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Räume sind ein Schlüsselthema - Dresdner Kreativwirtschaft zieht Bilanz

Räume sind ein Schlüsselthema - Dresdner Kreativwirtschaft zieht Bilanz

Vor zwei Jahren hat der Werbefachmann Maik Roßmann den Branchenverband "Wir gestalten Dresden" (WGD) mit aus der Taufe gehoben. Stephan Hönigschmid hat mit dem Vorstandsmitglied über die Ziele des Vereins gesprochen.

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Maik Roßmann möchte, dass sich die Kreativen in Dresden noch besser vernetzen und ihre Leistungen sichtbar machen.

Quelle: Andor Schlegel

Frage: Aus welchen Motiven heraus hat sich "Wir gestalten Dresden" gegründet?

Maik Roßmann: In der Dresdner Kreativbranche sind - verglichen mit anderen Branchen - extrem viele Leute als Einzelkämpfer und mit Kleinfirmen unterwegs. Wir möchten hier Leistungen sichtbar machen, die Leute vernetzen und als Lobby die Rahmenbedingungen mitgestalten.

Welche Rolle hat die von der Stadt in Auftrag gegebene 80 000 Euro teure Studie über die Kreativwirtschaft gespielt, die 2011 fertig geworden ist?

Die Beauftragung der Studie zeugte ja von vorhandener Aufmerksamkeit - hier hat die Verwaltung den ersten Schritt getan und im Ergebnis stehen etliche Empfehlungen. Damit das sinnvoll angegangen wird, braucht es mehr als Runde Tische zur Auswertung und darüber hinaus auch Kontakte in die Branche. Hinzu kommt, dass weitere konkrete Impulse und Bedarfe aus der Branche heraus formuliert werden mussten - es gab nur schlicht keinen Ansprechpartner. Unsere Partnerschaft mit der Wirtschaftsförderung seit Sommer 2013 ist ein konkretes Ergebnis dieser Empfehlungen.

Warum versteht die Stadt die Kreativwirtschaft nicht?

Was Kultur- und Kreativwirtschaft als Branche ausmacht, braucht Erläuterung. Da geht es nicht nur Dresden so, das ist ein generelles Thema - wir sind hier seit 2011 aber einen großen Schritt gegangen. Kleine Firmen mit maximal drei, vier Mitarbeitern und Selbstständige hat das Ressort Wirtschaft strategisch weniger auf der Rechnung. Hier arbeitet jedoch der Großteil der Branche. Das Ressort Kultur wiederum denkt primär nicht in Markt und Wettbewerb oder Industrie-Kooperation. Die Kultur- und Kreativwirtschaft liegt aber bei den Beschäftigtenzahlen in Sachsen zwischen Maschinen- und Automobilbau und bringt klassischen Industrien entscheidende Impulse.

Ist es auch eine Frage der Mentalität?

In gewisser Weise ja - wir wünschen uns mehr Mut zu kooperativem und ressortübergreifendem, auch innovativem Denken und Handeln. In Dresden gibt es unserer Meinung nach eine zu einseitige Konzentration auf Bestehendes. Unsere Branche ist der Mutterboden, aus dem sich letztlich die Entwicklung der Kulturszene insgesamt speist - die Impulse dafür kommen aus etablierten Agenturen und vom prekär arbeitenden Theatermaler gleichermaßen, beide sind essenziell.

Was soll die Verwaltung tun?

Räume sind sicher ein Schlüsselthema: Wo sich kreative Milieus treffen und Entwicklungsfreiraum finden, entstehen die spannendsten Firmen, Projekte und Ideen. Gilt für das Silicon Valley und Berlin wie für Dresden. Stichworte sind dabei zum Beispiel die Feuerwache Katharinenstraße oder das Drewag-Areal in der Lößnitzstraße. Als Beispiel vielleicht die Produktdesigner von "Paulsberg": Ursprünglich haben vor einigen Jahren ein paar Absolventen hoch experimentell versucht, aus Karbonmatten und Beton Möbel herzustellen. Budget kaum da, man experimentierte auch in einem unsanierten Haus am Schützenplatz, das jetzt gerade abgerissen wird. Hier entstehen eben auch Erfolgs-Storys: Heute ist die Firma etabliert und als Impulsgeber extrem gut vernetzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2014

STH

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