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Phillipp Poisel spielt am Samstag vor ausverkauftem Rund an der Elbe

Phillipp Poisel spielt am Samstag vor ausverkauftem Rund an der Elbe

Seine Musik sei der größte Scheiß, den er je gehört habe. Weil die Songs nur Klischees aneinanderreihten. Das habe ihm einst ein Veranstalter gesagt. Herbert Grönemeyer sah das zum Glück anders.

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Publikumsliebling Phillip Poisel spielt morgen am Königsufer. Das Konzert ist mit rund 12 000 Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Quelle: Britta Pedersen

Und nahm den damals 24-jährigen Phillip Poisel unter Vertrag. Nach mittlerweile zwei Alben gehört Poisel zur hohen Schule intelligent-emotionaler deutscher Singer-Songwriter. Und zwar zu denen, denen man dies und das nachsagen könnte, aber die Nähe zum Klischee sicher nicht.

Den Erfolg zeigen zudem seine fast immer ausverkauften Konzerte. Auch für das morgen am Elbufer gibt es keine Karten mehr. Bleiben ja immer noch die Elbwiesen nebenan oder gar die Exklusivplätze auf der Carolabrücke, deren Gäste mittlerweile regelmäßig von den Künstlern einbezogen werden.

Nun also Poisel mal wieder in Dresden. Vor 12 000. Poisel, der exzellente Live-Performer mit inzwischen exzel- lent eingespielter Liveband. Das wissen alle, die schon mal da waren. Das wis- sen auch alle, die sein Livealbum "Projekt Seerosenteich" gehört haben. Nicht gerade deren "Normalausgabe", die nur halb so viel wert ist, wie die Deluxe-Version, auf der die Ansagen zwischen den Songs enthalten sind. Wenn Poisel da Schweighöfer bei "Eiserner Steg" als Gast ankündigt oder erzählt, dass er es schon als kleiner Junge geliebt hat, mit seinen Eltern und der Schwester in den Urlaub "Durch die Nacht" zu fahren.

Wahrscheinlich ist es genau dieser kleine Phillip, der wohl heute noch mit auf der Bühne steht und damit Poisels Erfolg garantiert. Vielleicht ist es diese Wurzel, wenn Poisel sagt, sein Leben sei ein Pendeln zwischen Grundverwurzelung und Nomadentum. Diese Spannung steckt in seinen Songs.

Kaum zu glauben, dass der da mal Lehrer werden wollte und die Aufnahmeprüfung nur nicht schaffte, weil er nicht genügend Ahnung von Noten hatte. Glück für uns. Auch, dass er sich den Rest seiner pre-erwachsener Lebensweisheit als Straßenmusiker in den Metropolen Europas verdiente. Solche Zeiten prägen. Nun wandelt Poisel auch an sich mit wachen Augen und emotionalem Scharfsinn durch die Welt und entdeckt in all den Nischen das Kleinmenschliche und Großalltägliche. Er, der noch mit altem VW-Bus durch die Gegend fährt und glaubhaft dahersagen kann, dass er sich ein bissel treiben lassen will. Poisel sprengt Klischees und holt das übrigbleibende Bedeutsame zurück ins echte Leben.

Soll er sich mal treiben lassen, Hauptsache es kommen dabei so gute Alben raus, wie die vergangenen. "Wo fängt dein Himmel an" (2008) und erst recht mit dem Zweitling "Bis nach Toulouse" (2010). Seitdem außer dem Seerosen- projekt kein nennenswerte neues Musikmaterial in den letzten Jahren. Wird Zeit! Aber jetzt erst mal Poisel an den Elbwiesen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2014

Robert Kaak

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