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Populistischen Thesen begegnen - Das Medienkulturzentrum Dresden feiert 20-jähriges Jubiläum

Populistischen Thesen begegnen - Das Medienkulturzentrum Dresden feiert 20-jähriges Jubiläum

Seit 20 Jahren dreht sich am Medienkulturzentrum Dresden alles um - wie der Name schon sagt - die Medien. Der Verein mit Sitz an der Schandauer Straße 64 hat es sich seit der Gründung im Jahre 1993 zum Ziel gesetzt, den Dresdnern Medienkompetenz zu vermitteln - damals wie heute ein sperriger Begriff.

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Schülerin Helene Hoffmann lernt im Medienkulturzentrum den richtigen Umgang mit dem Computer.

Quelle: Medienkulturzentrum

"Wir schulen vor allem Jugendliche, wie sie ihren eigenen Alltag auch mittels Medien spiegeln können", fasst Geschäftsführer Karsten Fritz das Ziel in Worte.

Und auch Ältere fühlen sich am Medienkulturzentrum durchaus wohl. So trifft sich seit acht Jahren eine Seniorenredaktion zur Gestaltung einer Hörfunksendung in den Räumen des Vereins. "Darauf sind wir sehr stolz, dass gibt es bei anderen offenen Kanälen nicht", berichtet Fritz. Der offene Kanal, das ist in Dresden der Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK), der dem Medienkulturzentrum angehört. Gefördert wird er von der Landesmedienanstalt. 130 000 Euro pro Jahr fließen zudem von der Stadt verbunden mit dem Auftrag der Medienarbeit. Der dritte Grundpfeiler der finanziellen Sicherheit ist das Sozialministerium, das unter anderem den vom Zentrum betriebenen Kita-Bildungsserver bezuschusst. Für einzelne Projekte finden sich auch immer wieder Firmen als Partner. "Aber die Wirtschaft ist ein scheues Reh", weiß Fritz aus Erfahrung. Dieser Bereich ist also durchaus ausbaufähig.

Doch warum ist Medienkompetenz so wichtig? "Medien sind eine Möglichkeit, an der Gesellschaft zu partizipieren", erklärt Fritz, der seit einem Jahr die Geschäfte leitet. Zuvor saß er mehr als 14 Jahre ehrenamtlich im Vorstand, konnte die Entwicklung hautnah mitverfolgen und hat viele Wandlungen erlebt. "Der Einsatz neuer Medien hat zum Teil eine sehr kurze Halbwertszeit", berichtet der promovierte Medienpädagoge. Man denke an das Tamagotchi oder die Teletubbis. Beides Phänomene der 90er Jahre, die bei Erziehern und Lehrern Ängste und Bedenken hervorriefen, die aber heute keinen mehr interessieren. "Die gleichen Rituale gibt es seit hundert Jahren", so Fritz. "Wir möchten die Gefahren nicht negieren. Doch wir wollen vermitteln, wie mit dem jeweiligen Medium umzugehen ist." Dabei haben die Vereinsmitglieder alle im Blick - Lehrer, Eltern, Schüler, aber auch andere Interessierte, willkommen ist jeder.

Die nächsten großen Herausforderungen sieht Fritz in dem, was unter dem Namen Web 2.0 oder Social Media firmiert, sowie in der Computersucht. Web 2.0 ist wohl die größte Wandlung in der Medienlandschaft, die der Medienpädagoge in den letzten Jahren beobachtet hat. "Es hat unseren Umgang miteinander viel nachhaltiger geprägt als das Internet an sich", erklärt er. Während des Junihochwassers konnte er sehr gut beobachten, wie viel Aktivierungspotential in den Sozialen Netzwerken steckt. Zu bemerken war jedoch auch, dass dort eben keine gesicherten Daten eingestellt werden und dass Behörden und Ämter sich schwer tun mit den Sozialen Netzen.

Ein weiteres langfristiges Thema, mit dem sich das Medienkulturzentrum auseinandersetzen wird, ist die Computersucht. "Derzeit laufen bereits Gespräche mit einer Krankenkasse über eine Kooperation in diesem Feld", erzählt Fritz. Geplant seien Fort- und Weiterbildungen für Lehrer, aber auch Informationen für Schüler. "Das Projekt soll längerfristig über drei- bis vier Jahre gehen und eine solide Gegenposition zu den verbreiteten populistischen Thesen aufzeigen", so Fritz. Es gibt bereits etliche Anfragen von Schulen, der Bedarf an Aufklärung ist da.

Die Themen werden den Mitarbeitern des Medienkulturzentrums auch weiterhin nicht ausgehen. Was in den letzten Jahren hingegen immer knapper wird, ist der Raum. An der Schandauer Straße sind die Zimmer voll - Aufnahmestudios, Techniklager und Büros füllen zwei Etagen. "Wir blicken mit Spannung auf die Entwicklungen rund um das geplante Kulturkraftwerk Mitte", so Fritz. Dort sollen auch Räumlichkeiten für die sogenannte Kreativwirtschaft entstehen. Die Nähe zu anderen Kulturschaffenden könnte für die Zukunft sicher noch weitere spannende Themenfelder aufwerfen.

Selbstverständlich muss das 20-Jährige auch gebührend gefeiert werden. Im Thalia Kino, Görlitzer Straße 6, findet heute eine Jubiläumsparty statt. Ab 21 Uhr ist die Veranstaltung öffentlich. Den Gästen wird ein breiter Blick auf das bunte Medienspektrum und die Geschichte des Vereins gewährt.

Franziska Schmieder

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2013

Franziska Schmieder

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