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Polarkreis 18 gaben Akustikkonzert samt Video-Premiere in der Dresdner Scheune

Polarkreis 18 gaben Akustikkonzert samt Video-Premiere in der Dresdner Scheune

So viel steht fest: Polarkreis 18 haben sich mit der Auswahl ihrer Vorbands einen Bärendienst erwiesen. Zur großen Premiere ihres im Sommer in der Dresdner Neustadt gedrehten Videos „Frei" und einem anschließendem Akustikkonzert hatten sie diese und ihr Publikum in die Scheune geladen.

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Polarkreis 18 beim Akustik-Konzert in der Dresdner Scheune.

Quelle: Andreas Weihs

Doch dann hinterließen die drei Acts im Vorfeld derart große Fußspuren im Scheuneboden, die der eigentliche Haupt-Act wahrlich nicht mehr ausfüllen konnte.

Aber von Beginn an: Zunächst stellte Polarkreis-Gitarrist Philipp Makolies sein neues Soloprojekt Lestat Vermon vor. Auf einer kleinen Bühne mit gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre samt uriger Lampe aus Omas Bestand überzeugte er mit melancholischem Gesang und Gezupfe. Ein Gefühl der Entspannung durchzog den Körper und machte freilich Lust auf Couch- statt Stehplätze in dem nicht gänzlich gefülltem Raum.

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Die Statisten mussten genau den Anweisungen folgen.

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Und dann, man hatte sich gerade an dieses leichte Gefühl der Ruhe gewöhnt, geschah etwas beinahe Magisches. Eine junge Frau betrat die Bühne mit ihrer Gitarre. Schüchtern blickte sie immer mal wieder über den Mikrofonständer, um sich mit dem einen, nicht vom Pony zugehangenen Auge davon zu überzeugen, dass auch noch alle da sind. Dann begann Marie-Sophie Kanske von Sea of Love zu singen, begleitet von einem Fuchsmaske-tragenden Herren am Schlagzeug. Irgendwie futuristisch klangen diese Töne, irgendwie erinnerten sie an Björk, allerdings ohne das Gefühl des baldigen Durchdrehens, ganz sicher waren sie wunderschön in ihrer Einfachheit und Authentizität.

Authentizität trifft auch auf den Künstler zu, der Sea of Love nachfolgte. Christian Friedel stellte im Anschluss seine neue Band Woods of Birnam vor, die zum Großteil aus Mitgliedern von Polarkreis 18 besteht. Charisma sollte man noch hinzufügen. Der Schauspieler Friedel, unter anderem bekannt aus zahlreichen Rollen am Schauspielhaus Dresden und dem oscarnominierten Streifen „Das weiße Band", wandelte mit einer Leichtigkeit über die Bühne, schoss poppig-rockige Melodien in den Saal, die sofort mitrissen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Polarkreis 18 einiges bieten müssten, um das toppen zu können.

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Passend zum eisigen Winterwetter in Sachsen spielte die Band Polarkreis 18 am Freitagabend im Schauspielhaus in Dresden.

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Sie konnten nicht. Was dann folgte, sollte der vermeintliche Höhepunkt des Abends sein - die Videopremiere von „Frei" und die Darbietung hauptsächlich von Songs des gleichnamigen Albums in einer Unplugged-Variante. Aus der kleinen Bühne wurde eine große, aus einer Lampe wurden vier und aus Authentizität wurde Pathos. Sowohl im Video als auch auf der Bühne bestimmten fortan bedeutungsschwangere Gesten von Sänger Felix Räuber das Bild. Es fällt schwer, einen Zugang zu diesen tragenden Melodien zu finden. Auch dann, wenn Räuber beginnt, rhythmisch seine Locken zu schwingen und damit, das soll nicht unerwähnt bleiben, das Publikum auf seine Seite zieht. Ein bisschen Swing, ein bisschen Pop, ein bisschen Gospel und ganz viel Schmalz.

Zurück bleibt der Eindruck eines Abends mit Höhen und Tiefen. Vergleichbar mit der Karriere von Polarkreis 18, die 2008 mit „Allein Allein" wie Phönix aus der Asche stiegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.12.2011.

Christin Grödel

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