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Peter Schreier und Festival DAVE mit Kunstpreis der Stadt Dresden geehrt

Feierstunde Peter Schreier und Festival DAVE mit Kunstpreis der Stadt Dresden geehrt

Auf Schloss Albrechtsberg wurden am Sonnabend die diesjährigen, jeweils mit 5000 Euro dotierten Kunst- und Förderpreise der Stadt Dresden übergeben. Geehrt wurden Kammersänger Peter Schreier und das Festival DAVE, Dresden Audio Visual Experience.

Kammersänger Peter Schreier und Dresdens OB Dirk Hilbert.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die diesjährige Verleihung des jeweils mit 5000 Euro dotierten Kunst- und des Förderpreises der Stadt Dresden auf Schloss Albrechtsberg bot Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eine Steilvorlage, um Dresden als Stadt der Tradition und Moderne, der Bewahrer und Erneuerer, der selbstbewusst Weltoffenen zu präsentieren. Um die Preisträger Peter Schreier (80) und die Vertreter des Festivals DAVE, Dresden Audio Visual Experience (die älteren von ihnen nehmen Anlauf auf ihren 40. Geburtstag), war ein Festakts-Programm arrangiert, bei dem den Gegensätzen zum Trotz irgendwie alles stimmte. Der Harmonie war es schon fast zu viel.

Beginnen wir mit den Gästen, denn sie erschienen passend zu den Preisträgern gekleidet, es gab das kleine Schwarze, den dunklen Anzug und auch, zur Feier des Tages, die gute Jeans und ein frisch gebügeltes Hemd. Als am Ende der Veranstaltung eine Audiovisuelle Performance der Förderpreisträger DAVE im Raum erklang, vielmehr die Mauern mit akustischer Elektronik leicht vibrieren ließ (aber nein, auch hier nicht zu viel und nicht zu laut), gab es ein paar wippende Füße zu beobachten. Die Musik war elektronisch, doch mitnichten geeignet, ein erschrecktes Publikum von den Sitzen zu heben. Sie war – eine Hommage an den Anlass und den Kunstpreisträger Peter Schreier? – vielmehr von vertraut durchschimmernden Motiven von Bach bis Schubert durchwebt. Und zwischendurch eingespielte Momente einer DDR-Aufnahme, eine sozialistisch-verstaubte Lobrede auf die weltoffene Stadt Dresden. DAVE, das hatte der Oberbürgermeister in seine Ansprache angekündigt, überschreite bewusst Genregrenzen.

Der musikalische Anfang der Preisverleihungs-Zeremonie war ganz Peter Schreier gewidmet, dem Kunstpreisträger des Tages, der für sein Lebenswerk geehrt wurde, dem Kruzianer der 1940er Jahre. Kreuzkantor Roderich Kreile führte folgerichtig und ganz im gegensätzlich-harmonischen Geist der Feierlichkeit, seine Jüngsten zum Auftritt, die wie in jedem neuen Jahrgang kindlich ernsthaften und musikalisch erstaunenden Viertklässer. Kreile: „Tradition gibt Kraft für die Zukunft“. Ähnlich hatte sich der OB geäußert. Es gelte, das Erbe als Chance zu entdecken, Neues zu wagen: „Was sich bewegt, bleibt lebendig.“

Matthias Herrmann, Professor für Musikwissenschaft an der Dresdner Musikhochschule. skizzierte als Peter Schreiers Laudator dessen internationale musikalische Karriere, immer mit Fokus sowohl auf Schreiers menschlichen Stärken als auch auf seiner Verbundenheit mit der Stadt, in der er seit 1945 lebt. Und – auch das passte zu der Stunde, in der alles stimmte – Herrmann vergaß nicht die Spitzen gegen jene neuen lauten Stimmen aus Dresden, die den Wunsch nach Weltoffenheit konterkarieren. Aber, auch davon nicht zu viel. Freundlich und kurz bedankte sich Schreier. Er habe die Kultur Dresdens nach draußen getragen, er sei stolz auf den Kunstpreis.

Und DAVE, die junge, laute Clubszene? Vorgestellt in einer Laudatio von Barbara Damm, der Programmleiterin für Musik im Festspielhaus Hellerau, Europäisches Zentrum der Künste, stellte sich DAVE als Plattform für elektronische Musik dar, die – getragen von dem Verein Ragin Spirits – zeigen möchte, dass elektronische Tanzmusik einen eigenen Anspruch hat. Damm beschrieb DAVE als Vertreter eines neuen urbanen Dresdens im internationalen Kontext mit großen Plänen, bisher getragen von breitem ehrenamtlichen Engagement und viel Idealismus. „DAVE, das sind viele“, befand denn auch Katharina Rößler, die sich für Förderpreis der Stadt Dresden sowie bei Sponsoren und Unterstützern bedankte, und auch hier kam es fast brav: „Wir wollen Vorbild für junge Menschen in der Club-Kultur sein.“ Nebenan wartete der Sekt, um die schöne Eintracht zu begießen.

Von Katharina Haas

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