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René Pape beim Musikfestspielkonzert in der Kreuzkirche - der Dresdner Bassist im Gespräch

René Pape beim Musikfestspielkonzert in der Kreuzkirche - der Dresdner Bassist im Gespräch

Er ist noch keine fünfzig und kann dennoch schon auf eine musikalische Laufbahn von fast vier Jahrzehnten zurückblicken: der weltweit gefeierte Bassist René Pape.

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René Pape ist Solist in der Elgar-Aufführung am Sonntag in der Dresdner Kreuzkirche.

Quelle: PR

Er ist einer der Solisten beim Auftakt der Dresdner Musikfestspiele in der Aufführung von Edward Elgars "The Dream of Gerontius" am Sonntag in der Kreuzkirche. Hier ist der Sänger quasi "zu Hause", war sie doch für ihn als ehemaligen Kruzianer eine der wichtigsten Wirkungsstätten. Mit neun Jahren wurde er auf Grund seiner Begabung in den Dresdner Kreuzchor aufgenommen. Er erhielt hier eine ausgezeichnete musische Ausbildung, lernte Kameradschaft und Zusammenhalt kennen, wurde zu Disziplin und Durchsetzungsfähigkeit erzogen, was ihm bei der beruflichen Karriere sehr zugute kam, wie er in einem Gespräch bestätigt. "Denn eines stand für mich schon während meiner Kreuzchorzeit fest: Ich wollte unbedingt Sänger werden und sei es nur für eine Chorposition."

Nach dem erfolgreichen Studium an der Musikhochschule in Dresden blieb ihm der oft mühsame Aufstieg von kleineren zu größeren Bühnen erspart: Er erhielt gleich einen Solistenvertrag an der Staatsoper in Berlin und fand außerdem einen tatkräftigen Förderer in Sir Georg Solti, der ihm u.a. zum fulminanten Debüt bei den Salzburger Festspielen verhalf, wo René Pape mit 27 Jahren den Sarastro ("Zauberflöte") als jüngster Vertreter dieser Partie sang. Von da an ging es mit ihm auf der Karriereleiter steil aufwärts: München, Wien, Paris, London, die Metropolitan Opera in New York und schließlich auch das Opern-Mekka Mailänder Scala, um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Man sollte den Musikern die Basis schaffen, die Hochkultur so gut wie nur möglich den Menschen vermitteln zu können. An der Kultur sollte nicht gespart werden.

In all den Jahren blieb er der Berliner Staatsoper bis zum heutigen Tage treu, was vor allem der für ihn äußerst lehrreichen und inspirierenden Zusammenarbeit mit Daniel Barenboim zu verdanken ist. Highlights für René Pape waren natürlich auch die Gastspiele in seiner geliebten Heimatstadt Dresden in der Semperoper, bei der Philharmonie und auch beim Kreuzchor.

"Ich versuche in allen Städten, wo ich öfters auftrete, mich zu integrieren, die Sehenswürdigkeiten, die Landschaft, die Lebensweise der Einheimischen kennenzulernen. Doch die Heimat ersetzt das nicht. So habe ich mich vor einigen Jahren entschlossen, meinen festen Wohnsitz wieder nach Dresden zu verlegen, und bin glücklich, hier mein eigenes Heim zu besitzen, wo ich mich allerdings zusammengerechnet nur etwa zwei Monate im Jahr aufhalten kann. Dass diese Wochen für mich nicht nur Ruhepausen, sondern gelegentlich auch Auftritte in Oper oder Konzert bedeuten, freut mich ganz besonders!"

