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Ostrale in Dresden - Weltraum, Wende, Nationalismus

Ostrale in Dresden - Weltraum, Wende, Nationalismus

Es ist fast wie immer, wenn der Beginn einer Ausstellung noch ein paar Tage hin liegt. Überall wird gearbeitet, stehen bestens verpackte Kunstwerke in den Räumen, wuseln Handwerker und Künstler herum, herrscht geschäftige Atmosphäre.

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Ein Nachbau der Dresdner "Aktion Blau" von Detlef Schweiger, 1988.

Quelle: Andreas Germann

Das ist auf dem Dresdner Ostrale-Gelände nicht anders. Irgendwo dudelt auch ein nicht näher zu bestimmender Radiosender. Hauptsache leichte Kost für die Ohren. Ganz so leicht verdaulich dürfte die Kunst auf der anstehenden Ostrale, der mittlerweile achten Ausgabe dieser Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Dresden, aber wohl nicht werden.

Das Interessanteste auf dem gestern für Pressevertreter schon einmal kurz geöffneten Ausstellungsareal war dabei das, was noch nicht zu sehen war. Vor allem ein Teil der Schau, genannt "Mission O14", der Kunst und Raumfahrt zusammenführt, machte neugierig. Kay Kaul, der vor zehn Jahren erstmals ein ähnliches Projekt, damals "runningMARS", aus der Taufe hob, sieht seine Arbeit auf der Ostrale jedenfalls auch als eine Fortsetzung jenes früheren Engagements. Dafür wurde in einem der Räume "ein Gegenstück zum white cube, ein black hole" geschaffen, wie Kaul sagte. Die Erklärung: Es ist ein völlig abgedunkelter Ort, mit Hilfe von etwa 2000 Quadratmetern schwarzem Stoff in diesen Zustand versetzt. 24 Künstler sind involviert. Was sie geschaffen haben, wird als Parcours angeordnet und beim Durchschreiten punktuell angeleuchtet werden. Ein Hauch von Weltraum? Die Mischung der Beteiligten, die immerhin aus elf Ländern stammen, vereint jedenfalls einiges an Techniken, von Malerei und Zeichnung über Fotografie und Video bis zur Skulptur und Installation. Mit dieser speziellen Art der Präsentation wolle er der Ausstellung "eine Erlebniskomponente" hinzufügen, wie es Kaul ausdrückte. Die wird sich wohl anders auch im Begleitprogramm wiederfinden, für das Kaul unter anderem schon mal Molekular-Cocktails und Open-Air-Kino versprach.

Andere Schwerpunkte in diesem Jahr haben möglicherweise nicht ganz so viel Unterhaltungspotenzial - aber wer weiß? Jedenfalls steht ein umfangreicher Blick auf Kunst in hiesigen Wende-Zeiten vor 25 Jahren auf dem Programm, bei dem sich Arbeiten der Dresdner Sezession 89 oder auch die nachgestaltete "Aktion Blau" von Detlef Schweiger 1988 am damaligen Fucik-Platz finden (aus deren Folge auch die Blaue Fabrik in der Neustadt entstand). Eine jüngere Künstlergeneration ist ja mittlerweile am Ruder, sie wird sich mit einer Auswahl des Projekts "10plus10", das bereits im Kunsthaus Dresden sowie in der Altana-Galerie der TU Eindrücke beim Publikum hinterlassen konnte, präsentieren.

Auch einen Länderschwerpunkt wird es geben. Er widmet sich der Kunstszene unseres Nachbarlandes Tschechien. International angelegt ist ebenfalls der Ausstellungsteil "Private Nationalism". Die Schau, die 50 internationale Künstler vereint, hat den steigenden Nationalismus in Europa im Blick und wird in sieben Ländern gezeigt, die Ostrale ist davon eine Station. Zentral auf dem Gelände im Ostragehege findet sich außerdem ein Künstlercamp aus fünf roten Hütten, bewohnt auch von den drei ausgewählten artists in residence.

Der Countdown läuft, die Ostrale startet am 18. Juli. Wohin die Reise inhaltlich und strukturell gehen soll, nicht nur 2015, wird sich zeigen müssen.

www.ostrale.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Torsten Klaus

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