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Rainer König lädt im Dresdner Comedy- & Theaterclub zum Striptease-Abend

Rainer König lädt im Dresdner Comedy- & Theaterclub zum Striptease-Abend

Ein wahrhafter, ein echter und ein wirklicher erotischer "Schdribbdiss" sollte diesen Abend krönen. Das klingt ja doch schon mal richtig gut. Infolgedessen war der Comedy & Theaterclub im historischen Kellergewölbe auf der Hauptstraße 13 in der Dresdner Neustadt kürzlich auch bis auf den letzten Sandsteinwinkel gefüllt.

Immerhin hatte doch mit Rainer König eines der Urgesteine der Dresdner Pantomimen das Zepter des Handelns übernommen.

Er redete auch nicht lange um den heißen Brei. In die bunte und aufregende Welt des "Schdribbdiss" wolle er sein Publikum entführen. Dazu wurde das Licht stimmig gedimmt, aus den Lautsprechern tönte ein laszives Fingerschnippsen, und mit "Fever" erklang dann die erotisierende Begleitmusik. Der weibliche Teil des Publikums verdeckte mit der rechten Hand schon mal dezent die Augen, den Männern dagegen stand eindeutig die Vorfreude auf den Anblick weiblicher Nackt- beziehungsweise Schönheit ins Gesicht geschrieben.

Claudia aber ließ auf sich warten. Schon zum dritten Mal hatte der Conferencier den Arm erhoben, schon zum dritten Mal hatte er mit den männlichen Besuchern das Ein- und das Ausatmen geübt, und schon zum dritten Mal erklang der Tusch - Claudia aber blieb unsichtbar. Doch was ein echter Moderator ist, dem fällt auch in solch brenzligen Situationen immer noch etwas ein. Er beginnt kurzerhand mit seinem Publikum zu plaudern: über die Normalität von Handschellen in den Nachtschränken oder darüber, wie die Ossis 1989/90 die ersten Sexshops stürmten. Zu einer kleinen Fachsimpelei über Sex-Clubs lädt er die Männer ein. Doch so richtig will keiner mitziehen. Claudia aber lässt sich auch nach 45 Minuten noch nicht blicken. Die Stimmung im Publikum beginnt umzuschlagen, es wird langsam ungemütlich.

Doch Rainer König hat noch ein paar Eisen im Feuer. Zum Beispiel einen "Hausfrauenstrip": zunächst nach der Musik von "Je t'aime", dann nach einem Helene-Fischer-Schlager. Die abwesende Claudia aber gerät im Publikum keineswegs in Vergessenheit. "Wo bleibt die denn?", fragt laut ein verärgerter Besucher. Und ein anderer meint: "Da kann man sich doch entschuldigen!" Die beiden halten das Spiel für echt. Rainer König versucht zu retten, was eventuell noch zu retten ist. Auch als die ersten beiden Besucher gen Ausgang streben. Er versucht abzulenken und erinnert sich, Claudia habe ihm des öfteren erklärt, welche große Kunst es ist, ein Publikum warten zu lassen. Claudia würde diese Kunst auch perfekt beherrschen.

Schließlich muss König in den sauren Apfel beißen - also den Strip selbst absolvieren. Er selbst wird zu Claudia und beginnt den "Schdribbdiss". "Stellen Sie sich vor, dass Claudia nun hier vorn auf und ab geht..." Und fügt sehr laut an: "Das werden Sie sich wohl noch vorstellen können."

nächste Aufführungen: 1., 8. und 14. Mai jeweils 20 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2015

Wolfgang Zimmermann

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