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Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung beleuchten in Dresden ihre "Berliner Republik"

Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung beleuchten in Dresden ihre "Berliner Republik"

Knapp 2000 Fans haben am Dienstagabend im Alten Schlachthof in Dresden mit Rainald Grebe und dessen "Orchester der Versöhnung" eine Rundreise durch die "Berliner Republik" unternehmen dürfen.

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Quelle: Stephan Lohse

Rund drei Stunden lang beleuchtete der Kabarettist und Liedermacher die Befindlichkeiten des Landes und seiner Bewohner und bewies dabei einmal mehr seine Beobachtungsgabe.

Trotz einer heftigen Erkältung, von der Grebe zu Beginn berichtete, boten er und seine neun Musiker den Dresdnern die erhofft große Show. Entlang der neuen Live-Platte "Berliner Republik'" hangelte sich Grebe durch den Abend, blieb mal nah an der CD, mal entfernte er sich weiter. Einige Lieder wurden gedehnt, andere kaum angedeutet - immer mit Grebe und dessen Begleitern, die mit Bläsern, Orgel oder DJ den Entertainer-Qualitäten des Frontmanns einen hervorragenden Soundteppich boten.

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Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung mit "Berliner Republik" zu Gast in Dresden

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Und nach mehreren "zahmeren" Programmen ist Grebe mit "Berliner Repubik" wieder zu alter Bissigkeit zurückgekehrt. Im Gegensatz zu so manch Kabarettisten haut er aber nicht mit dem Holzhammer drauf auf das, was ihn stört. Vielmehr stellt er in seinen Liedern und Ansagen Befindlichkeiten, Marotten und Probleme bloß, was sich unter anderem in "Bundestagswahl", "Kokon" oder "Advent" wunderbar anhört. Aber auch den direkten Weg beherrscht er, wie in seiner Anklage gegen das Sanifair-System an Autobahnraststätten.

Es sind die kleinen Absurditäten, aus denen er sein Programm zieht, Jagdlieder-Verzeichnisse, ein Foto mit Eckart von Klaeden vor einem Bismarck-Gemälde oder die Geschichte von Dieter Tschorn, der Halloween in Deutschland salonfähig gemacht hat.

Drumherum gibt es die Grebe-typischen Ansagen, Anarchie und buntes Durcheinander. Da muss der Bassist aufs Laufband, eine Klatschmaschine wird präsentiert, das Publikum darf zum Rauchen auf die Bühne, Schlagzeuger Martin Brauer übernimmt kurz Grebes Job in der Mitte der Bühne. All das stimmt, das Timing ist nach zig Jahren auf der Bühne meist perfekt, doch irgendwas fehlt.

Denn Rainald Grebe ist inzwischen "oben" angekommen, wie er in der ersten Zugabe selbst besingt, und füllt eben nicht mehr nur die Scheune, sondern den Kulturpalast und den Schlachthof. Und mit der Menge des Publikums steigt auch die Entfernung. So ist der Applaus mit am Größten, als Grebe zusammen mit Martin Brauer und Marcus Baumgart einen Ausschnitt des "Volksmusik"-Programms von 2007 herausholt - eine Erinnerung an frühere Tage. Auch die Klima-Hymne Sachsen (wo die crossen Chicks auf der Palme wachsen) fehlt nicht.

Ein Zurück gibt es wahrscheinlich nicht mehr. Doch es gibt Auswege. So erleben die Dresdner das fast unausweichliche "Brandenburg" auf sorbisch. Überraschen kann Rainald Grebe sein Publikum noch immer.

Eine ausführliche Rezension des Konzerts lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der DNN vom 17. April!

Stephan Lohse

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