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Sächsische Bücherschau startet am Freitag im Japanischen Palais in Dresden

Sächsische Bücherschau startet am Freitag im Japanischen Palais in Dresden

1990, im Jahr der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, gab es eine Reihe von namhaften und traditionsreichen Verlagshäusern auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen. Viele von ihnen standen bald darauf kurz vor dem Abgrund - und waren nur wenig später einen Schritt weiter.

Dresden. Es gibt sie nicht mehr, die großen Namen sind verschwunden. Buchstadt Leipzig? Eine bittere Erinnerung. Messestadt Dresden? Eine lustige Hoffnung.

Dennoch gibt es auch heute - wieder - zahlreiche Verlage in Sachsen. Zumeist sind es Neugründungen, die sich einen Namen erst noch machen wollen. Auch vor ihnen gähnen Abgründe, rein wirtschaftlich gesehen, sie haben keine Mutterkonzerne im Rücken, die sie auffangen oder wenigstens schlucken würden, wie es mit Reclam und einigen anderen geschah.

Ist diese Zustandsbeschreibung ein guter Ausgangspunkt für eine Sächsische Bücherschau? Unbedingt gehören die unsterbliche Liebe zum Buch, der Mut zum verlegerischen Risiko, die Kraft gebende Kreativität mit erwähnt. Ohne solche Faktoren gäbe es keine Verlags-, keine Literaturszene. Die aber hat sich - vielen Widerständen zum Trotz - auch im heutigen Sachsen gemausert. Ab Sonnabend wagen daher die Landesministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie für Wissenschaft und Kunst eine gemeinsame, eine Sächsische Bücherschau. Die soll weder ein Pendant zur traditionsreichen Leipziger Buchmesse sein noch eine Konkurrenz zur erst kürzlich beendeten Schriftgut-Schau auf dem Dresdner Messeterrain.

Ausgerichtet wird dieser einwöchige Branchentreff, zu dem sich die Veranstalter reichlich Publikum erhoffen, vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dessen für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zuständige Zweigstelle auch das Programm ausgearbeitet hat. "Namhafte Autoren" sind darin angekündigt, die namhaftesten sind Franziska Gerstenberg, Clemens Meyer und Jens Wonneberger. Sie und jede Menge (noch) unbekannte Verfasser lesen während der Bücherschau im Japanischen Palais bei freiem Eintritt aus ihren jüngsten Publikationen.

Für Andreas Friedrich, Sprecher des mitveranstaltenden Kulturministeriums, ist die Sächsische Bücherschau vor allem "Ergänzung auf einem Gebiet, das gar nicht genügend Angebot bereithalten kann." Trotz aller Abstriche stehe die Branche in Sachsen gut da, betonte er auf DNN-Nachfrage. Der Treff solle keine Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen sein, sondern dazu dienen, "das Thema hochzuhalten", um Kulturwirtschaft und Kreativbranche ein gemeinsames Podium zu bieten. Damit die öffentliche Wahrnehmung auch möglich groß werde, sei die gesamte Bücherschau - im Gegensatz zu etablierten Veranstaltungen - bei freien Eintritt zu besuchen. Auch die Eröffnung der Bücherschau durch Jens Wonneberger, der am Freitag aus seinen Romanen "Goetheallee" und "Himmelwärts" liest, zählt dazu.

Eine Woche lang können dann Themen in größtmöglicher Vielfalt angehört, bestaunt und diskutiert werden, das Spektrum reicht von der arabischen Märchenwelt und Indianergeschichten über sächsischen Klamauk bis hin zu Fußballfotografie und Kinderliteratur. Die ist besonders stark vertreten - neben Fantasy beispielsweise auch mit dem neuen "Kinderstadtführer" von Michael Bartsch -, schließlich richtet sich die Bücherschau an die ganze Familie.

Moderierte Schriftstellerporträts gibt es unter anderem mit Patrick Beck und Clemens Meyer, Politiker berichten von ihrem Scheitern, Technik-Autoren von ihren Vorlieben, Historiker von der Vergangenheit. In einer Kritikerrunde soll gar ein Fernsehformat adaptiert werden: "Das Dresdner Literarische Quartett" diskutiert am Mittwoch Abend über Neuerscheinungen des Buchmarktes. Vielleicht kommt am Ende heraus, dass zumindest das Leseland mehr ist als eine versunkene Utopie?

www.saechsische-buecherschau.de

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