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"Power sucht Frau" bei Breschke und Schuch

"Power sucht Frau" bei Breschke und Schuch

Der Mann weiß nicht, wie ihm geschieht. Da hat er sich mal endlich nach langer Zeit mal wieder ins Kabarett bequemt, "man verroht ja völlig", da setzt sich eine Frau neben ihn.

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Bös' sein kann man gut zu zweit: Beate Laaß und Thomas Schuch.

Quelle: PR

An sich nichts Ungewöhnliches, aber die Frau glaubt, er sei ihr Blinddate, er habe die Anzeige "liebe harten Sex ohne Gefühle" geschaltet. Und sie will, das gehört zum Rollenspiel, Geld, er kriege es ja wieder. Und der verklemmte Mann, obwohl verheiratet, gibt. Eine Chance auf eine heiße Nummer kommt nicht alle Tage.

Gleich die erste, übrigens noch mit einigen überraschenden Wendungen aufwartende Nummer des Programms "Power sucht Frau" von Thomas Schuch und Beate Laaß zeigt, wohin die Reise thematisch geht: zum Verhältnis der Geschlechter. Männer und Frauen sind ja aufeinander angewiesen, es sei denn, sie entschlössen sich zur Homosexualität, was aber nicht jedermanns Sache ist. Was bleibt, ist das Entflammen und Leiden am jeweils anderen Geschlecht, mit gelegentlichen Glücksmomenten zwischen all den Stolperfallen, die das Minenfeld des Lebens so bietet. In einer Nummer führen Laaß und Schuch eine spitze Debatte darüber, warum der Partner nie das macht, was man sagt. Der geschliffene Wortwechsel erinnert an den legendären Loriot-Sketch, in dem sich ein Paar über ein simples Frühstücksei in die Haare kriegt, und gipfelt in der Erkenntnis: "Entweder man ist Demokrat oder verheiratet!" Aber Laaß und Schuch führen auch andere Konstellationen fernab von jeder sexuellen Konnotation vor Augen - sind mal Großmutter und Enkel, sind Nachbarn oder einfach Kunden, aber jedes Mal läuft es auf einen kongenialen Schlagabtausch hinaus.

Nach 16 Jahren steht in einer Eigenproduktion des Kabaretts Breschke und Schuch nun erstmals eine Frau auf der Bühne. Und Schuch holte - auch das ein guter Einfall - zudem den renommierten Regisseur Holger Böhme mit ins Boot. Zudem steuerten auch noch andere Autoren Texte bei, als da wären Jörg Lehmann, Conny Molle und Tom Reichel. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. "Power sucht Frau" ist ein richtig tolles Ding geworden: spritzig, locker-flockig, aber auch mal gallig und makaber. Auch schauspielerisch ist das - erwartungsgemäß - von beiden allererste Sahne, etwa wenn Schuch mit bestürztem Gesicht versichert: "Ich bin nicht fremdbestimmt. Ich höre auf meine Frau!" Wie sich Laaß und Schuch Bälle und Pointen zuspielen, ist schlichtweg grandios. Und auch das Gros der meisten Gesangsnummern überzeugt, etwa der famose "Samstag-Vormittags-Einkaufs-Blues", den Schuch in Manier eines Baumwollpflückers auf der Gitarre "Im Verkehrsgewühle öffnen sich die Magengeschwüre" hin jammt.

Politisch in dem Sinne, dass über "die da oben in Berlin" gewettert wird, wird es nur hier und da. Das mag mancher monieren, aber der sezierende Blick auf die Gesellschaft und die Liebe in Zeiten der Marktwirtschaft ist nicht minder brisant. Wie reagiert man als Mann, wenn man beim Blick ins Netz feststellt, dass die bessere Hälfte so frei war, die Niere des Gatten bei Ebay einzustellen? Und ein paar andere Organe noch dazu. Da besteht Redebedarf. Ja, gut, der Mann hat vor 25 Jahren mal leichtsinnigerweise gesagt, er würde sein Leben für sie geben, aber überraschend kommt das jetzt doch, dass die Frau nun die Einlösung des Versprechens einfordert. Weshalb sie ihm statt an die Wäsche an die Organe will, erfährt man: Sie hält ihm vor, er sei zu einem "Gartenzaunfaschisten" mutiert, "meckernd" und - was für eine grandiose Wortschöpfung - "verböst". Im zweiten Teil des Abends wird das hohe Anfangsniveau des Programms nicht ganz gehalten, aber alles in allem sollte man sich "Power sucht Frau" nicht entgehen lassen.

nächste Vorstellungen: 16.-19. Juli, 19.30 Uhr. www.kabarett-breschke-schuch.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.07.2014

Kristian Fur

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