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Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel wandelt erneut auf Solopfaden - Am Donnerstag ist er in der Schauburg

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel wandelt erneut auf Solopfaden - Am Donnerstag ist er in der Schauburg

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel ist wieder solo unterwegs. Am Donnerstag kommt er mit seinem fünften Album und ohne Bandkollegen in die Schauburg. Auch vielen Aktionen gegen Rechts leiht Krumbiegel sein Gesicht.

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Quelle: Cover

Im Interview erzählt der Bundesverdienstkreuzträger von Verantwortung beim Komponieren, Publikumsnähe und dem Mutterschiff Die Prinzen.

Frage: Ihr aktuellen Album heißt "Ein Mann, sein Klavier und ihr". Inwiefern hat das Publikum ihre Songs beeinflusst?

Sebastian Krumbiegel: Die Platte ist während meiner Tour im letzten Jahr entstanden. Ich habe mir zum Prinzip gemacht, nach den Konzerten noch zu bleiben und mit den Leuten zu reden. Da gibt es immer wieder Begegnungen, die dich inspirieren. Der Song "Liebe und Musik" ist genau an so einem geselligen Abend entstanden. Ich schreibe sozusagen viel mit den Leuten zusammen.

Gibt es einen thematischen roten Faden, der sich durch das Album zieht?

Die Platte ist eher eine Art Tagebuch. Das, was ich im vergangenen Jahr erlebt habe, schlägt sich in irgendeiner Form nieder. Ich glaube, das ist das Geheimnis: mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und die Sachen aufzuheben, die am Wegesrand liegen.

Sie sind politisch sehr engagiert. Man hat den Eindruck, dass Ihnen eine Aussage in Ihrer Musik sehr wichtig ist. Trotzdem ist das Album sehr unpolitisch geworden.

Ja, das ärgert mich fast ein bisschen. Ein Song über die Flüchtlingsmisere ist gerade fertig geworden, nachdem ich im Studio war. Der kommt auf das nächste Album. Man kann nicht aus Prinzip sagen: Ich mache jetzt einen Polit-Song. Wenn so was kommt, dann kommt es einfach. Aber ich will niemanden belehren.

Also sehen Sie Ihr politisches Engagement und Ihre Musik eher getrennt?

Ich würde mich auch für Dinge einsetzen, wenn ich Straßenbahnfahrer oder Klempner wäre. Dann würden das die Leute nur nicht so mitkriegen. Für mich gehört das schon zusammen, als Künstler eine Haltung zu haben. Ich sehe auch ein, dass ich der Gesellschaft mitunter "den Spiegel vorhalten" muss.

Haben Sie diese Verantwortung beim Komponieren im Hinterkopf?

Nein, wirklich nicht. Mit Musik eine Verantwortung für Leute zu haben, lehne ich sogar ab. Da bin ich eher egoistisch. Ich muss das gut finden, was ich mache. Wenn es anderen gefällt, freue ich mich. Aber ich ziehe nicht mit einem Bildungsauftrag los.

Werden Sie sich in Zukunft trotzdem weiter politisch engagieren?

Ja, da steht immer etwas auf der Tagesordnung. Ich beteilige mich an der Aktion "Störungsmelder" und spreche mit Schülern über Rechtsextremismus. Als nächstes möchte der Verein des ehemaligen KZ Buchenwald mit mir arbeiten. Andererseits bin ich in erster Linie Musiker. Ich möchte meine Platte jetzt in vielen Clubs und Kneipen vorstellen. Und auch mit den Prinzen steht Einiges an!

Ist ein neues Prinzen-Album in Planung?

Ja, im Frühjahr 2015 erscheint eine neue Platte. Anfang März waren wir zusammen eine Woche auf Mallorca und haben Songs geschrieben. Da haben wir gemerkt: Es gibt noch eine kreative Quelle, da zuckt noch was. Schon diesen Herbst werden wir wieder auf Tour gehen.

Sind Ihre intimen Soloauftritte der Ausgleich zu den großen Prinzen-Konzerten?

Unbedingt. Wir sind in dieser Besetzung seit fast 25 Jahren zusammen und das ist schon der Hammer. Manchmal denke ich, wir kennen uns schon zu gut. Deswegen lassen wir uns zwischendurch alle unseren Freiraum. Aber Die Prinzen sind nach wie vor das Mutterschiff.

Sebastian Krumbiegel, Donnerstag 20 Uhr, Schauburg, Tickets 25 Euro

Sebastian Krumbiegel: Ein Mann, sein Klavier und ihr. Grosse Freiheit (Indigo)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2014

Friederike Ostwald

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