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Rundum gelungenes Treffen: Dresdner Kinderchorfestival ist zu Ende gegangen

Rundum gelungenes Treffen: Dresdner Kinderchorfestival ist zu Ende gegangen

Ein Menschenauflauf auf dem Neumarkt, als würden die Insassen von acht Touristenbussen gleichzeitig an der selben Stadtführung teilnehmen. Allerdings: Sie singen? Beim Näherkommen wird klar: Touristen sind das nur bedingt, auch wenn sie unterschiedliche fremdländische Kleidung inklusive vielgestaltiger Kopfbedeckungen tragen.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Es sind junge Sänger aus Island, der Ukraine, Südkorea und Venezuela, die sich mit ihren Gastgebern vom Philharmonischen Kinderchor Dresden vor der Frauenkirche versammelt haben, um aufmerksam zu machen auf ihren hier in wenigen Minuten beginnenden Auftritt zum Beschluss des 5. Internationalen Kinderchorfestivals.

Drinnen erklingt zum Auftakt John Leavitts "Festival Sanctus". Das schon im Eröffnungskonzert gebotene hymnische Stück des US-Amerikaners, 1988 für ein Internationales Chor-Symposium in Kansas komponiert, kommt diesmal in der Fassung mit Bläserbegleitung zur Aufführung. Musiker der Dresdner Philharmonie in das Festival einzubeziehen - in diesem Fall Damen und Herren aus der Holz- und Blechfraktion plus Paukist - ist eine gute Idee. Ihnen dann auch mehr als die Begleitung eines einzigen Stückes zu gewähren, eine schöne Geste. Nun waren für ein instrumentales Interludium aufgrund des genannten Aufgebots relativ enge Repertoiregrenzen gesetzt. Trotzdem hätte sich vielleicht ein treffenderes Stück finden lassen als Donizettis Sinfonia für Bläser, denn die ist auch in so kultivierter Interpretation wie hier kein kompositorischer Geniestreich.

Die Darbietungen der Chöre bedienten sich - wie üblich bei den schon traditionellen Festival-Abenden in der Frauenkirche - aus deren geistlichem Repertoire. Etliches wartete mit populären Anklängen auf, doch auch die länderspezifischen Klänge kamen nicht zu kurz. Dass man den jungen Sängern gelegentlich anhörte, dass sie inzwischen sechs aufregende, dicht mit spannenden Begegnungen und Ausflügen, mit Proben und Konzerten angefüllte Tage hinter sich hatten, kann man nur zu gut verstehen.

Selbstverständlich und universell: Kinderrechte

Wichtiger Bestandteil der Probenarbeit war die Vorbereitung des diesjährigen gemeinsamen Uraufführungsstücks. Der in der Chorszene sehr namhafte Österreicher Lorenz Maierhofer nennt sein Auftragswerk "The light of future" einen "chormusikalischen Appell für Menschenrechte" - nicht zuletzt eine Reminiszenz an die Unicef als Schirmherrin des 2014er Chorfestivals. Maierhofer gibt den Kindern der Welt eine Stimme mit dem selbstbewussten Schluss-Satz "Wir sind das Licht der Zukunft!". Und er lässt sie zitieren, was selbstverständlich sein sollte und leider nicht überall ist: die in einer internationalen Konvention benannten und von der Unicef auf Einhaltung überwachten Rechte der Kinder, vom Recht auf einen Namen, über ein familiäres Zuhause und Bildung bis zum Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung oder Ausbeutung. Diese Rechte werden im Stück sprechend vorgetragen, Dirigent Gunter Berger - als Direktor des Philharmonischen Kinderchores zugleich Künstlerischer Leiter des Festivals - schickte dafür Sänger jedes Chores in den Kirchenraum hinein - ein symbolisches, forderndes Zugehen auf die Erwachsenen.

In der Musik eint Maierhofer Anklänge an die Heimatländer der Gastchöre. So können die Ensembles das Stück auch mit nach Hause nehmen und damit vom Treffen in Dresden in die Welt tragen. Vermutlich wird "The light of future" in kleinerer Besetzung auch noch eindringlichere Züge gewinnen, hier zählte erst einmal die Geste des gemeinsamen Auftritts mit starker Stimme. Ein mit dem Publikum intoniertes "Dona nobis pacem" folgte als Zugabe, der nichts hinzuzufügen ist. So ging eine sehr gelungene Auflage des Dresdner Kinderchorfestivals zu Ende, die schon jetzt Vorfreude aufkommen lässt auf weitere spannende Begegnungen in zwei Jahren. Sybille Graf Verschollenes Werk Mendelssohns gefunden

Eine verschollen geglaubte Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ist in einer US-Privatsammlung wieder aufgetaucht. Das Stück "Des Menschen Herz ist ein Schacht", von dem bislang nur der Titel bekannt war, solle nun in London versteigert werden, berichtete gestern die New York Times. Zuletzt sei die Komposition, die Mendelssohn Bartholdy 1842 für seinen Bekannten Johann Valentin Teichmann, einen Berliner Theater-Manager, geschrieben hatte, Ende des 19. Jahrhunderts in Auktionskatalogen in Leipzig aufgetaucht. Das Auktionshaus Christie's schätzt, dass die handbeschriebene Notenblatt-Seite bei der Versteigerung am 21. Mai bis zu 42 000 Dollar (etwa 30 000 Euro) einbringen könnte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2014

dpa

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