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Operette Dresden: Bei Neubauverzug droht 13 Millionen Euro Investitions-Verlust

Operette Dresden: Bei Neubauverzug droht 13 Millionen Euro Investitions-Verlust

Kaum geht die Debatte um den Doppelhaushalt 2013/14 so richtig los, gerät auch das geplante Kulturkraftwerk Mitte wieder ins Visier. Soll das 90-Millionen-Euro-Projekt verschoben werden? Das wünschen sich Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) und die FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat.

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Seit 65 Jahren "residiert" die Dresdner Staatsoperette im ehemaligen Leubener Gasthof "Feenpalast", soll aber 2016 ins Heizkraftwerk Mitte umziehen.

Quelle: Archiv

Doch bislang hat Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) noch die schützende Oberhand. Die Frage ist, ob der Stadtrat ihr folgt. Ein Argument dafür könnte sein: Wenn der Rat verschiebt, platzt der Lohnverzichtsvertrag mit den 243 Mitarbeitern der Operette. Dann würde die Stadt auf 13 Millionen Euro Investitionsgelder verzichten.

13 Millionen Euro - so viel kommt nach Rechnung von Intendant Wolfgang Schaller nämlich zusammen, wenn die Mitarbeiter von 2009 bis 2021 auf acht Prozent ihres Brutto-Einkommens verzichten. Jährlich sind das rund 750 000 Euro. Für einen Bühnenarbeiter bedeutet das, dass er über die gesamte Laufzeit rund 8000 Euro gespendet hat. So ist das vertraglich mit der Stadt Dresden fixiert, vor allem aber haben sich alle Gewerkschaften nach langen Verhandlungen auf dieses bundesweit einmalige Modell eingelassen. Allerdings gibt es eine Klausel, die den Vertrag platzen lässt. Wenn es nicht bis zum 31. Dezember 2014 eine projektbezogene Vertragsbindung gibt, tritt der Vertrag außer Kraft, muss die Stadt die seit 2009 einbehaltenen Einkommen zurückzahlen.

Derweil hat die städtische Tochter Stesad das Projekt im früheren Heizkraftwerk Mitte am Wettiner Platz europaweit ausgeschrieben, auf Basis des Entwicklungskonzeptes der Drewag. Fünf Bieter haben sich dem Vernehmen nach daraufhin gemeldet. Das Problem derzeit: Keiner kann die 90-Millionen-Euro-Grenze einhalten. Nun wird mächtig nachverhandelt, ein "wettbewerblicher Dialog" geführt, wie es heißt. Ziel: Im Februar 2013 gibt eine Jury eine Empfehlung, im März soll ein Bieter den Zuschlag erhalten und ab Spätsommer 2016 könnten die Vorstellungen im ultraneuen Dresdner Kulturkraftwerk losgehen.

Dann hätte das Provisorium im ehemaligen Leubener Gasthof "Feenpalast" endgültig ein Ende. In diesem Jahr feiert die Operette 65 Jahre Provisorium. Eine Komplettsanierung würde rund 22 Millionen Euro kosten. Doch daran mag keiner der 243 Mitarbeiter denken. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.10.2012

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