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Preisträger des Ermer-Preises zeigen ihre Arbeiten im Oktogon

Gute Wahl Preisträger des Ermer-Preises zeigen ihre Arbeiten im Oktogon

Die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) ist erneut - zum siebenten Mal - Präsentationsort der mit dem Marion-Ermer-Preis Gewürdigten. Der Preis erlebte 2015 seine dreizehnte Auflage.

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Raumeindrücke

Quelle: Fabian Glass

Dresden. Die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) ist erneut - zum siebenten Mal - Präsentationsort der mit dem Marion-Ermer-Preis Gewürdigten. Der Preis erlebte 2015 seine dreizehnte Auflage. Glückliche Empfänger der jeweils mit 5000 Euro dotierten und von einem Einzelkatalog begleiteten Auszeichnung sind die aktuellen beziehungsweise bis in jüngste Zeit gewesenen Meisterschüler Andrey Klassen (Dresden), Falk Messerschmidt (Leipzig), Marten Schech (Dresden) und Ivana de Vivenco (Leipzig).

Die vier stellen sich aus diesem Anlass in einer qualitativ ansehnlichen, vom Dresdner Kunstwissenschaftler Holger Birkholz kuratierten Ausstellung im Oktogon vor. Gut tut der Preisträgerausstellung, dass sie sich tatsächlich als durcharrangierte Schau zeigt, in der die Arbeiten - sie stammen aus jüngster Zeit beziehungsweise wurden für den aktuellen Zweck geschaffen - miteinander in Beziehung gesetzt sind.

Gerüstskulpturen: Marten Schech

Ob ihres zentralen Platzes fällt eine kubische Konstruktion ("Block", 2013) aus kleineren, Nutzspuren tragenden Stäben - sie waren mal Teil von Silvesterraketen - von Marten Schech (geb. 1983) ins Auge. Diese Arbeit des gebürtigen Hallensers (seine Kindheit verbrachte er in Halle-Neustadt) nimmt den Körper des Hauptgebäudes der Franckeschen Stiftungen auf, anknüpfend an frühere denkmalpflegerische Tätigkeit in Halle, bevor Schech an der HfBK bei Wilhelm Mundt studierte. Der junge Künstler lehnt seine Plastiken an historische Bauformen an. Obendrein reagiert er mit "Eingriffen" auf das historisch geprägte, Spuren der einstigen Zerstörung tragende Gebäude der Kunstakademie. So fertigte er für die frühere Bibliothek ein in eine Nische eingepasstes "Stützgerüst", während an anderen Stellen Metallklammern Wände gegen Risse "sichern". Interessant ist, dass sich Marten Schech mit seinen Gerüstskulpturen mit ähnlichen, vom Fachwerk inspirierten Arbeiten Olaf Holzapfels berührt, wenn ansonsten beider Schaffen auch in andere Richtungen läuft.

Schwer durchschaubar: Andrey Klassen

In der Ausstellung trifft Schech verschiedentlich auf den 1984 in Irkutsk geborenen Andrey Klassen. Der hatte schon in seiner Geburtsstadt eine künstlerische Ausbildung genossen, bevor er bei Ralf Kerbach studierte und auch dessen Meisterschüler war. Klassen malt in Schwarz-Weiß-Grau mit Tusche. Seine Bilder, etwa das dreiteilige "Gärtner" (2015), führen in schwer durchschaubare, oft mehrfach gestaffelte Szenerien, die schon in einer früheren Ausstellung der Klassen Sery und Kerbach im Festspielhaus Hellerau durch ihre geheimnisvolle Besonderheit auffielen.

Düster: Ivana de Vivenco

Ähnlich ungewöhnlich ist auch die Malerei (daneben schneidet sie in Holz) der 1989 in Lissabon geborenen Chilenin Ivana de Vivenco, die nach einem Studium in Santiago de Chile und einem Gaststudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) dort zudem seit 2014 Meisterschülerin von Annette Schröter ist. Ihre figurativen Bilder, die oft Konstellationen von aus der Kunstgeschichte bekannten Themen, beispielsweise "Adam und Eva" (2014), mit Mitteln unserer Zeit aufnehmen, fallen besonders durch die Kühle ihrer Farben auf. Dies verleiht den Bildern bis zu einem gewissen Grad eine als düster erscheinende Ausstrahlung.

Fotografisch: Falk Messerschmidt

Der vierte Preisträger, der 1982 in Mühlhausen geborene "Leipziger" Falk Messerschmidt, zeigt sich mit differenzierten fotografischen Arbeiten, wobei die neue Serie "The Zebras and the Peregrine", deren Bilder in Städten wie Rom und Wien entstanden, einen zentralen Platz einnimmt. Der Künstler hatte unter anderem an der HGB bei Timm Rautert, aber auch in Nantes und Glasgow studiert. Danach absolvierte er sein Meisterschülerstudium wieder bei Ingo Meller an der HGB in Leipzig.

Ohne das Angebot der übrigen insgesamt 211 Bewerbungen zu kennen - die Zahl spricht durchaus für das Renommée des auf den Osten Deutschlands bezogenen Preises -, kann man diese Auswahl durchaus annehmen. Für die Jury - zu ihr gehörten Nike Bötzner, Professorin für Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Tatjana Doll, Professorin für Malerei an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Karlsruhe, Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums, und der schon genannte Holger Birkholz - dürfte die Auswahl von vier aus 211 durchaus schwierig gewesen sein.

Die auf die Förderung von Kunst und Kultur in den neuen Bundesländern, besonders Sachsen und Thüringen, ausgerichtete Marion-Ermer-Stiftung war 1992 eingerichtet worden. Nach verschiedenen Aktivitäten, darunter die Unterstützung der Etablierung des Theaterkahns in Dresden, wurde 2001 der Marion-Ermer-Preis begründet, der jährlich an bildende Künstler vergeben wird, die nicht älter als 35 Jahre sind und ihren Erst- oder Zweitwohnsitz in den neuen Bundesländern (außer Berlin) haben und hier einen Studienabschluss einer staatlichen Kunsthochschule oder vergleichbaren Einrichtung erwarben beziehungsweise sich im Diplom oder im Meisterschülerstudium befinden.

Außer der HfBK waren auch schon die HGB sowie die Klassikstiftung Weimar und die Bauhaus-Universität Partner für die öffentliche Präsentation der Preisträger. Mancher davon, etwa Tim Eitel, ist mittlerweile im internationalen Kunstbetrieb angekommen, was natürlich auch den aktuell Geehrten zu wünschen ist.

bis 14. Februar, geöffnet Di-So 10-18 Uhr

Lisa Werner-Art

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