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(Pauken-)Schläge - Philharmonie-Ohrwurm Otto geht in die Spielzeitpause und plant Neues für Dresden

(Pauken-)Schläge - Philharmonie-Ohrwurm Otto geht in die Spielzeitpause und plant Neues für Dresden

Ein Feuerwerk zum Kindertag - wenn das nichts ist. Naja, es war ein kleines Feuerwerk. Was eben so möglich ist in einem Innenraum. Aber ferngesteuert! Höchst punktgenau gezündet, exakt auf den Schlag der Musik! Und die ließ die Funken so richtig sprühen - Händels "Feuerwerksmusik" nämlich.

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Ein Thema der Otto-Saison war Wagners "Rheingold", in dem der Amboss eine wichtige Rolle spielt. Philharmonie-Schlagzeuger Alexej Bröse (2.v.r.) holte sich für die Vorstellung des "Instruments" tatkräftige Unterstützung aus dem Publikum, Moderator Christian Schruff (3.v.r.) hielt das Mikro fürs Einzählen beim kleinen Ausflug zur "Amboss-Polka".

Quelle: Philharmonie

Das war so recht auch nach dem Geschmack von "Otto, dem Ohrwurm", der zwar im für die Saison letzten Kinderkonzert der Dresdner Philharmonie im Alten Schlachthof der thematisierten Epoche gemäß Perücke trug, aber ansonsten wie immer manierliches Benehmen weitgehend vermissen ließ. Sich also wie stets auch dem Verbot widersetzte, in fremder Menschen Instrumente zu kriechen.

In der Pauke freilich bekam er es gehörig auf die Ohren, Philharmoniker Oliver Mills konnte da keine Rücksicht nehmen. Gemeinsam mit seinem trompetenden Kollegen Björn Kadenbach und Moderator Christian Schruff erläuterte er, wie es kam, das Pauken und Trompeten im Verlaufe ihrer Geschichte auch im Krieg zum Einsatz kamen. Daneben lieferte sich Schruff allerhand Schlagabtausch mit dem persönlich anwesenden Georg Friedrich Händel (kaum wiederzuerkennen in opulentem Kostüm und Maske: Andreas Tiedemann) über die Entstehungsgeschichte seiner "Feuerwerksmusik". Für deren Umsetzung durch die Philharmoniker zeichnete Dominik Beykirch verantwortlich, der das Konzert sehr frisch und akzentuiert vom Cembalo aus leitete.

In der damit zu Ende gegangenen Saison hatte der philharmonische Ohrwurm - von Christian Gaul mit vorwitziger Stimme versehen - zunächst in Liebe, Macht und Reichtum schwelgen können, als vergangenen November das letzte Programm seiner Wagner-Trilogie über die Bühne ging. Ebenfalls von Dominik Beykirch geleitet, erzählte es den Kindern nicht nur altersgemäß die Handlung des Wagnerschen "Rheingold", sondern auch etliches über das tiefe Blech - von Wagner-Tuben über Bassposaune bis Basstuba. Und wer Glück hatte, durfte sogar den Amboss schlagen.

Um nach dem Wagner-Jahr auch dem Strauss-Jahr zu huldigen, eignet sich für ein Kinderkonzert natürlich "Till Eulenspiegels lustige Streiche" perfekt. Der trieb im März seinen Schabernack, dirigentisch angeleitet von James Gaffigan. Anschaulich wurde u.a. erläutert, wie Strauss hier Themen durch die verschiedenen Instrumente wandern lässt, erfuhren die jungen Hörer von Fabian Dirr Wissenswertes über die Unterschiede zwischen B- und Piccolo-Klarinette.

Mit all dem haben die Otto-Programme wieder mehr Fahrt aufgenommen, neue Prägnanz gewonnen. Und nachdem sich das tschitscheringrüne Tierchen von seinen aufregenden Abenteuern - vermutlich in irgendeiner Instrumentenkiste - erholt hat, wird es in der kommenden Saison der Dresdner Philharmonie erneut drei Mal im Alten Schlachthof die Parole "Musik, Musik, Musik" ausgeben. Das Team, dem neben den Moderatoren Christian Schruff und Andreas Tiedemann (letzterer zeichnet auch für die Inszenierungen verantwortlich) und Otto-Sprecher Christian Gaul noch Luis Alberto Negrón van Grieken (Bühne, Projektionen) angehört, bringt den neugierigen Ohrwurm zunächst am 5. Oktober mit "Ludwig van" zusammen. Gemeint ist natürlich Beethoven, dessen 5. Sinfonie im Fokus steht.

Am 8. Februar kommenden Jahres bekommt es Otto mit der "Schlagzeugbande" zu tun, und am 10. Mai reist er nach Amerika, wenn Dvoráks Sinfonie Nr. 9 "Aus der neuen Welt" erzählt. Ort des Geschehens ist weiterhin der Alte Schlachthof, die Anfangszeiten der jeweils zwei Auflagen der Programme bleiben 10.30 Uhr und 12 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2014

Sybille Graf

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