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„Rock Challenge“ - Tanzen statt Kiffen - steigt am Mittwoch im Kulturpalast

„Rock Challenge“ - Tanzen statt Kiffen - steigt am Mittwoch im Kulturpalast

Feurige Salsamusik liegt in der Luft, als dutzende junger Mädchen in schwarz-roten Röcken die Hüften kreisen lassen. „Bamboleo“ dröhnt durch die Boxen und die Tänzerinnen reißen die Arme in die Luft, drehen ausgelassen Pirouetten.

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Proben für den Tanzwettbewerb „Rock Challenge“

Quelle: dpa

Im Hintergrund spielen ein paar Jungs auf der Gitarre. „Kurze Pause!“ sagt Heiko Vogel von der Kurfürst-Moritz-Schule in Moritzburg. Die heißblütige Szene hat es nur in einer Turnhalle gegeben.

Mehr als 200 Schüler trainieren hier für den internationalen Tanzwettbewerb „Rock Challenge“, der am Mittwoch im Dresdner Kulturpalast stattfindet. Gewinnen die Boxdorfer Schüler, wäre es für sie bereits der dritte Sieg in Folge. Zieht an diesem Abend auch nur ein einziger an einer Zigarette, darf die Gruppe nicht einmal auftreten. Beim „Rock Challenge“ sind Drogen und Alkohol tabu, auch das Glas Sekt zur Einstimmung.

„Wer erwischt wird, fliegt raus“, sagt Musiklehrer Heiko Vogel. Die Kurfürst-Moritz-Schule ist bereits seit dem ersten deutschen „Rock Challenge“ 2003 dabei. „Seitdem haben wir erst ein Mal jemanden rausgeworfen.“ Der Auftritt beim Wettbewerb sei vielen Schülern wichtiger als der Griff zur Zigarette oder zur Flasche. „Die Idee ist genial“, meint der 45-Jährige. „Man stilisiert ein Ereignis so weit hoch, dass ganz viele Emotionen darauf liegen.“ Um sich gut zu fühlen, brauche da niemand mehr Drogen.

Ursprünglich stammt der Tanzwettbewerb aus Australien. Acht Minuten hat jede Gruppe Zeit, um sich auf der Bühne zu präsentieren. Von den Kostümen bis zum Bühnenbild und der Choreographie ist alles von den Schülern selbst erdacht. In Deutschland fand der Wettbewerb bisher ausschließlich in Sachsen statt. Dort beteiligen sich jedoch auch Schulen aus den europäischen Nachbarländern wie England oder Polen.

Die Teilnehmer sind zwischen elf und 18 Jahren alt - also mitten in der Pubertät. Hält sich da wirklich jeder an die Spielregeln? So richtig überzeugt sind zumindest die Schüler nicht.

„Die meisten werden sich schon nicht erwischen lassen“, meint die 15-jährige Mareike. Gerade die Konkurrenz werde natürlich besonders aufmerksam beobachtet. „Wenn von denen irgendwelche Schüler rauchen würden, würde ich das auch sagen.“ Sie selbst werde vor ihrem großen Auftritt „auf keinen Fall“ Alkohol trinken, beteuert Mareike. Aus gutem Grund, meint Heiko Vogel. „200 Leute gucken dann auf einen runter. Das ist der Super-GAU.“

Mit dem Klischee vom kiffenden, Kette rauchenden Rocker habe die „Rock Challenge“ trotz des Namens nicht viel gemeinsam, betonen die Teilnehmer. „Das sind eher Mini-Musicals“, sagt Lehrerin Christiane Hein von der 62. Mittelschule in Dresden-Loschwitz. „Es ist von Anfang an keine Veranstaltung gewesen, wo langhaarige Rocker nachgeahmt werden.“ Sie habe „überhaupt keine Sorge“, dass ihre Schüler zur Flasche  oder gar zu Drogen greifen.

„Kann schon sein, dass es doch welche machen“, sagt die 14-jährige Svenja von der Kurfürst-Moritz-Schule. Den wahren Kick könne man sich aber auf der Bühne holen. „Da kommt dieser Adrenalinschub“, meint die Schülerin. „Manchmal muss ich dann sogar heulen.“ Da habe der eine oder andere vielleicht tatsächlich überlegt, ob er wirklich Alkohol oder Drogen brauche, meint ihre Mitschülerin Mareike. „Auf der Bühne hat man ja auch so Spaß.“

Antonia Lange, dpa

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