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Revolverheld im Interview: "Wollen uns nicht von Parteien vor Karren spannen lassen"

Revolverheld im Interview: "Wollen uns nicht von Parteien vor Karren spannen lassen"

Die Musiker von Revolverheld wollen sich mit ihren Songs von keiner Partei vor den Karren spannen lassen. „Wir sind auf andere Art und Weise politisch, schreiben sehr lebensbejahende Texte und sprechen unserer Generation wohl ab und zu ganz gut aus der Seele“, sagt Frontman Johannes Strate.

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Die Band Revolverheld gab in Dresden ein Konzert. (Archiv)

Quelle: dpa

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Dresden äußert sich der 34-Jährige auch über Karriere, Kreativität und Fußball. In Dresden gab die Band am Samstag ein Konzert.

Frage: Verbindet Ihr Eure Musik mit einer politischen Botschaft?

Antwort: Die CDU hat mal auf einer Wahlkampfparty unseren Song „Das kann uns keiner nehmen“ gespielt. Das fanden wir überhaupt nicht gut. Wir sind keine CDU-nahe Band, Parteien sollten sich unsere Songs nicht zunutze machen. Generell ist es so, dass wir uns von Parteien nicht vor den Karren spannen lassen. Wir sind auf andere Art und Weise politisch, schreiben sehr lebensbejahende Texte und sprechen unserer Generation wohl ab und zu ganz gut aus der Seele. Das ist für viele politischer, als einer bestimmten Partei nachzulaufen.

Frage: Revolverheld engagiert sich sozial. Was bewegt die Band dazu?

Antwort: Jeder Mensch hat die Pflicht dazu. Wenn man in einer Band ist, der am Abend mehrere Tausend Leute zuhören, dann muss man dafür auch etwas mehr machen. Uns war das immer ein wichtiges Anliegen. Wir haben uns gezielt ein paar Themen herausgesucht und in den letzten Jahren bestimmte Organisationen unterstützt. Aktuell sind es die SOS Kinderdörfer in Hamburg und Worpswede. In Hamburg baut man in einem SOS Kinderdorf ein Musikzentrum auf. Es ist für Kinder gedacht, deren Eltern kein Geld für Instrumente oder kein Interesse haben. Die Kids sollen dort kostenlos Unterricht bekommen. Dazu braucht man Lehrer und Instrumente. 2015 wird das starten. Ich freue mich schon darauf.

Frage: Lässt sich eine Karriere als Rockmusiker planen? Wie viel machen Handwerk und Arbeit aus, wie viel das Glück?

Antwort: Da steckt viel Arbeit dahinter. Auch wenn manche heute immer noch glauben: Musiker hängen den ganzen Tag nur herum, saufen und abends kommen dann 10 000 Leute zu den Konzerten. Dem ist nicht so. Auf dem Sofa sitzen und warten, bis das Glück mal an die Tür klopft - das wird nicht passieren. Man muss viel arbeiten, Songs schreiben, live spielen. Am Anfang gibt es kein Geld dafür. Das ist wie bei einer Firma: Man investiert jahrelang, im Zweifel kommt nie etwas zurück. Das muss man sich einfach bewusst machen. Wenn man bereit für dieses Risiko ist, dann ist es auch der richtige Job.

Frage: Revolverheld steht für deutsche Texte und melodiösen Rock. Wohin wird es stilistisch noch gehen?

Antwort . Textlich gibt es immer Veränderung, weil sich die Themen mit zunehmendem Alter verändern. Stilistisch haben wir uns bereits verändert. Vor zwölf Jahren waren wir noch eher an den New Rock angelehnt, jetzt sind wir poppiger und klingen eher nach Coldplay als nach Papa Roach.

Frage: Mit welchen Kollegen würdet Ihr gern mal eine musikalische Liaison eingehen?

Antwort : Es gibt auf diesem Planeten viele spannende Künstler. Die Liste ist lang. Wenn ich größenwahnsinnig wäre, würde ich jetzt Pearl Jam, Eddie Vedder oder Sting sagen. Aber auch in Deutschland gibt es tolle Künstler. Ich glaube, da werden wir in den nächsten Jahren ein paar spannende Kooperationen haben.

Frage: Welche Pläne hat Revolverheld für 2015?

Antwort: Wir werden im nächsten Jahr Open Air die größten Konzerte unserer Geschichte spielen. Wir sind schon aufgeregt, so viele Tickets müssen erstmal verkauft sein. Ansonsten gibt es noch ein interessantes Projekt, über das ich aber noch nicht sprechen kann. Wir haben auf jeden Fall viel vor und werden viel unterwegs sein.

Frage: Die Musiker von Revolverheld kommen aus Hamburg und Bremen. Gibt es da Einigkeit was den Fußball anbelangt?

Antwort: Überhaupt nicht. Es gibt in der Band Einigkeit über wahnsinnig viele Themen, aber nicht über Fußball. Ich bin Werder-Fan, die anderen sind für den HSV.

Zur Person: Johannes Strate stammt aus Bremen. 2002 gründete er mit Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch, Jakob Sinn und Florian Speer eine Band, die seit 2004 Revolverheld heißt. Strate ist Gitarrist und Frontmann der Band, ging aber auch schon solistische Wege. Unlängst war Revolverheld als Best German Act bei den MTV EMAs in Glasgow.

Jörg Schurig, dpa

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