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Palaiskonzert der Singakademie Dresden unter Ekkehard Klemm

Palaiskonzert der Singakademie Dresden unter Ekkehard Klemm

Ein musikalisches Dreigestirn, wie es unterschiedlicher nicht sein konnte - der barocke Fast-Thomaskantor Johann Rosenmüller, die 1988 geborene Franziska Henke und schließlich Mozart - bestimmte das Konzert der Singakademie Dresden unter ihrem Chef Ekkehard Klemm im Palais Großer Garten.

Die Selbstverständlichkeit und die Qualität, mit welcher der in kleiner Besetzung antretende Chor den höchst unterschiedlichen Anforderungen der drei Werke gerecht wurde, stellt der stilistischen Sicherheit und Flexibilität des Ensembles ein gutes Zeugnis aus.

Noch immer ist der Zustand des Saales ruinös, und der Charme des Unfertigen verbraucht sich allmählich. Vor allem aber leidet auch die Akustik unter den gegebenen Umständen. Insbesondere im Klagepsalm "Dilexi" von Johann Rosenmüller, vierchörig für zwei Vokal- und zwei Instrumentalgruppen gesetzt, verschwammen immer wieder die Strukturen angesichts der halligen Akustik, litt die Textverständlichkeit. Daran konnte auch der wirklich ambitionierte und auf Akzentsetzung bedachte Gesang des Chores, das respektable Solistenquartett (Johanna Knauth, Cornelia Kieschnik, Clemens Volkmar, Felix Schwandtke) nichts ändern. Die prachtvolle, barocke Farbigkeit von Rosenmüllers Tonsprache erreichte indessen jeden im gut besuchten Saal.

So richtig trifft die Bezeichnung Gitarrenkonzert auf Franziska Henkes hier uraufgeführtes Werk nicht zu, handelt es sich doch um ein Miteinander von Sologitarre (die Komponistin), Mandoline (präzise akzentuiert Anne Wolf), Orchester (die Sinfonietta Dresden) und Chor, das sich die musikalische Ausleuchtung des Hesse-Gedichtes "Stufen" zur Aufgabe gemacht hat. Die Vielfalt der kompositorischen Mittel, u.a. Vocalisen, Sprechgesang, Gitarrenkadenzen, A-cappella-Gesang - alles im schnellen Wechsel - stellte an die Ausführenden große Ansprüche - hier überhaupt kein Problem. Und so erlebte man eine von Komplexität und expressiver Ausdrucksdichte geprägte, musikalisch erfüllte Uraufführung, die zu Recht viel Beifall fand.

Eine weithin unbekannte Mozartmesse - die Missa Longa KV 262 (Entstehungsdatum unklar) - krönte den Abend. Wer nun aber angesichts des Titels gedacht hatte, so richtig und lange in Mozart "baden" zu können, sah sich enttäuscht. Kaum hatte die Messe begonnen, war sie schon wieder vorbei, in einer reichlichen halben Stunde. Ekkehard Klemm ging äußerst zügig und energisch zu Werke. Sein Chor und die wie immer bestens aufgelegte, klangschön agierende Sinfonietta Dresden folgten ihm ohne die geringsten Ermüdungserscheinungen auf diesem hurtigen Wege, beredt und sinnfällig im Ausdruck. Man ließ seiner Sangeslust und -kunde freien Lauf - eine Freude - mit warm timbrierten, geschmeidig geführten Stimmen, mit differenzierter Klanglichkeit in Mozarts Messkomposition eintauchend. Das schon benannte Solistenquartett hätte ich mir gerade hier homogener vorgestellt, den Solosopran mit einer weniger spröden Stimme. M. Hanns

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2012

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