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Rocklegenden City, Karat und Puhdys sorgen für beste Stimmung in der Garde

„… wir sind immer noch hier!“ Rocklegenden City, Karat und Puhdys sorgen für beste Stimmung in der Garde

Ein Blick auf die Zusammensetzung des Publikums in der Garde zeigte: Im weiten Rund der Freilichtbühne waren fast ausschließlich ältere Generationen versammelt. Gekommen waren sie wegen City, Karat und den Puhdys. Drei ostdeutsche Rocklegenden, die noch immer auf Tour sind und nun Station in Dresden machten.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Ein Blick auf die Zusammensetzung des Publikums in der Garde zeigte: Im weiten Rund der Freilichtbühne waren fast ausschließlich ältere Generationen versammelt. Zahlreiche Ehepaare jenseits der 50, Männer mit gut gerundeten Bierbäuchen und Frauen, deren Söhne und Töchter längst eigene Familien gegründet haben dürften. Die wiederum über den seltsamen Musikgeschmack ihrer Väter und Mütter nur die Köpfe schütteln. Es waren neben etlichen anderen Bands vor allem die Puhdys, City und Karat, deren Lieder die in die Garde gekommenen Eltern von heute Zwanzigjährigen hörten und mit Inbrunst mitsangen. Und die unzähligen Vokabeln des derzeitigen Musikgeschmacks waren da überhaupt noch nicht erfunden.

City, Karat und Puhdys in der Jungen Garde Dresden

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Wie oft auch drängten sich in diesen Jahren Absichtsbekundungen ins Volk. Wenigstens dreimal wollten z.B. die Puhdys schon in die Rockerrente abtauchen. Obwohl die Bandmitglieder fast alle schon die 70 erreicht haben, sind sie immer noch aktiv. Die Unkenrufe, dass Karat nach dem Tod seines charismatischen Sängers Herbert Dreilich abtreten würde, blieben unüberhörbar. Dreilichs Sohn Claudius aber war rechtzeitig zur Stelle und füllte die Lücke ganz selbstverständlich. Und obwohl der Jahrhundertsong „Am Fenster“ heute immer noch die Konzerte von City dominiert, erklangen auch aus dieser Richtung zahllose Stimmen, die eine baldige Auflösung der Band weissagten.

Eingetroffen aber ist von all dem nichts. Die Musiker sind vielmehr nach und nach mit ihrem Publikum alt geworden. Und das Publikum mit seinen Bands. So war es nur natürlich, dass sich auch am Samstag Abend im weiten Rund der Garde unter den Männern graue bis weiße Bärte zeigten und dass auch die Frauen sehr textsicher bspw. den „Schwanenkönig“ oder „Über sieben Brücken…“ mitsangen. Und dass sie gar – genauso begeistert wie ihre Männer – mit „Plötzlich konnten wir fliegen“ eine einstige Illusion heraufbeschworen, die vor nunmehr 25 Jahren so etwas wie Realität wurde, als sich am 9. November 1989 die Grenze zum deutschen Westen und dann nach Westeuropa und die ganze Welt öffnete. Aber auch gegenwärtige politische Ereignisse finden ihren Niederschlag im Programm der Bands. City-Frontmann Toni Krahl bspw. reagierte auf Aktuelles, bezog sich auf die Flüchtlingskrise und ernannte den City-Geiger Georgi Gogow ganz spontan zu einem „Helden der Balkanroute“.

Die Konzentration auf das eigene musikalische Werk dominierte zwar unüberhörbar das mehr als drei Stunden währende Konzert. Doch dazwischen gab es mit Songs und Balladen immer wieder auch Ausflüge in die Musik von guten Freunden. So bspw., wenn City Bettina Wegners wunderbaren Text „Sind so kleine Hände…!“ ganz sparsam instrumentiert unters Volk bringt und so den allgemeinen Jubel etwas dämpft. Denn die Aufforderung zum Nachdenken spielt sowohl bei City als auch bei Karat und den Puhdys immer wieder eine wichtige Rolle.

Wer an diesem Samstag in Dresdens Garde gekommen war, um sich auf nostalgische Art zu begeistern, der wurde restlos bedient. Mit dem „Blauen Planeten“ sowieso, aber auch mit Ohrwürmern wie „Jede Stunde“, der Filmmusik „Über sieben Brücken…!“(beide von Karat) oder der „Berlin“-Hymne von City und dem gefühlvollen Puhdys-Song „Auf Lebenszeit“. Und letztendlich mit dem schon legendären Mitsinger „Alt wie ein Baum…!“, der von den Konzertbesuchern lautstark in den nächtlichen Himmel über Dresden mitgeschmettert wurde.

Von Wolfgang Zimmermann

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