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SLUB Dresden startet Digitalisierung deutscher Zeitungen

SLUB Dresden startet Digitalisierung deutscher Zeitungen

Die Sächsische Staats- und Uni-Bibliothek SLUB will bis Ende 2014 rare historische Zeitungen aus Dresden und Leipzig digitalisieren und im Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Das kündigte SLUB-Generaldirektor Prof. Thomas Bürger an. "Wir sehen das als wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und eröffnen Historikern damit bessere Recherche-Quellen", betonte Bürger. "Und aus bibliothekarischer Sicht reaktivieren wir damit wichtiges Schriftgut, das wegen seines oft recht schlechten Erhaltungszustandes von der Forschung kaum noch genutzt werden konnte."

In der Startphase sollen sämtliche Jahrgänge zum Beispiel der Dresdner "Abendzeitung" (1817-1857), der Leipziger "Illustrierten Zeitung" (1843-1944) und der "Sächsischen Arbeiterzeitung" aus Dresden (1890-1933) elektronisiert und mit Hilfe von OCR-Computerprogrammen in Texte zurückverwandelt werden, in denen man dann per Volltextsuche im Internet recherchieren kann. Auch Raritäten wie die "The Dresden Daily" sind dabei - eine englischsprachige Zeitung, die 1906 bis 1910 für in Dresden lebende Amerikaner erschien, aber auch die "Leipziger Jüdische Zeitung", die "Leipziger Jüdische Wochenschau" und die Dresdner Nazi-Zeitung "Der Freiheitskampf" (1930-1945).

Die Elektronisierung dieser Zeitungen ist freilich nur ein Teil und Auftakt für ein viel größeres Projekt, an dem sich unter Dresdner Federführung die Staatsbibliotheken Berlin, München, Bremen und Halle beteiligen und das von der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" (DFG) in der zweijährigen Pilotphase mit zunächst rund einer Million Euro gefördert wird. Danach wollen die Partner einen repräsentativen Querschnitt aller deutschen Tageszeitungen vom 17. bis ins 20. Jahrhundert hinein digitalisieren und ins Netz stellen. Eingelesen werden freilich vorerst nur Zeitungen, deren Urheber- und Verwertungsrechte abgelaufen sind.

"Laut unseren Recherchen gab es seit Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1945 rund 16000 verschiedene Zeitungen in Deutschland", sagte Bürger. "Sie alle einzuscannen, wäre wohl kaum machbar. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Projektpartner nach der Pilotphase 300 bis 400 Zeitungen vollständig digitalisieren könnten." Die DFG wäre prinzipiell bereit, die Elektronisierung der auch international bedeutsamen deutschen Zeitungen mitzufinanzieren, ist der SLUB-Chef überzeugt. Darüber hinaus seien angedockte Finanzierungsprogramme von Sachsen und anderen Bundesländern wünschenswert, um auch die regional wichtigen Tageszeitungen ins Internet zu stellen. "Historische Tageszeitungen sind eine Goldgrube", ist Bürger überzeugt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.02.2013

hw

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