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Rechtsstreit zwischen Dorny und Sachsen geht in die nächste Runde

Rechtsstreit zwischen Dorny und Sachsen geht in die nächste Runde

Es ist ein zähes Ringen, ein Abwägen, ein Vor-und-Zurück, ein Stillstand. Auch gestern saßen die Verfahrensbeteiligten dieses Rechtsstreits wieder im Dresdner Landgericht beisammen, lediglich von wenigen Journalisten im Saal flankiert.

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Quelle: dpa

Dresden. Und auch gestern kam es - nicht unerwartet - wieder zu keiner Einigung. Die Karre sitzt fest. Anders kann der Stand der Dinge in der juristischen Auseinandersetzung zwischen dem einstmals designierten Semperoper-Intendanten Serge Dorny und dem Freistaat Sachsen wohl kaum beschrieben werden.

Der Streit dreht sich, wie so oft, ums Geld. Anders ausgedrückt: Dorny will eine Abfindung erwirken. Ihm war im Februar 2014, sechs Monate vor seinem geplanten Amtsantritt an Dresdens Semperoper, vom Freistaat gekündigt worden (DNN berichteten). Damals arbeitete er bereits mit einem sogenannten Vorbereitungsvertrag in Dresden. Das Kunstministerium unter der damaligen Ressortchefin Sabine von Schorlemer sah nach eigener Darstellung Vertrauen verspielt. Dorny hingegen betrachtete sich als Opfer eines Kompetenzstreites mit Christian Thielemann, dem Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle.

Die Prozessparteien blieben gestern aber unverändert bei ihren Standpunkten. Der Freistaat in Person seines Vertreters Marc Steffek verlangt weiterhin, dass Dornys Bezüge als Intendant der Oper Lyon, wohin er nach seinem missglückten Dresden-Intermezzo zurückgekehrt war, offengelegt werden. "Wir machen keinen Vergleich, wenn wir keine Rechnungsgrundlage haben", sagte Steffek. Sein anwaltliches Gegenüber Ernesto Loh, der Dorny vertritt, wies dieses Ansinnen erneut zurück. Zu einer bereits früher vom Vorsitzenden Richter Stephan Schmitt angeregten Mediation ist es bislang nicht gekommen.

Was gestern publik wurde, waren die genauen Jahresbezüge Dornys, die der Belgier an der Semperoper erhalten sollte. Sie wurden mit 342 000 Euro beziffert. Damit wäre seine auf fünf Jahre angelegte Intendanz an der Oper mit gut 1,7 Millionen Euro dotiert gewesen.

Schmitt schlug sich gestern zumindest in der Frage der Offenlegung von Dornys aktuellen Bezügen in Lyon eher auf die Seite Steffeks. Es mache wenig Sinn, ohne Unterlagen über Zahlen zu reden, sagte Schmitt.

Nach rund dreißigminütiger Verhandlung ließ Schmitt wissen, dass er am 25. November eine Entscheidung verkünden werde. Wie die aussehen kann, ist völlig offen. Angesichts der derzeitig festgefahrenen Gespräche war gestern zumindest für Steffek nur eins folgerichtig: Dass sich die Prozessparteien so oder so mit hoher Wahrscheinlichkeit in der nächsten Instanz wiedersehen werden.

Torsten Klaus

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Gericht:

Die fristlose Kündigung des designierten Semperoper-Intendanten Serge Dorny ist zu Unrecht erfolgt. Das entschied die 1. Zivilkammer des Dresdner Landgerichts am Dienstag. Richter Stefan Schmitt wertete die im Februar 2014 erfolgte Kündigung als „völlig übereilt“ und als Überreaktion.

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