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Pearl Jam spielten einziges Deutschland-Konzert in Berlin

Pearl Jam spielten einziges Deutschland-Konzert in Berlin

Vor kurzem war Madonna hier, im Herbst kommt Jennifer Lopez. Doch für diesen Abend gehört die Bühne der Berliner O2-World-Arena einer Band, die keine Show braucht, keine Tanzchoreografien oder Kostümwechsel.

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Pearl Jam mit Frontmann Eddie Vedder (rechts) in Berlin.

Quelle: Robin Reinhardt

Die nur das Schlagzeug sprechen lässt, die Gitarrenriffs und diese Stimme. Eddie Vedder, Sänger von "Pearl Jam", klingt wie ein starker Baum, der vom Gewitter gepeitscht wird.

Die Band, die nach dem Tod von Kurt Cobain als letzte Helden des Grunge-Rock gelten, machen auf ihrer Europa-Tournee nur in einer deutschen Stadt Station. Autokennzeichen zeugen davon, wie weit die Fans für dieses Konzert angereist sind: Hannover, Köln, Dresden, aus Polen, Kroatien. Im Saal hört man viel Englisch und Spanisch. Weil die rund 12 000 Karten für die Arena innerhalb von Stunden weg waren, gab es gestern ein Zusatzkonzert an gleicher Stelle - ebenfalls ausverkauft.

Pearl Jam sind der Beweis, dass man mit Rock'n'Roll große Stadien füllen kann, ohne Mainstream zu sein. Trotz der Menge an Menschen hat man das Gefühl, bei einem Familienkonzert dabei zu sein. Vedder ruft etwa die Mutter von Gitarrist Mike McCready auf die Bühne und lässt das Publikum ein Geburtstagsständchen für sie singen. Auch um seine Fans scheint Vedder ehrlich besorgt. Immer wieder bittet er die Konzertbesucher, ein paar Schritte zurückzutreten, Raum für die vorderen Reihen zu lassen, auf die Sicherheit zu achten. Beim Roskilde-Festival vor zwölf Jahren kamen bei einem Pearl-Jam-Konzert neun Menschen zu Tode, das sitzt noch immer tief. Das Bühnenbild beschränkt sich auf stilisierte Lautsprecher, dabei ist "laut und dreckig" nur eine Seite von Pearl Jam. Das Konzert beginnt mit "Long Road" eher melancholisch-grüblerisch. Erst mit "Got Some" und "Blood" wird der Rhythmus treibender, die Menge beginnt zu hüpfen.

Vedder erzählt von seinem Besuch im Berliner Ramones-Museum. Sein verstorbener Freund Joey Ramone freue sich sicher da oben im Himmel über die irdische Würdigung, sagt er. An die Pearl Jam mit dem Ramones-Cover "I Believe in Miracles" anknüpft.

Zu zwei langen Zugabeblöcken kommen Pearl Jam zurück auf die Bühne. Und bringen endlich die bekanntesten Titel wie "Alive" oder "Jeremy" vom legendären Debütalbum "Ten". "Evolution" ist wohl der Band-Titel, der am meisten in die Beine geht. Vedder beweist gegen Ende des Abends zudem, dass er nicht viel mehr als seine Stimme und eine Akustikgitarre braucht: mit der Ballade "The End" vom jüngsten Studio-Album "Backspacer", das jetzt auch schon drei Jahre zurück liegt. Zuletzt feierte die Band vor allem ihre Vergangenheit, 2011 kamen unter dem Titel "PJ 20" Film und Doppelalbum mit Konzertmaterial aus 20 Jahren Bandgeschichte heraus. Ein Plakat mit der Aufschrift "We keep on rockin in the free world with u" spannt sich über eine ganze Tribüne, als Anspielung auf einen häufig gespielten Coversong von Neil Young, mit dem Pearl Jam 1995 das Album "Mirror Ball" aufnahm. Mit diesem Lied verabschieden sich Pearl Jam gegen Mitternacht von ihren Fans. Es ist ein Glückserlebnis, bei diesem Konzert dabei gewesen zu sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.07.2012

Nina May

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