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Politschelte von HG Butzko in der Herkuleskeule

Politschelte von HG Butzko in der Herkuleskeule

Den Anfang soll ein Zitat machen: "Butzkos Kabarett ist so nachhaltig, dass es einen noch Tage drauf beschäftigt." Angeführt seien diese Worte vor allem des-wegen, weil sie dem Munde eines der besten deutschen Kabarettisten entsprangen, die Deutschland je hatte.

Und das war zweifelsfrei Dieter Hildebrandt gewesen.

An zweiter Stelle kommt dann die Heimat von HG Butzko ins Spiel. Geboren wurde er im Jahr 1965 in Gelsenkirchen. Und dort - sagt man zumindest - kommen die Kinder schon mit einer großen Klappe auf die Welt. Natürlich werden dann nicht aus allen Kindern später Kabarettisten, der trockene Ruhrpotthumor aber wird geradezu zwangsläufig zum ständigen Begleiter. Wie bei HG Butzko.

Der versuchte es zunächst mit der Schauspielerei und der Theaterregie. Erst 1997 - da war Butzko bereits jenseits der 30 - dämmerte ihm sachte, dass seine wahre Domäne eigentlich das politische Kabarett sei. Der Entscheidung dafür folgten dann bis heute acht Soloprogramme, vier deutsche Kabarett- bzw. Kleinkunstpreise sowie diverse Bücher und CDs.

Dass sein guter Ruf offenbar noch nicht so ganz bis Dresden durchgedrungen ist (die Herkuleskeule war nur mäßig gefüllt), störte den Kabarettisten nicht sonderlich. Im Gegenteil, er erhob die Anwesenden dafür in den Stand der Dresdner Elite. Sie erinnert er an die Neujahrsansprache Merkels und zweifelt nach der Rede, ob das wirklich die Kanzlerin gewesen sei oder nicht vielleicht eine Extraausgabe des Silvestersketchs "Dinner For One". Butzko zitiert die Kanzlerin mit ihrem Versprechen: "Diese Regierung will die Quellen guten Lebens allen zugänglich machen." Und fragt gleich gegen: "Wie will sie denn allen den Zugang zum Tresorraum der Deutschen Bank ermöglichen?"

Butzko ist verdammt gut, wenn er die deutsche Politik in ihrer Wirk- oder Unwirksamkeit auf die Europa- bzw. Weltpolitik einordnet. Doch er wird noch besser, wenn er sich die politischen Amt- und Würdenträger vorknöpft. Wie zum Beispiel die SPD-Ministerin Andrea Nahles (bei Butzko wird sie zur DomiNahles) mit ihren zahlreichen und reichlich merkwürdigen Botschaften. Butzko hebt sie auf einen unsichtbaren Thron und meint dazu: "Wer den Zustand der SPD verstehen will, der sollte sich mal den Werdegang von Andrea Nahles angucken." Sie soll in der Schule mal als späteren Berufswunsch angegeben haben: Hausfrau oder Bundeskanzlerin.

Letztendlich beschäftigt ihn auch das aktuelle Thema Griechenland. Den guten "deutschen" Rat an die Griechen, sie sollten es "doch machen wie die Deutschen", ergänzt Butzko mit dem Halbsatz "Ja, zum Beispiel einen Hauptstadtflughafen bauen." Und die Frage eines besorgten Freundes, ob man denn jetzt noch bedenkenlos beim Griechen essen könne, beantwortet Butzko mit der Gegenfrage: "Was ist denn politischer, als beim Griechen essen zu gehen?"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2015

Wolfgang Zimmermann

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