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Roland Kaiser in Dresden: Eine unendliche Liebesgeschichte

Kaisermania 2016: Teil 1 Roland Kaiser in Dresden: Eine unendliche Liebesgeschichte

„So schnell werdet ihr mich nicht los“ – ein Satz mit Nachhall fegt in sommerlicher Nacht kurz vor halb elf über das Königsufer. Danach versetzt eine gewisse „Joana“ rund 20.000 Schlager-Pilger innerhalb und außerhalb des Festivalgeländes der Filmnächte in unbeschreibliche Ekstase. Und es sollte noch nicht alles gewesen sein.

Roland Kaiser in Dresden
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  „So schnell werdet ihr mich nicht los“ – ein Satz mit Nachhall fegt in sommerlicher Nacht kurz vor halb elf über das Königsufer. Danach versetzt eine gewisse „Joana“ rund 20 000 Schlager-Pilger innerhalb und außerhalb des Festivalgeländes der Filmnächte in unbeschreibliche Ekstase. Und es sollte noch nicht alles gewesen sein, denn natürlich hatte der „Kaiser“ für seine heiß geliebten Fans noch einen Nachschlag im Gepäck.

Vor ausverkauften Rängen bei den Filmnächten am Elbufer begeisterte Roland Kaiser am Freitagabend das Publikum.

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Doch erst einmal knapp drei Stunden zurück. Es ist Freitagabend, nicht irgendein Freitagabend. Es ist der Freitagabend, der bei Zehntausenden schon seit mindestens einem Jahr mit einem fetten roten Kreuz im Kalender markiert ist – der Auftakt zur Kaisermania 2016, dem größten und beliebtesten Open-Air-Schlager-Event Dresdens mit dem unverwechselbaren Liebling der Stadt: Roland Kaiser.

Nirgends in der Republik erfährt die 64-Jährige Schlagerikone so viel Zuneigung, Anerkennung und Treue. Das dürfte auch der Grund sein, warum bereits seit Wochen mehr als 48 000 Tickets für insgesamt vier Konzerte der bereits 13. Auflage von Kaisermania ausverkauft waren. Ende des Sommers dürften dann rund doppelt so viele Fans ihren Kaiser erlebt haben, so gesellen sich erfahrungsgemäß mindestens noch einmal so viele nicht zahlende Fans auf die Elbwiesen und Brücken nebenan.

Und von der Carolabrücke aus muss sich dann gegen kurz nach acht auch ein spektakuläres Bild geboten haben. Während Scheinwerfer, Rauchkanonen und eine untergehende Sonne – ja, die Sonne hatte sich an diesem doch eher trüben Freitag, der eher Regen als alles andere vermuten ließ, pünktlich für den Kaiser aus der Deckung gewagt – für eine beeindruckende Atmosphäre sorgten, betrat der Schlagerstar nach minutenlangen „Roli“-Sprechchören endlich die Bühne.

„Das Beste am Leben“ und die anschließende Moderation konnten als vorsichtiges Abtasten gesehen werden. Eine leichte Unsicherheit schwang beim Kaiser mit, das Publikum wollte auch noch nicht so richtig… Doch spätestens als Maite Kelly energisch auf die Bühne stürmte und ihr so erfolgreiches Duett mit dem Kaiser „Warum hast du nicht nein gesagt“ anstiftete, entfachte sich die unbeschreibliche, und in Dresden wohl einzigartige, Kaiser-Manie im Publikum, die sich schneeballartig bis zum Ende des Konzertes unaufhaltsam ausbreitete.

Und der Kaiser legte los, Hit um Hit. Die stets textsichere Fanmasse – man möge sich hüten, von der älteren Generation zu sprechen – verzieh ihrem Kaiser gnadenlos den ein oder anderen schiefen Ton, ganz im Gegenteil. Bühnenprotagonist und Publikum verschmolzen zu einer Einheit. Knicklichter und Wunderkerzen bei den ruhigen Songs, Volksfeststimmung, Taktklatschen und Discofox bei den großen Hits.

Und es war nicht nur der Kaiser, der begeisterte. Tina Tandlers so brachial einzigartigen Saxophon-Solos ließen die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes überkochen, Julia Kröhnert und Maite Kelly begeisterten mit gefühlvollen Auftritten bei „Hör auf dein Herz“ oder einem wunderbaren Medley kurz vor Schluss.

„Südlich von mir“ verwandelte das Königsufer in eine Swing-Oper, die Bläser bei „Schach Matt“ entfachten regelmäßige Jubelstürme. Zwischen den Liedern moderiert der Kaiser gewohnt wortgewandt, hinüber zum nächsten Hit. Als der Schlagerstar nach gut 90 Minuten feststellt, dass ihm gelegentlich alles „sächsisch“ vorkäme und im Hintergrund die Musik zu „Ich glaub, es geht schon wieder los“ tönte, erreichte die Stimmung ihren Siedepunkt, das Publikum verlor jeden Halt. Auch wer bis dahin noch eher konservativ mitwippte, riss die Arme hoch in den Abendhimmel.

Und spätestens als die Sonne komplett verschwunden war, der Kaiser seine Versionen von „Midnight Lady“ oder „Über sieben Brücken musst Du gehn“ gefühlvoll, aber bei weitem gesanglich nicht perfekt auffuhr und Saxophonistin Tina Tandler erneut herzzerreißend zum Solo ansetzte, wurde deutlich, wie magisch doch die Verbindung zwischen Roland Kaiser und Sachsens Landeshauptstadt sein muss.

Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen brachte der 64-Jährige wieder einmal Versöhnlichkeit und Empathie ans Elbufer. Das Publikum verschwamm zu einer homogenen Masse, die für gut zweieinhalb Stunden frei von Sorgen einem starken Kaiser lauschte, applaudierte und schließlich absolute Anerkennung zeigte. Vielleicht auch deshalb bescheinigte Maite Kelly den Dresdnern, „das Herz am rechten Fleck“ zu haben.

Nachrund 30 Songs und einem kleinen, aber feinen Feuerwerk wurde schließlich der erste Akt der Kaisermania 2016 beendet – Roland Kaiser blieb nichts schuldig. Und eines ist gewiss: Wer einem Schlagerstar so viel Zuneigung entgegen bringt, wird ihn so schnell nicht mehr los.

Von Sebastian Burkhardt

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