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Passenger Mike Rosenberg lässt den ausverkauften Alten Schlachthof singen

Passenger Mike Rosenberg lässt den ausverkauften Alten Schlachthof singen

Das lernt man wohl auf der Straße. Erstens den Mut, sich auf großer Bühne vor 2000 Leute einfach allein nur mit Gitarre hinzustellen. Und dann so cool mit dem Publikum zu plaudern, das sich komplette 2000 amüsiert fühlen.

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Überzeugend: Mike Rosenberg aka Passenger.

Quelle: Dietrich Flechtner

Passenger alias Mike Rosenberg hat im Alten Schlachthof genau das getan. Und geschafft.

Auf der Straße war der 31-Jährige aus Brighton eine ganze Zeit lang. Als Straßenmusiker, der auch mal nur für einen Menschen spielt, falls überhaupt einer der Vorübergehenden stehen bleibt. In Australien, in Deutschland und überall auf der Welt. Das habe ihn geprägt, sagt er heute. Und vielleicht ist es diese Leichtigkeit, dieses für folkige Singer/Songrwiter so untypische Ungezwungene und das über sich selbst Amüsierenkönnen, was den Abend so geschmeidig machte. Denn Rosenberg erzählte zwar auch von schwerem Zeug, von plötzlich gestorbenen Frauen und den Männern, die darüber traurig waren. Nach dem zweiten Song gleich mal fünf Minuten. Aber immer holte er alle zurück und scherzte das Publikum wieder zuckrig und frisch.

Die Dresdner nahmen's an, spielten zurück, hörten zu, machten mit. Es war ein überaus intimer Abend. Mit Songs wie "Hearts on Fire" oder "Whispers" zum choralen Mitsingen oder dem frustgeladenen "I hate". So wenige Leute draußen vor den Getränkeständen, wo sonst oft ein großes Tummeln herrscht. Das sagt einiges. Und das bei der Hitze.

Nach dem Opener "Fairytales and Firesides" folgend bei "Life's for the living" dirigierte Rosenberg den ganzen Saal: allein vor dem Mikroständer, vollbärtig, die Akustikgitarre umgegangen und mit dieser einprägsamen gepressten Stimme. Nur manchmal schlingert er kurz rüber ins Jammrige.

Aufflackernde Begeisterung im Publikum, als plötzlich die Akkorde und die Liedzeilen "Hello Darkness my old Friend, I've come to talk with you again" erklingen, der Klassiker "Sound of Silence" von Simon and Garfunkel. Schöne Rosenberg-Version im Schlachthof. Covermäßig Übergang auch vom 80er-Hit "Eye of the Tiger" zu "Let her go", dem Durchbruch-Lied von Passenger. Natürlich kompletter Schlachthof im Chor anwesend.

Außer die, die geknutscht haben. "Let her go" ist vielleicht nicht des Indie-Pops letzter Schluss, aber wohl so ein Song zum Knutschen. Weil für dreieinhalb Minuten die Welt in Ordnung ist. Das macht Rosenbergs Musik so erfolgreich. Und er zerrt die Dresdner nochmal hoch zum Refrainsingen. Seine "Thank you so so so so much Dresden" waren auch jedes Mal so so so so verdammt okay. Er ist einfach einer der wirklich Netten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2015

Robert Kaak

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