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Pupkulies & Rebecca: Chanson-Pop in der Scheune

Pupkulies & Rebecca: Chanson-Pop in der Scheune

Ihr knapp einminütiges Akkordeon-Intro "Looking For The Sea" ist ein Versprechen. Die Stimme singt davon aufzubrechen, um das Meer zu suchen und erst zurückzukommen, wenn sie es gesehen hat.

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Rebecca und Janosch aka Pupkulies & Rebecca.

Quelle: PR

Neun Lieder vergehen, bis die Stimme dann nochmal zum vierminütigen "Looking For The Sea"-Endsong anstimmt. Dazwischen steht die Suche des Projekts Pupkulies & Rebecca. Vor allem die nach dem passenden Mischverhältnis von elektronischer Musik und Songstruktur.

Rebecca Gropp und Janosch Blaul arbeiten seit über sechs Jahren miteinander. Auf dem ersten Album "The Way We" (Normoton, 2006) hatten sie noch unterschiedliche Nachnamen und keinen Sepp Singwald oder Rob Steiger als Soundtüftler an ihrer Seite. Da klangen die Songs noch um einiges technoider, dem Berliner Einfluss Janosch Blauls geschuldet. Doch Rebecca sang auch dort schon hier und da mal mit. Drei Alben später ist mit "Looking For The Sea" (Normoton, 2012) etwas entstanden, das sich noch viel weiter aus jenem Fenster lehnt, hinter dem der monotone Clubsound dröhnt, vor dem aber gerade eine fröhliche Gartenparty stattfindet, auf der viel gesungen wird. Das Werk ist in Südfrankreich entstanden, Wasser gibt's da auch, das muss man eigentlich gar nicht lange suchen.

Doch die Suche ist hier etwas Gewolltes. "Dubbig-minimaler Chanson House Synthpop" sagen die Blauls zu dem Sound, den sie fanden. Eine Beschreibung, die viel sperriger klingt als das, was sie umschreiben soll. "La Vie Est Belle", das Leben ist schön, in ihrem Fall schön housig, mit einfachen Botschaften. Nicht zu verschwurbelte Texte, das Lied im Sinne des Grooves, immer wieder nur in den Rhythmus rein gehauchte Worte, nie so sperrig, als dass man doch mal genauer hinhören müsste.

So rauscht das Album ein paar Mal vorbei, bis man sich fragt, was deren Suche nach dem Meer denn eigentlich mit einem selber macht, der hier in der Stadt arbeitet und schwitzt. Und tatsächlich: Surrt nicht der Ventilator jetzt im Takt vom stampfend-fröhlichen "Fou De Toi"? Trommelt "Ici" nicht mit seinem basalen französischen Wortbausatz auf dem Eisfach des Kühlschranks? "Fullest Moon" mit seiner Akustikgitarre, spärlicher Percussion und ein paar verträumten Klaviertönen ist nur die kleine Verschnaufpause für die wippenden Haushaltsgeräte, damit sie beim darauf folgenden "La Vie Est Belle" wieder aufgekratzt mitschwingen können.

Und dann, dann ist die Stimme plötzlich wieder am Meer. Das Akkordeon setzt genauso ein wie zu Beginn, doch der Song zieht auf Geigen und Glöckchen weiter: "Hast du jemals das Meer gesucht?", "Bist du jemals losgezogen?", "Morgen werde ich aufbrechen, um das Meer zu sehen." Ob die Stimme das Meer schließlich gefunden hat, bleibt offen. Es ist ihr Versprechen an die Zukunft. Juliane Hanka

morgen spielen Pupkulies & Rebecca in der Scheune. Beginn ist 22 Uhr. Karten kosten 12 Euro an der AK, dafür gibt es noch Felkon (live), LEiSE und John Tale zu hören.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2012

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