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Philharmoniker Alexej Bröse spielt im DNN-Benefizkonzert die Marimba

Philharmoniker Alexej Bröse spielt im DNN-Benefizkonzert die Marimba

Der November hatte seinen Zenit noch nicht erreicht, als ich mich mit Alexej Bröse zum Gespräch traf. Reichlich vier Wochen waren es da noch bis zum Benefizkonzert zugunsten der DNN-Weihnachtsaktion "Dresdner helfen Dresdnern", bei dem der Philharmoniker als Marimba-Spieler zu erleben sein wird.

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Alexej Bröse in musikalischer Aktion.

Quelle: Oliver Mills

Seine mit Pflaster "verzierten" Mittelfinger bewiesen: Bröse hatte den Termin längst fest im Blick, der tägliche Umgang mit vier Schlägeln gleichzeitig zeichnete die Hände.

Im gängigen Sinfoniekonzert hat Bröse eher selten eine Marimba - auch Marimbaphon genannt - unter den Fingern, am ehesten noch, wenn zeitgenössische Werke auf dem Programm stehen. Überhaupt kommt ein im klassischen Orchester engagierter Schlagzeuger nicht dazu, jedes der vielen zum Schlagwerk gehörenden Instrumente gleichermaßen zu "bearbeiten". "Also muss man bei Bedarf rechtzeitig beginnen, die entsprechende Technik und das Spielgefühl zu reaktivieren", berichtet Bröse aus dem Alltag.

Die ursprünglich aus Afrika stammende, zur Familie der Xylophone gehörende Marimba, deren Holzklangstäbe zur Schallverstärkung senkrecht darunter angebrachte Resonanzrohre tragen, ist eines von Bröses liebsten Instrumenten. Denn der 32-Jährige ist ein Klangfanatiker - verschiedenste Klänge erzeugen, kombinieren, mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes spielen zu können, ihren Reichtum auszureizen, das ist das, was ihn am Dasein als Schlagzeuger reizt. Selbst mit einer kleinen Trommel, von vielen gern als Militärinstrument abgetan, findet Bröse eine wahre Spielwiese von Möglichkeiten, sucht mit Akribie nach dem speziellen Klang für dieses oder jenes Stück. "Mit sehr wenig kann man da sehr viel erreichen", schwärmt der Musiker.

Mit 15 entdeckte Alexej Bröse die unglaubliche Vielfalt, die das Schlagwerk bietet, für sich; bis zum Alter von elf Jahren hatte er zunächst Klavier gespielt. In Berlin aufgewachsen, wurde Bröse hier dann auch Jungstudent am Musikgymnasium "Carl Philipp Emanuel Bach", dem Abitur folgte das Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Die Zeit als Stipendiat der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker bildete für den jungen Musiker, der sich zuvor auch am Drumset einer Punk-Band probiert hatte, den ausschlaggebenden Punkt, eine Orchesterlaufbahn einzuschlagen. 2009 führten ihn die Wege nach Dresden, seither ist er in der Dresdner Philharmonie stellvertretender 1. Schlagzeuger. "Ich habe Konzerte mit tollen Musikern, arbeite mit wunderbaren Kollegen, und darüber hinaus gibt es ja gerade in der Philharmonie eine rege Kammermusikpflege", beschreibt Bröse, warum der Weg gegenüber der zunächst angedachten Solisten-Laufbahn der richtige war.

Aus der Kammermusik nämlich erwachse die Vielfalt, die sonst im Orchester vielleicht nicht möglich ist, hier kommen auch die "exotischeren" unter den Instrumenten immer mal zum Einsatz. Wo es geht, sucht sich Bröse daher Betätigungsmöglichkeiten in den Kammerkonzerten des Orchesters, darüber hinaus tritt er mit zwei ehemaligen Kommilitonen als Schlagzeug-Trio auf. Und er gibt seine mittlerweile gesammelten Erfahrungen nunmehr als Lehrbeauftragter an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte an den Nachwuchs weiter.

Über das Stück, das er im Benefizkonzert am dritten Advent gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester unter Leitung Wolfgang Hentrichs interpretieren wird - Ney Rosauros Konzert für Marimba und Streichorchester -, kann der Musiker ins Schwärmen kommen. "Rosauro ist ja selber Marimba-Spieler, er weiß also sehr genau, wie man das Instrument zum Klingen bringt. Das Konzert ist technisch schwierig, aber machbar; der Aufwand des Übens lohnt sich unbedingt, denn es kommt unheimlich viel rüber. Nicht selten ist das ja auch umgekehrt...". Es sei sehr rhythmische Musik, mit deutlichen Einflüssen aus Rosauros brasilianischer Heimat, und es zeige sehr viel von dem, was das Instrument kann. Das Konzert ist das wohl bekannteste des 1952 geborenen Komponisten und Percussionisten, es existiert in mehreren Fassungen - im Benefizkonzert erklingt die originale von 1986 unter Begleitung eines Streichorchesters.

Natürlich werde der Gegensatz zu Bach und Corelli groß sein, so Bröse. "Gleichwohl ist die Musik für den Hörer sehr zugänglich." Und am Ende schlägt für ihn das Konzert zwei Fliegen mit einer Klappe: Alexej Bröse kann sich für den guten Zweck engagieren, was ihm wichtig und selbstverständlich ist. Und er kann zeigen, dass ein Schlagzeuger eben nicht nur mit Trommel, Becken oder Triangel agiert.

Benefizkonzert für "Dresdner helfen Dresdnern" am 14. Dezember, 20 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Es erklingen Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Violinen, Streicher und B.c. d-Moll, das Konzert für Marimba und Streichorchester von Ney Rosauro und Arcangelo Corellis Weihnachtskonzert. Es musizieren das Philharmonische Kammerorchester Dresden mit Wolfgang Hentrich (Leitung und Solovioline), Solisten sind zudem Markus Gundermann (Violine) und Alexej Bröse (Marimba); Cembalo spielt Jobst Schneiderat.

Karten zu 15 Euro über www.reservix.de, an den Reservix-Vorverkaufskassen und an der Abendkasse.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.12.2014

Sybille Graf

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