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Probenräume zu vermieten: Dresdner Konzept von Initiative der Bundesregierung preisgekrönt

Probenräume zu vermieten: Dresdner Konzept von Initiative der Bundesregierung preisgekrönt

Das Miet-Probenraumkonzept Volume11 darf sich seit gestern Abend "Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2013" nennen. Im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung wurden zum vierten Mal insgesamt 32 Unternehmer und Start-ups in Berlin geehrt, die sich mit außergewöhnlichen Geschäftsideen und besonderem Unternehmergeist aus der Masse hervorheben, teilten die Organisatoren mit.

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Preisgekrönt: Nils Burchartz und das Konzept von Volume11.

Quelle: Lars Müller

Bargeld gibt es zwar nicht, aber eine professionelle Begleitung bei der weiteren Firmenentwicklung. 565 Projekte hatten sich um den Titel der Kultur- und Kreativpiloten beworben.

Seit mehr als zwei Jahren behaupten sich Nils Burchartz und Andreas Lichterfeld mit Volume11 nach eigenen Angaben erfolgreich in der Musikszene Dresdens. Sie bieten fünf Band- und einen Soloprobenraum für Hobby- und Profimusiker zur Miete an. Die beiden Schlagzeuger, Jahrgang 1980 beziehungsweise 1982, wollten endlich ein Konzept gegen den notorischen Mangel an Proberäumen schaffen und dabei zugleich den Musikern so viel wie möglich zeitlichen Freiraum geben.

Dazu haben die beiden kreativen Köpfe die Etage eines ehemaligen Verwaltungs- und Werkstattgebäudes der Post in der Löbtauer Straße 80 gemietet. Ehemalige Büros wurden von den beiden umgebaut, mit zusätzlichen Trockenwänden und Verkleidungen schallisoliert. In die Ausstattung der Probenräume mit Technik und Instrumenten wie Verstärkern, Schlagzeugen oder E-Gitarren seien rund 15 000 Euro gesteckt worden, sagt Burchartz.

Die Musiker und Bands können sich die Räume online reservieren und gehen dabei keinerlei weitere Verpflichtungen ein. Wer einmal im Monat proben will, mietet sich nur einmal in vier Wochen ein. Wer täglich kommt, reserviert sich täglich einen der Probenräume. Die Mietdauer kann von einer Stunde bis zu einem ganzen Tag reichen, die Mietpreise liegen zwischen drei Euro für eine Stunde im Soloraum und 80 Euro für den ganzen Tag im 35-Quadratmeter-Bandraum.

Die Zahlungsmoral der mitunter klammen Musiker sei gut, abgerechnet werde immer in bar nach den Proben. Hochbetrieb herrsche vor allem mittwochs und donnerstags, erklärt Burchartz. Rund 500 Personen seien bei Volume11 registriert. Etwa 50 bis 70 Bands proben regelmäßig hier. Die Altersspanne der Musiker reicht vom Schüler bis zum 60-jährigen Profi.

Burchartz, Magister für Philosophie, Amerikanistik und Musikwissenschaft will den Service von Volume11 allmählich erweitern. So baut er zurzeit gemeinsam mit seinem Mitstreiter einen Vertrieb von Schlagzeugen und Becken auf, hat exklusive Vereinbarungen mit mehreren Herstellern. Zudem können sich Bands Aufnahmetechnik ausleihen und auf bis zu 16 Spuren ihre Musik speichern und später am PC nachbearbeiten. Burchartz und Lichterfeld planen noch ein Bandcoaching zu initiierten, bei dem erfahrene Musiker jungen Bands beim Aufbau und der künstlerischen Selbstfindung unter die Arme greifen. In Dresden soll es bis zu 800 Bands oder zumindest lose Vereinigungen von Leuten geben, die regelmäßig gemeinsam Musik machen.

Wer zu Volume11 kommt, wird an einem professionellen Tresen empfangen. Dort gibt es Kaffee, Erfrischungsgetränke oder Schokoriegel als Nervennahrung zu kaufen. Auch Drumsticks für Schlagzeuger, Ohrstöpsel oder Leihinstrumente halten die Jungunternehmer vorrätig. Der Name Volume11 ist eigentlich aus einem Gag geboren: In der Musikerszene ist der Film "This is Spinal Tap" legendär, in dem ein Gitarrenverstärker einer Metal Band auf Lautstärke 11 gedreht wird - üblicherweise enden Verstärkerskalen mit der 10. Im alten Postgebäude ist der Name Programm, schließlich dürfen Saitenquäler und hochmotivierte Schlagzeuger hier auch alles geben, was in ihnen steckt. Angesichts fehlender Nachbarn weit und breit wird sich niemand über wummernden Lärm beschweren.

Bei den Bands kommt das Konzept an. Gregor Arndt von "Internal Decay" sagt: "Für uns kam das Angebot sehr gelegen, als wir vor eineinhalb Jahren begannen, in Dresden zu proben." Einen eigenen festen Proberaum zu bekommen, war so gut wie unmöglich. Zwei der Bandmitglieder kämen zudem von außerhalb, sagt Arndt. "Die brauchen hier wirklich nur ihre Instrumente mitzubringen." Das Schleppen weiterer Technik entfällt. Nur die Probeplanung komme zu Stoßzeiten wie zum Semesterbeginn manchmal durcheinander, weil es dann schwierig werden könne, kurzfristig einen freien Raum im Volume11 zu bekommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.07.2013

Lars Müller

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