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Pitchtuner sind wieder in Dresden angekommen - Konzert am Dienstag im Ost-Pol

Pitchtuner sind wieder in Dresden angekommen - Konzert am Dienstag im Ost-Pol

Wer die besondere Musik sucht, der braucht die großen Einfälle und das nötige Durchhaltevermögen.Langsam schieben sich unterschiedliche Geräuschquellen übereinander.

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Miki Yoshimura und Johannes Marx kommen mit ihrer eigenwilligen Art, Electropop zu spielen, ins Ost-Pol.

Quelle: PR

Wer die besondere Musik sucht, der braucht die großen Einfälle und das nötige Durchhaltevermögen. Wer Pitchtuner im Konzert erlebt, der sucht eine Antwort auf die Frage: Wie funktioniert diese Musik?

Langsam schieben sich unterschiedliche Geräuschquellen übereinander. Es verdichten sich die Eindrücke. Takt für Takt baut sich ein Rhythmus auf. Aus zögerlichem Fiepsen, isolierten Gitarren und den Schwingungen der Trommelfelle einsteht ein moderner Klang. Irgendwie bekannt, vertraut und persönlich. Trotzdem ist das, was da die Boxen verlässt, etwas eigenes, ein Stück Pitchtuner.

Als vor mehr als zehn Jahren die japanisch-deutsche Koproduktion das erste Mal "Flight Up The Winding Stairs" über den Ladentisch reichte, gelang dem ambitionierten Trio ein großer Wurf, und mit "Spiny Lure" war die Qualifikation unter die interessantesten Elektropop-Bands, die hierzulande aktiv sind, geglückt. Erschienen sind beide Platten bei Doxa Records. Seit dieser Zeit hat sich manches verändert. Doxa hat Dresden verlassen und sich in der Hauptstadt niedergelassen. Pitchtuner haben allenfalls noch einen Gitarrenkoffer in Dresden stehen. Ihre Fans wohnen in Hanoi, Saigon und Tokio, Hamburg, Berlin und München. Was die Jahre mehr oder weniger überlebt hat, ist zum einen das Label mit seiner familiären Bindung und der freundschaftlichen Art der Künstlerbetreuung und die ungezwungene Herangehensweise, wie Pitchtuner auf die Musikwelt blicken und deren Signale in Töne verpacken. "Can I Reach You" beschreibt ganz gut den Horizont, den Pitchtuner in den Anfangsjahren ausleuchteten. Rot, Grün und Gelb wurde früher die Discokugel angestrahlt, und wer sich bereits damals abseits der üblichen Klangsphären gut unterhalten lassen wollte, der war bei einem Pitchtuner-Konzert denkbar gut aufgehoben.

Bei Pitchtuner gab und gibt es bis heute eine kleine Überraschung, denn deren Sound, den man im Netz oder von Platte hören kann, klingt sehr maschinell, computerbasiert. Auf der Bühne dann ein etwas anderes Bild, da sind Instrumente im Spiel. "We bring the guitars back into the disco!" ist das Motto, welches sie immer wieder postulieren. Tatsächlich, Pitchtuner laufen mit Gitarren oder ganz ähnlich anmutenden Instrumenten auf der Bühne auf und haben diese zum Teil auch selbst entwickelt. Johannes Marx ist Gitarrist und hat dementsprechend seine elektronischen Instrumente selbst konfektioniert in Aussehen, Spielbarkeit und Klang. In deren Inneren schlägt meist ein programmiertes Herz, welches genau das auf den Punkt bringt, wie Pitchtuner sich ihren Sound vorstellen, und von außen erinnert einiges an eine Gitarre mit Hals und Korpus. Auch die Spielweise der Midi Rod ist ähnlich, mit einem Blättchen wird ein kleiner Metallstift angeschlagen und gegriffen wird auf kleinen Tasten, die am Hals angebracht sind. Schon jene unkonventionelle Instrumentenherstellung lässt vermuten, dass Pitchtuner nicht unbedingt auf den einen Hit aus sind, sondern über die Jahre eine andere Denkweise in den Musikzirkus hineingetragen haben. Mit Herz und Verstand bauten sie sich genau das auf, was viele suchen: eine eigene musikalische Sprache und eine stetig wachsende Fangemeinde, die überall ihre Konzerte aufsucht, um Teil der Musik zu werden - allerdings ohne den anklingenden Gruppenzwang. Pitchtuner sind Überzeugungstäter, die in Musik denken und mit Musik fühlen können. Nachdem Pitchtuner ihr Album "Riding The Fire" in Deutschland ganz gut verkauften, wurde die Platte auch in China und Japan gepresst. Und jetzt wird es bald so sein, dass die Auslandsveröffentlichungen hier zu bekommen sind. Seit einer Weile ist eine neue Platte fertig und wartet auf den Vertrieb. Deren Titel wird wohl "Reversely Wisely" sein und wieder bei Doxa Records erscheinen. Die Wartezeit bis dahin lässt sich ganz einfach versüßen. Mit einem Konzertbesuch im Ost-Pol ist man Pitchtuner ganz nah, und wenn die Platte erscheint, dann ist zumindest klar, was da in der Tüte nach Hause getragen wird.

iPitchtuner, heute, 21 Uhr, Ost-Pol, Königsbrücker Stra§e 47

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.01.2014

Stephan Wiegand

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