So folgt nach dem Konzert in der Kreuzkirche Ende Juni das nächste Vorhaben, ein für René Pape ungewöhnliches Programm, wie er erzählt.: "Ich habe für das Elbhangfest vom 28. bis 30. Juni sehr gern die Schirmherrschaft übernommen, zumal es dem Jubilar Richard Wagner gewidmet ist, der ja in meinem Repertoire eine große Rolle spielt. Unter dem Motto 'Mein lieber Schwan' - bekanntlich eine Anspielung auf den 'Lohengrin' - sind mehrere interessante Veranstaltungen geplant, in deren Rahmen auch ich am 29. Juni im Pillnitzer Bergpalais mit Tom Pauls und dem Meining-Quartett der Sächsischen Staatskapelle auftrete. Tom Pauls ist mein langjähriger Freund. Unter dem Titel 'Wagner auf sächsisch' wollen wir dem großen Meister in lustiger Weise huldigen. Schon die Vorbereitungen machten mir großen Spaß, obwohl mir das humorvolle Herangehen an die Thematik natürlich schwerer fällt, als die Darstellung einer Tragödie."

Bei den zwei festlichen Saisonabschluss-Konzerten der Dresdner Philharmoniker am 6. und 7. Juni im Albertinum mit Werken von Richard Wagner ist dann René Pape als Solist mit dem Monolog von König Marke aus "Tristan und Isolde" und Wotans Abschied aus der "Walküre" wieder in seinem Element. "So sehr ich mich auch auf diese Auftritte freue, so sehr verbittert mich die Tatsache, dass eine weltweit so berühmte Kunststadt wie Dresden immer noch keinen würdigen Konzertsaal besitzt. Zunächst wurde ja schon vor Jahren dem ehemaligen Chef der Philharmonie, Marek Janowski, der Neubau fest versprochen - und das Versprechen nicht gehalten! Nachdem der Dirigent daraufhin die Konsequenz zog und seinen Vertrag kündigte, kamen die Verantwortlichen bekanntlich auf die neue Idee: Umbau des Kulturpalastes. Nach diesem unsäglichen Hin und Her in der Planung dann der glorreiche Einfall: Integrierung der viel Raum beanspruchenden Stadtbibliothek! Wie soll das gehen? Anstatt an einen Kammermusiksaal, an genügend Probenräume zu denken!

Auch ist es für mich fraglich, ob die schlechte Akustik im großen Saal ausgemerzt werden kann. Und um das Maß vollzumachen, wurde das Haus leergeräumt, die Philharmoniker mussten schon im vorigen Jahr ausziehen, und soviel ich weiß, ist mit dem Bau noch gar nicht begonnen worden. Den Musikern wurde aber zugemutet, schon jetzt in Ausweichsälen herumzutingeln, von den verschiedenen, ungewohnten Anfahrtswegen für die Zuhörer ganz zu schweigen. Eine für alle Beteiligten kaum zumutbare Situation, die mehrere Jahre dauern soll. Man muss sich wirklich fragen, ob die Politiker so schlecht beraten werden? Haben die für Kultur Verantwortlichen kein Lobby, keine Kompetenz mehr? Mir sind solche Entscheidungen, für die sich niemand verantwortlich fühlt, in höchstem Maße suspekt! Statt nur vorrangig die Mikro-Elektronik und den Tourismus zu fördern, im Traditionssaft stecken zu bleiben, sollte man den Musikern die Basis schaffen, die Hochkultur so gut wie nur möglich den Menschen vermitteln zu können. An der Kultur sollte nicht gespart werden. Ich hoffe, dass dieser Wunsch einmal in Erfüllung geht, und dass auch die Wagner-Konzerte der Philharmoniker im Juli unter Leitung von Juanjo Mena, Chefdirigent des BBC Philharmonic Orchestra, in dem - zumindest für mich - ungewohnten Ambiente des Lichthofs im Albertinum den Anklang beim Dresdner Publikum finden."

Im übrigen gibt es am 19. Januar 2014 bei der Premiere von "Elektra" und an drei folgenden Abenden in der Semperoper ein Wiedersehen und -hören mit René Pape als Orest. Und als besonde-res Ereignis wird diese Einstudierung unter der Leitung von Christian Thielemann konzertant in der Berliner Philharmonie am 28. Januar aufgeführt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2013

Livia Neugebauer

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