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Paul Kuhn, Hugo Strasser, Max Greger: Swing-Legenden im Dresdner Kulturpalast

Paul Kuhn, Hugo Strasser, Max Greger: Swing-Legenden im Dresdner Kulturpalast

Nicht mehr ganz so leichten Fußes - wie das in vergangenen Zeiten war - betritt man inzwischen die Bühne. Logisch, das erreichte Lebensalter zwingt eher zum vorsichtigeren Gang.

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Die drei nimmermüden "Swinglegenden" Hugo Strasser, Paul Kuhn und Max Greger (v.l.).

Quelle: Dietrich Flechtner

Doch der warmherzige Beifall aus dem Saal zeigt fast sofort Wirkung. Der Rücken streckt sich, die Schritte werden energischer, die Augen beginnen zu leuchten, und in den Gesichtern der drei "Swinglegenden" nistet sich jenes so unverwechselbare Bühnenlächeln ein, ein Lächeln, gepaart mit einer schönen Portion Selbstbewusstsein. So dass man dem Trio die Bürde der gelebten Jahre so gut wie überhaupt nicht anmerkt.

Immerhin: Insgesamt 260 Jahre bringen Hugo Strasser (gerade erst 90 geworden), Max Greger (gerade den 86. Geburtstag gefeiert) und Paul Kuhn (mit gerade mal 84 Jahren der Moses des Trios) auf die Lebenswaage. Und immer noch und immer wieder sind die drei mit dem 16-köpfigen Orchester des SWF auf Tour. Begeistern damit, dass sie sich ganz tief vor den Altvorderen des jazzigen Swing verbeugen. Darunter finden sich die Namen der ganz Großen wie Duke Ellington, Count Basie oder Glenn Miller. Wer genau diese Musik hören und genießen wollte, der war im Dresdner Kulturpalast bestens aufgehoben.

Neben der "kollektiven" Arbeit aber boten Strasser, Greger und Kuhn in ihrem etwa zweieinhalbstündigen Auftritt auch allerhand Eigenes. Gleichwohl erwies sich das Programm als wunderbar ausgewogen und räumte jedem der drei den notwendigen Platz für allerhand Solis ein. Zudem noch manches Solo für manches Bandmitglied. So jubilierte das Tenorsaxofon von Axel Kühn, punktete Pierre Paquettes Baritonsaxofon mit wunderbaren sanften Tönen und wagte sich vor allem die Trompete von Felice Civitareale in waghalsige Höhen hinauf. Zugleich aber konnte das Publikum auch spüren, wie viel Respekt die Musiker der Bigband den eigentlichen Stars des Abends entgegenbrachten. Aber mittlerweile ist die SWR-Bigband seit zwölf Jahren mit den "Swinglegenden" auf Tour. Da weiß man eigentlich alles voneinander.

Hugo Strasser und Max Greger sind von Haus aus waschechte Bayern. Es ist geradezu ein Wunder, dass die beiden mit dem Hessen Paul Kuhn so großartig harmonieren. Die Historie hat allerhand Beispiele von der Unverträglichkeit beider Volksstämme parat. Die Harmonie scheint also vor allem das Werk der Musik selbst zu sein.

Natürlich kokettieren die drei kräftig mit ihrem jeweiligen Alter. So eröffnete Hugo Strasser ganz mühelos mit einem Klarinettensolo (er spielte das irische Volkslied "Oh Danny-Boy") den Abend. Max Greger kam zu seinem ersten Auftritt mit der sanften Nummer "Petit Fleur" und verteilte danach jede Menge Komplimente ans Publikum. Und Paul Kuhn schließlich wanderte in den Gefilden des Musicals, sang und spielte den "Old Man River" aus "Showboat" und erinnerte gleich danach mit dem unsterblichen "As Time Goes Bye" an Humphrey Bogarts Rolle im Film "Casablanca".

Auch Max Greger punktete mit persönlichen Infos und verriet dem Publikum bspw. so ganz nebenbei, dass er im nächsten Monat seine diamantene Hochzeit feiere, und kam gleich selbst ins Staunen darüber "Sechzig Jahre verheiratet, das kann ich kaum glauben!". Das Publikum schüttete mit seinem Beifall allerhand "Stardust" über das Trio aus. Doch den hatten sich die Swinglegenden auch wahrlich verdient.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.04.2012

W. Zimmermann

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