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Parov Stelar spielte in vollem Schlachthof in Dresden

Parov Stelar spielte in vollem Schlachthof in Dresden

Dass der Swing einen zum Zappeln bringt, geschenkt. Dass Elektro einen mindestens in Schwingungen versetzt, auch. Kommt beides zusammen, kann das nur gut werden.

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Der Österreicher Parov Stelar bringt Elektro und Swing zusammen.

Quelle: PR

Und ist es geworden. Elektroswing. Seit Ende der 90er als neues Konglomerat zu Songs werdend. Parov Stelar ist einer von denen, die seit Jahren genau das tun. Und die mitgerissene Masse im Schlachthof war der Beweis: Elektroswing kriegt jeden.

Bis in die letzten Reihen des großen Schlachthofsaales wurde maximal getanzt, mindestens gewogen. Stelar vorn erhaben erhoben hinter dem DJ-Pult und Laptops. Er hielt die Strippen in der Hand - und die Marionette Publikum gehorchte. Aber das sollte so sein, genau deswegen war man gekommen.

Die erste Hälfte des Abends trieb Stelar ohne langes Drumherum. Der Swing der 20er und 30er Jahre live geblasen durch Trompete und Saxophon, dazu Schlagzeug und Sängerin. Das macht seine Auftritte zu tatsächlichen Konzerten. Kein schlichter DJ-Abend (nichts gegen DJ-Abende!) Nicht nur, dass sich da vorn eben echte Menschen beobachten lassen, wie sie in ihre echten Instrumente blasen oder auf sie einschlagen. Dass Stelar dem Elektro die lebhafte Eleganz des Swings beimischt, macht den Elektroswing so unwiderstehlich, macht seinen Elekroswing so unwiderstehlich. Typisch für ihn ist das Stück Gypsy-Seele in seinen Songs, der Brass, der mitreißt, wie einen eben diese südosteuropäischen Blas-Kombos mitreißen, weil da irgendwelche Teilchen vom Ur-Schwung der Musik mitschwingen. Das war da, beim Konzert im Schlachthof. Darauf wurde gewartet, und jeder Song mit Brass-Bruchstücken lauthals begrüßt.

Und ausreichend Dance von heute. Bei Stelar straff, oft auf Kante, und mit der gewissen Monotonie, die zum Elektro gehört. Gut zum Durchtanzen, Abdriften oder Getränk holen ohne was zu verpassen. Aber immer reingehen soll es - wie gesagt, tanzen, wippen, wiegen, alles andere wäre Chillout, das Gegenteil von Swing und Brass. Dennoch schaltete Stelar ab Mitte des Abends ein Gang zurück, und hinein in den ersten Teil seines 2012 erschienen Doppel-Albums "The Princess". Der nämlich ist zurückgenommen, mehr Elektro als Swing, mehr geschmeidiger Jazz, während der zweite Teil den typischen Stelar bringt.

Parov Stelar heißt eigentlich Marcus Füreder. Ist übrigens Österreicher und seit Jahren nicht nur unterwegs in der Elektroswing-Szene, sondern einer, der sie prägt. Was er macht, wird gehört, gehört zum Maßstab. Mit dem Album Rough Cuts kam 2004 der Durchbruch. Ein Album zum für immer Behalten. Zum genau Hinhören, fürs nebenbei Arbeiten, für nie endenden Sex. Seit 2001 erschienen neun Alben des DJs. Mittlerweile ist er wegen seiner Konzerte auf der ganzen Welt unterwegs, bis nach New York, Los Angeles, San Francisco. Dass er in Dresden spielte, will was heißen. Sollte wiederholt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.02.2013

Robert Kaak

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