Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+
Regensburger Domspatzen in der Frauenkirche

Regensburger Domspatzen in der Frauenkirche

Sie kommen immer wieder gern in die Dresdner Frauenkirche - die Regensburger Domspatzen, die seit 21 Jahren unter der Leitung von Roland Büchner stehen. Und das ist auch gut so.

Dresden. Sie kommen immer wieder gern in die Dresdner Frauenkirche - die Regensburger Domspatzen, die seit 21 Jahren unter der Leitung von Roland Büchner stehen. Und das ist auch gut so, zum einen wegen der exquisiten Klangkultur dieses süddeutschen Knabenchores und andererseits wegen der stets sehr besonders und klug zusammengestellten Programme. Auch diesmal präsentierten sie sich mit einem hohen Leistungsstandard, der die in reichem Maße vorhandenen chorischen Tugenden ins rechte Licht rückte: die klangliche Homogenität des Ensembles, optimale Biegsamkeit des Klangs, untrügliche stilistische Souveränität, stimmliche Noblesse - es gab fast nichts auszusetzen, sieht man einmal von der zuweilen mäßigen Artikulation ab. Auf wundersame Weise kam auch dieses Gastensemble mit der heiklen, halligen Raumakustik bestens zurecht.

Das Programm selbst, das inhaltlich vor allem auf die Gottesmutter Maria Bezug nahm, enthielt neben anderen Komponisten einen umfangreichen polnischen Anteil und spannte den Bogen von der Renaissance bis hin zur Gegenwart, was weder gestalterisch noch musikalisch irgendein Problem für Roland Büchner und seine Choristen darstellte.

Als lebhaft und kontrastreich entpuppte sich gleich der Einstieg mit der Motette "Laudate pueri" des 2014 verstorbenen Józef Swider. Zu den Vertretern der neueren, wenn auch die musikalischen Traditionen nicht verleugnenden polnischen Kirchenmusik sind Andrzej Koszewski und Milosz Bembinow zu rechnen. Sehr sensibel und besonders klangschön vertieften sich die Regensburger Domspatzen in die kunstvoll ausgeschmückte Klangwelt des "Ave Regina" des zuerst genannten und in den innigen Satz "Regina coeli" des letzteren.

Eine enge Verbindung besteht kompositorisch zwischen Palestrina und dem in seiner Nachfolge wirkenden Polen Grzegorz G. Gorczycki. Sehr fein und durchsichtig bis ins Detail sangen die Gäste das "Laudate Dominum" des italienischen Renaissance-Meisters der erhabenen Einfachheit. Zum besonderen, musikalisch ausgefeilten Schmuckstück des Konzerts geriet dann Gorczyckis freudig bewegter Lobgesang "Omni die dic Mariae".

Es gibt Chorsätze, um die kein solches Ensemble namentlich bei dieser Art Tourneekonzerte herumkommt und die man als Hörer folglich immer wieder aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Hier waren es Andreas Hammerschmidts sechsstimmige Fassung des 51. Psalms - in wunderbar schlanker Klanglichkeit interpretiert - und Anton Bruckners "Locus iste". Dieser besonders für Kirchweihfeste sehr beliebten Motette ließen die Regensburger Domspatzen alle notwendige Schlichtheit angedeihen.

Überhaupt spielten Kompositionen mit einer tiefen Verwurzelung in der Spätromantik eine große Rolle in dem Konzert. Man denke etwa an den Schweden Otto Olsson oder Michael Haller, der im ausgehenden 19. Jahrhundert auch einmal ein Amtsvorgänger Roland Büchners war. Es spricht für den kultivierten Geschmack und die wohl überlegten Gestaltungsansätze des Chores, dass gerade deren Vertonungen sakraler Texte sehr feinsinnig und nicht überbordend üppig herüberkamen.

Josef Gabriel Rheinbergers kleines Abendlied stand am Ende des Konzerts und wurde von den Regensburger Domspatzen so innig und berührend gesungen, wie man es sich nur immer wünschen kann.

Frauenkirchenkantor Matthias Grünert bereicherte an der Orgel das Konzert auf sehr delikate Weise: Bachs herrlicher, in den Rahmensätzen virtuos funkelnder G-Dur-Fantasie (BWV 572) und im echten Kontrast dazu mit Mendelssohns 6. Orgelsonate aus op. 65. Eindrucksvoll differenziert gab er hier den Variationen über den Choral "Vater unser im Himmelreich" Gestalt.

von Mareile Hanns

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr