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Reise in die Kindheit - Die schwedische Band Francis im Dresdner Thalia

Reise in die Kindheit - Die schwedische Band Francis im Dresdner Thalia

Nicht, dass es schlecht gewesen wäre. Francis beherrschen ihre Instrumente, spielen gut zusammen, haben eingängige Songs. Sympathisch sind die vier Schweden noch dazu.

Sängerin Petra Mases und die drei Herren an Schlagzeug, Bass und Gitarre kennen sich seit ihrer Kindheit, sie sind eine kleine Familie. So harmonieren sie auch live im Thalia zusammen: Als ob sie Francis schon im Kindergarten gegründet hätten.

Wo also liegt das Problem? Das Problem liegt im Sound. Francis haben wenig Eigenes, wenig Charakteristisches. Jede zweite Band, die sich zur Zeit gründet, klingt wie Francis: verhallte Gitarre, einfache Bassläufe, Rhythmen, die wie programmiert erscheinen, und Synthies. Darüber meist eine Frauenstimme. Alles sehr sparsam und reduziert. Angestoßen haben diesen Trend The XX mit ihrem Debütalbum 2009, in eine neue Richtung hat James Blake die Reduktion 2011 gelenkt. Dazwischen all die Bands, die man problemlos austauschen kann, die weder schlecht noch gut sind und als Paket geschnürt den auf alles passenden Stempel "Indie" verpasst bekommen haben. Eines ist dabei sicher: Die Band vergisst man spätestens nach zwei Wochen wieder. Francis haben wenig, um sich von dieser Masse abzuheben. Sängerin Petra Mases singt sehr gut und stellenweise auch mit viel Energie, doch Stimme, Betonung und Gesangslinien hat man schon hundertfach gehört. Eine große Show braucht man auch nicht erwarten, die Band wirkt eher schüchtern: Viel mehr als "thank you" bekommt man nicht zu hören. Es kommt keine richtige Verbindung zum Publikum zustande.

Francis haben aber zwei Dinge, die sie doch ein wenig interessanter als den Durchschnitts-Indie-Pop machen: Das erste ist ein Schlagzeuger, der mehr auf den Rand seiner Trommeln haut, als auf die Trommeln selbst. Das führt zu einem eigenen perkussiven Sound, den Francis in ihrem Video zur Single "Traktor" treffend durch das Trommeln auf einem Baumstamm visualisiert haben. Und damit sind wir auch beim zweiten Grund: Nämlich eben jenem Song. "'Traktor' handelt von unserer Kindheit", sagt Petra Mases. Ein unbeschwertes Stück, mit entspannten Chören und positiver Stimmung. Als Francis "Traktor" im Thalia-Kino anstimmen, erheben sich Zuschauer von ihren Plätzen und fangen an zu tanzen. Für einen Moment hat man das Gefühl, dass sich Zuschauer und Band schon seit ihrer Kindheit kennen. Falk Ulshöfer

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.03.2012

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