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Powerpaar zwischen den Welten - Cellist Vogler und Geigerin Wang

Powerpaar zwischen den Welten - Cellist Vogler und Geigerin Wang

New York, Dresden und die Welt: Die Geigerin Mira Wang und der Cellist Jan Vogler sind ein Powerpaar der Musikwelt - beruflich und privat. Als gefragte Solisten jetten sie von Amerika nach Europa und Asien - Mira seit einigen Jahren weniger wegen der Kinder.

Nur die Sommerferien sind heilig. „Es ist alles eine Frage der Zeiteinteilung“, sagt Vogler, der etwa die Hälfte des Jahres unterwegs ist. Zwischen den Tourneen verbindet er Auftritte mit Terminen als Intendant der Dresdner Musikfestspiele und Leiter des Moritzburg Festivals.

„Zwei Wochen Konzerttournee, jetzt ein paar Tage Dresden, dann zehn Tage New York“, umreißt der Weltklasse-Cellist die nächste Zeit. In der Metropole an der US-Ostküste ist das Familiennest Vogler/Wang. „Dort bringe ich meinen Körper wieder in Schuss und muss das neue Repertoire einstudieren.“ Dabei helfen Joggen und Radfahren am Hudson und im Central Park und Frühstück mit den Töchtern. Wenn Jan zu Hause ist, kann Mira Konzerte geben, auch in Singapur oder Hongkong. Meist aber ist er der Abwesende und Mira konzentriert ihre Karriere auf New York.

„Ich habe früher alles gemacht, was ich wollte“, sagt die gebürtige Chinesin, die bei Roman Totenberg in Boston studierte und zahlreiche Violinwettbewerbe weltweit gewann. Regelmäßig konzertiert sie mit den großen Orchestern in den USA, Europa und Asien. „Ich suche mir aus, was Spaß macht.“ Voglers Karriere begann 1984 bei der Dresdner Staatskapelle, seit 1997 feiert er als Solist Erfolge, konzertiert regelmäßig mit Hélène Grimaud und Martin Stadtfeld und weltbekannten Orchestern wie Chicago, Boston und Pittsburgh Symphony Orchestras, den Wiener Symphonikern und New Yorker Philharmonikern. Wenn die im Mai wieder auf eine Europatournee gehen, geben sie drei Konzerte im Zuge der Dresdner Musikfestspiele - eins in Berlin und zwei an der Elbe.

Die gemächliche Barockstadt hat den gebürtigen Berliner und Echo-Preisträger geprägt, an New York schätzt er die Lebensqualität und „traumhafte Arbeitsatmosphäre“. Beides sind Weltstädte der klassischen Musik, beherbergen international renommierte Orchester und bieten ein erlesenes Konzertangebot - wenn das am Hudson auch größer ist. „Es ist eine unglaubliche Frische in dieser Stadt, sie vibriert richtig.“

Vogler ist „besessen von der Musik“ und innerhalb der Klassik fast ein Popstar. Der 49-Jährige spielt mit den Größen der Musikwelt ebenso wie mit jungen Künstlern und schreckt auch vor Crossover nicht zurück. Von seinem globalen Netzwerk profitiert das Publikum, wenn er die Crème der jungen Generation zum Kammerkonzert bittet. Angst vor Konkurrenz hat weder er noch Wang, fremdes Können beflügelt und inspiriert sie ebenso wie sie gegenseitig die besten Kritiker seien. „Wir ergänzen uns gut“, sagen sie unisono. „Die Chemie ist ideal, das hat von Anfang an geklappt.“

Das war 1991 in Boston, nach Jahren mit ungezählten Telefonaten machten sie Ernst: Antrag in Dresden, Heirat in New York bei einer Tournee der Sächsischen Staatskapelle 1996. „Er ist der Allerbeste“, bekennt Mira, ohne einen Zweifel zu lassen, dass es für den Kollegen und Geliebten gilt. Jan denke auch immer über andere Wege nach, sei mit dem Herz dabei. Sie bewundert seine unerschöpfliche Energie, er schätzt ihre Bühnenpräsenz und ihre Virtuosität. Uneins sind sie bei ihren musikalischen „Göttern“: Mira verehrt Jascha Heifetz, den großen Violinvirtuosen des 20. Jahrhunderts, und ihren Lehrer und Förderer Totenberg. „Ich bin ein großer Fan der Musiker, die mit ihrer Musik eine Botschaft vermitteln, wie der katalanische Cellist Pablo Casals“, sagt Jan.

Sie eint aber die Leidenschaft für die Musik. So oft wie möglich spielen sie zusammen und lassen sie mit Herzblut, Frische und Ausdruck lebendig werden. Perfektion ist nicht das Wichtigste, sagen sie. „Wir versuchen, immer das Beste zu geben.“

Simona Block und Chris Melzer, dpa

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