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Sachsens Landesbühnen bieten Felsenbühne Rathen per Kombiticket

Ein Viadukt unter der Bastei Sachsens Landesbühnen bieten Felsenbühne Rathen per Kombiticket

Mit Bahn und Verkehrsverbund im Trio bieten die Landesbühnen Sachsen künftig ein Kombiticket in die Sächsische Schweiz an, welches man beim Kauf jeder Rathener Eintrittskarte mitlöst. Außerdem wurde das neue Programm vorgestellt.

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Auf dem eisernen Ross, den Blick frei geradeaus: Winnetou (Michael Bernst-Cananá) und Old Shatterhand (Jürgen Haase).

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden/Rathen. Zur vergangenen Spielzeit die Karl-May-Bar im Kempinski, dieses Jahr ein S-Bahn-Abteil auf dem Dresdner Hauptbahnhof – Hauptsache mit Winnetou. Der Grund für die exklusive Ortswahl der Vorstellung des Sommerprogramms auf der Felsenbühnen Rathen war erfreulicher Natur: Mit Bahn und Verkehrsverbund im Trio bieten die Landesbühnen künftig ein Kombiticket in die Sächsische Schweiz an, welches man beim Kauf jeder Rathener Eintrittskarte mitlöst. Eigens dafür spendierte die Bahn eine schicke blaue Lok mit der dynamischen Reiterfigur vor der Felsenkulisse im Wehlgrund, beworben als die schönste Naturbühne Europas.

Radebeuls Intendant Manuel Schöbel sparte dann auch nicht mit Lob für seine Pressereferentin Petra Grubitzsch, die immer wieder solch exklusive Ort auserwähle, die die Kollegen der populär-informellen Zunft in Heerscharen anziehen. So auch diesmal, garniert mit kleinen Winnetou-Showeinlagen des Ensembles in der Kuppelhalle im so genannten Einkaufsbahnhof, bei dessen Wiener Vorplatzszene man sich in selige Zeiten wünscht, als die Friedenspfeife als beste und Feuerwasser als schlimmste Droge galt.

Der Sparwert ist enorm, denn Rathen liegt selbst von Dresden in der teuersten Zone III. Und die ersten Gäste bei der Präsentation, so freut sich Schöbel, kamen tatsächlich aus Riesa – jener Stadt, deren Bewohner künftig am meisten vom Solidarpakt der Besucher profitieren.

Wie hoch der Wert, im Kartenpreis inbegriffen, tatsächlich ist, wollte keiner der Herren erklären – vertragliche Schweigepflicht im Dreierpakt, nur Geschäftsführer Till Wanschura schmunzelt: Er sei sehr zufrieden mit dem Preis. Sein Intendant ergänzt, dass man dank der Preisreform im Vorsommer nun auch nix auf die Karte draufschlagen müsste.

So ist das Ticket zumindest für alle ohne Abokarte eine wunderbare Idee, denn sie gilt ab vier Stunden vor und sechs Stunden nach der Vorstellung, was sportliche Besucher zu einer begleitenden Runde rings um den Amselgrund animieren dürfte. Zwei Haken hat die Sache: An der Abendkasse ist das Kombiticket nur noch halb so viel wert und die Rathener Seilfähre, die im Gegensatz zu den meisten anderen in treuer Hand des Kurortes liegt und somit in keinem VVO-Tarif verortet ist, kostet extra. Aber ansonsten spart der gemeine Dresdner drei Zonen – und muss zur Auskostung nur die passende Fähre zur letzten S-Bahn erwischen.

Zurück auf Gleis 14, wo jeder die Lok im blauen Look knipste. Dort ging es im roten Abteil um das sommerliche Programm, welches am 14. Mai mit eben jenem Winnetou in Form von Teil 1 beginnt, seit vergangenem Sommer in Neufassung von Olaf Hörbe im Programm. Zusammen mit den anderen beiden Hits, also „Scheeweißchen und Rosenrot“ (ab 21. Mai) und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (ab 8. Juli), machen die Klassiker fast genau die Hälfte der 89 Vorstellungen aus, die bis zum elften September geboten werden.

Von den geplanten sieben hauseigenen Inszenierungen sind zwei neu: Das Tanzstück „Momo“ von Wencke Kriemer de Matos wird als Familienstück vom Haupthaus ins Freie verlagert, also für die große Bühne eingerichtet. Hier passt das Bühnenbild – das statt Michael Endes verlassenen Amphitheater ein altes Eisenbahnviadukt zeigt – zur neuen Reisekooperation und bietet, so in Sichtweite der Basteibrücke, ganz neue Assoziationen. Dabei sollen sich laut Choreografin die parasitären Zeitdiebe von den Felsen abseilen – eine Aufgabe für Kaskadeure. Die Premiere ist am 28. Mai. Mit dabei: ein Pferd.

Eine echte Premiere bietet Jan Michael Horstmann am 11. Juno als Dirigent und Regisseur an: „Die Zauberflöte“ seines Lieblingskomponisten – als das „Märchen aller Märchen“. Tenor Manuel Günther, der in Dresden studierte und mit Meriten aus Hamburg und Berlin nächste Spielzeit sein Semperoperndebüt geben wird – und laut Horstmann auf dem Weg zur Weltkarriere ist – wird in sechs der zehn Vorstellungen den Papageno geben. Auch amerikanische Gesangsstudenten auf deutschem Sommerkurs werden dem Ensemble eine „wunderbare Flexibilität verleihen“, freut sich der Generalmusikdirektor, der das Orchester in barockiger Besetzung in ein Zelt auf die Bühne holen will und schon eine Regieidee verriet: Die Königin der Nacht wird vom Max-Felsen ein langes Sternenkleid entfalten, damit ihr Tamino nicht entkommt. Mit dabei: drei Pferde zum Allegro in der Ouvertüre. Und zwölf Akrobatikschüler aus dem benachbarten Sebnitz.

Weiter im Programm: Peter Kubes „Der Glöckner von Notre Dame“ (ab 7. Juli) mit Tom Pauls in der Hauptrolle. Und da Old Shatterhand alias Jürgen Haase auch oft vor Ort zu tun hat, geben die drei als eines von sechs Gastspielen ihr neues Programm zum besten: „Die Retter der Tafelrunde“ tagen am 21. August. Jährliche Schlussfrage rein rhetorischer Natur: Was wäre die Felsenbühne ohne „Freischütz“ oder „Carmina burana“? Ersterer lockt ab 4. August sechs Mal, Orffs Opus am 2. & 3. September.

www.landesbuehnen-sachsen.de/felsenbuehne-rathen

Von Andreas Herrmann

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