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Richter und Baselitz erwartet - Besonderer Kunstherbst in Dresden

Richter und Baselitz erwartet - Besonderer Kunstherbst in Dresden

Zwei der wichtigsten Gegenwartskünstler, Gerhard Richter und Georg Baselitz, stellen ab September zeitgleich an verschiedenen Orten wichtige Werke in Dresden aus.

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Georg Baselitz.

Quelle: dpa

Damit wird die sächsische Landeshauptstadt zum Hotspot für Fans der zeitgenössischen Kunst. Während Richter dabei brandneue Arbeiten erstmals öffentlich vorstellt, präsentiert Baselitz seine Auseinandersetzung mit Dresdens Alten Meistern. „Gerhard Richter - Streifen & Glas“ ist vom 14. September bis 5. Januar 2014 zu sehen und „Hintergrundgeschichten“ von Baselitz vom 21. September bis 2. Dezember.

Die zufällige Doppelpräsenz zweier der bedeutendsten Maler sei ein Glücksfall für die noch wachsende Rolle der Gegenwartskunst bei den Staatlichen Kunstsammlungen, sagt Generaldirektor Hartwig Fischer. „Wir sind glücklich, Richters Werke in dieser Vielfalt zeigen zu können und dank dem Archiv ein Zentrum der weltweiten Richter- Forschung geworden zu sein.“ Seit 2006 wird im Gerhard Richter Archiv alles Material zum künstlerischen Leben des 81-Jährigen verwahrt und zusammengetragen.

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Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: Gerhard Richter wurde 2012 80 Jahre alt.

Quelle: Ulrich Perrey

In der mit dem Kunstmuseum Winterthur (Schweiz) konzipierten Schau hat auch Richters neueste Glasarbeit Premiere, eine Weiterentwicklung der Skulptur „9 stehende Scheiben“ (2002/2010) in der Galerie Neue Meister Dresden. Der Sockel dafür steht schon auf dem Boden im Albertinum, mit zehn akkurat gebohrten Löchern. „Die fünf etwa 2,80 Meter hohen Scheiben kommen nächste Woche“, sagt der Leiter des Richter Archivs, Dietmar Elger. 31 Blätter der Serie „Elbe“, die 1957 in Dresden entstand, und die 54 Blätter „November“ von 2008 sind schon an ihrem Platz.

Im zweiten Raum stehen schon die Streifen- und Hinterglasbilder bereit, nach dem Konzept des Meisters gehängt zu werden. Richter interpretiert seit 2011 seine abstrakte Malerei mit Hilfe eines computergesteuerten Bildverfahrens neu. Das Werk „Abstraktes Bild“ von 1990 etwa wurde digital in 4069 Ausschnitte zerlegt, die Details gespiegelt, multipliziert, neu kombiniert und als bis zu zehn Meter lange horizontale Streifenbilder gedruckt. „Es ist faszinierend, wie jemand, den man bislang vor allem als Maler kannte, der Bücher machte und ein großes grafisches Oeuvre hat, plötzlich zu solchen Werken kommt, wo die Spur der Hand noch radikaler getilgt ist als in anderen Bildern“, sagt Fischer.

Die in Dresden gezeigten neuesten Exemplare haben die Nummer 927 und dann verschiedene Unternummern. „Es geht immer langsamer, weil die Produktion insgesamt nicht mehr so umfangreich ist wie zum Beispiel Ende der 1980er Jahre“, sagt Elger. „Das Domfenster für Köln hatte die Nummer 900. Nun geht es allmählich auf die Nummer 1000 zu.“ Damit alles an die richtige Stelle kommt, gibt es wie immer bei Richter ein Modell der Schau - in einem Raum die zwölf Streifen- sowie fünf Hinterglasbilder, im anderen Raum die Grafik und die Glas- Skulptur.

Baselitz bringt in den unfertigen Paraderäumen des Schlosses eigene Werke mit Bildern zusammen, denen er in den 1950er Jahren in der Gemäldegalerie begegnete. Für die Schau ließ er großformatige Reproduktionen nach Kunstwerken von Raffael, Rembrandt, Friedrich oder Monet anfertigen, denen er Arbeiten aus den vergangenen 15 Jahren gegenüberstellt. So trifft die Sixtina auf ihr Gegenbild „Statement“, Mengs Porträt der „Königin Maria Josepha“ auf ein Bildnis von Baselitz Ehefrau und Monets „Pfirsichglas“ wird zum „Volkstanz“.

Beide deutsche Kunst-Schwergewichte haben sächsische Wurzeln und studierten an der Dresdner Kunstakademie. Richter, teuerster Gegenwartskünstler der Welt, wurde hier geboren, Baselitz stammt aus der Lausitz. In der Galerie Neue Meister haben sie sogar eigene Räume mit Werken. Das Gewicht der zeitgenössischen Kunst bei den SKD soll laut Fischer weiter wachsen. „Dresden hat zwar nur 550 000 Einwohner, aber es gehört zu den größten Kunststädten der Welt, die noch ein paar Millionen mehr Menschen kennenlernen sollten.“

Simona Block, dpa

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