Stahlquartett, die beide am 10. Juni den Schlusspunkt unter die Kulturtage setzen werden – das Kraftrockquartett, das sich im Herbst 2015 wiedervereinigte, gastiert auf dem traditionellen „Breslauer Festival des guten Bieres“ im Stadion, das Klassikkleeblatt um Jan Heinke und dessen selbstgebautes Stahlcello geben ihr Konzert namens „Time Mirror“ in der Galeria na Czystej.

Nachhaltige Vernetzung

Der Start am Freitag hat es ebenso in sich: Am Freitagabend (je 20 Uhr) geben sich einerseits Derevo und andererseits DŸSE zeitgleich die Ehre. Während die Tänzer im modernen Kulturzentrum Agora „Der letzte Clown auf Erden“ spielen, werden Jarii van Gohl und Andrej Dietrich den Klub Proza im Dom Literatury beglücken – und erleben nach dem Konzert die Eröffnungsparty zum sächsischen Geschenkpaket, bei dem die meisten Veranstaltungen frei sind und die unverstromten Musiker auch noch überraschende Straßenshows geben werden.

Dazu zählt Peter Till und sein Druckluftorchester, aber auch die derzeit omnipräsente Banda Internationale und das furiose Trio namens Triple Trouble. Marco Pfennig an Banjo und Ukulele, Matthias Peuker an Schlagwerk und Waschbrett sowie Toralf Klein an den Tubas werden als Pocketorchestra mit ihrem umgebauten Fahrrad garantiert für Furore sorgen. Während Till zudem beim Konsul bläst, werden die Banda und das Triple am Sonnabend und Sonntag in der Kulturbrauerei „Browar Mieszczański” spielen und dort Claudia Reh treffen, die die Gebäudefassaden mit ihren Polyluxen per „Echtzeitlicht” in fließende Farbkonstruktionen verwandelt.

Im Auftrag der Dresdner Staatskanzlei hat die Agentur „tristan production“ unter Leitung von Isolde Matkey das Programm erstellt und dafür vor Ort auch penibel die passenden Auftrittsorte gesucht. „Wir haben bewusst nicht die ganz großen Orte und Ensembles gesucht, weil das in Breslau dieses Jahr im Schatten der ganz großen Ereignisse, von deren es eine Vielzahl gibt, ganz schnell im Hintergrund landen kann. Es geht vor allem um nachhaltige Kontakte, also darum Künstler, Manager und Publikum miteinander bekannt zu machen, damit folgende Auftritte leichter werden.“

Ihr Ansinnen war, ein kleines, aber feines Programm zusammenzustellen, das in Partnerschaft mit dem ins Hauptstadtjahr eingebetteten Avant Art Festival möglichst viele Sparten umfasst und als sächsischer Beitrag als beiderseitige Synergie zwischen Kunst und Rahmen empfunden wird. Das dürfte dem Dresdner Filmfest gut gelingen, das am Sonnabend zweimal eine Best-of-2016-Edition im Niederschlesischen Filmzentrum zeigt und am Sonntagmorgen an einem Treffen polnischer und deutscher Filmschaffender teilnimmt.

Eingebettete Kreative

Damit nicht genug: Das Teatr ad Spectatores – eben noch mit „Die Außerirdischen aus Mons“ beim 3Länderspiel in Zittau zu Gast – ist zwei Abende lang passender Gastgeber für Sabine Köhler und Heiki Ikkola, bekannter als Cie. Freaks und Fremde. Sie bieten sowohl ihr jüngstes Werk namens „Loving the Alien“ als auch die legendäre „Freakshow“. Der sächsische Literaturrat schickt Róža Domašcyna, Roman Israel und Utz Rachowski per Lesung ins Rennen, während das Philharmonische Kammerorchester Dresden unter Leitung von Konzertmeister Wolfgang Hentrich mit „Musikalische Nachbarn“ ein eigens zusammengestelltes Programm mit Kompositionen von Grażyna Bacewicz, Mieczysław Karłowicz und Wojciech Kilar in der Synagoge spielen wird.

Eingebettet in diese Veranstaltungswoche wird zudem ein sächsisch-niederschlesisches Kooperationstreffen, das am kommenden Dienstag den Dialog zwischen der aufstrebenden Kultur- und Kreativwirtschaft in der Wojewodschaft Niederschlesien und den sächsischen Kreativen unter Obhut der Wirtschaftsförderung Sachsen ergründen wird. Denn „Markterkundung“, so der Übertitel, soll vor allem in den Bereichen Software/Games, Design, Film- und Musikwirtschaft sowie Kunsthandwerk für neue Netzwerke sorgen. Ort des Ganzen: das Innovationszentrum der Akademie der Schönen Künste in Breslau.

Apropos 25: Da fällt nicht nur der Grundlagenvertrag ein, sondern auch die deutsche Gastgeberschaft für Europas Kulturhauptstadt anno 2025, um die sich ja unter anderen auch Leipzig und Dresden streiten wollen, sofern es Europa als Union bis dahin noch gibt (und Sachsen dabei ist). Man darf gespannt sein, inwiefern sich die beiden gefühlten Sachsenmetropolen – anders als in Pilsen 2015 – aktiv Anregungen holen werden. Auch in Berlin ginge das gut, denn was die alte preußische Achse gemeinsam veranstaltet (www.breslau.berlin), wird jeweils auf oder vor Bahnhöfen präsentiert. Zum Beispiel einen echten, aber temporären Kunstzug, der für Dresdner wie Leipziger Zusteiger eigens in Cottbus kurz hält.

Ansonsten bleibt nur: Die delegierten Künstler nach der Rückkehr befragen.

 www.avantart.pl

Von Andreas Herrmann

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