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Ohne Nirwana: Joachim Zawischa bei Breschke&Schuch

Ohne Nirwana: Joachim Zawischa bei Breschke&Schuch

Der 1962 in der Stahlarbeiterstadt Riesa gebürtige Joachim Zawischa lebte als junger Mann probehalber mal ein paar Jährchen in der Dresdner Neustadt. Offensichtlich aber war gerade dieses Mittendrinsein im lebendigen Alltag einer der Auslöser dafür, den Sinn des Lebens fortan in der Satire zu suchen.

Dresden. Eine Suche, die mit dem Gewinn des Dresdner Satirepreises im Frühjahr 2015 ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Zuvor aber studierte Zawischa Theologie, danach Musik und Schauspiel.

Mit seinem Programm "Vorn ist hinten" war der zu den wenigen wirklichen Optimisten in der Kabarettszene gehörende Zawischa bei Breschke&Schuch zu Gast. Seine Texte enden fast nie im Nirwana, sondern führen stets zu irgendeinem Ergebnis. Er selbst erklärt diese Logik damit, dass er mit Überzeugung glaubt: "Alles ist eine Sache der Perspektive." So wie es der jüngste Skandal in der deutschen Wirtschaft erneut beweist. Das beginnt mit dem morgendlichen Talk eines jungen Ehepaares, in dem sie ihn auffordert: "Liebling , sag mal was richtig Schönes!" Worauf er antwortet: "VW Diesel" Damit ist der Ehekrach eingeleitet.

Auch im Politischen ist Zawischa daheim, so sind beim Begriff "Schuldenschnitt" Vergleiche durchaus angebracht. Wie etwa der folgende: "Wenn ich zum Friseur gehe und habe mein Geld vergessen, dann ist das am Ende ein Schuldenschnitt."

Zawischa schaut in seinem Programm bei Vergleichen sehr oft auch in andere Kulturen. So findet er die Rituale von den Eskimos sehr nachahmenswert. Wie jenen Vorschlag, dass die Eskimos, wenn sie zum Pflegefall werden, schon mal vorsorglich Selbstentsorgung betreiben. "Auf'n Schlitten und ab ins ewige Eis!" Zawischa will auch wissen, dass sich Angela Merkel dort schon mal gründlich informiert habe. Das Problem liege allerdings bei den entstehenden Kosten, auch in Grönland sind die Preise schon in beachtliche Höhen geklettert. Da kann nur ein Hedgefonds helfen. Doch der ist auch risikobehaftet. Oder wie ein sächsischer Anleger zu vermelden weiß: "Hädd'ch geen Fonds, hädd'ch Geld!"

In den Niederungen der Satire lässt Zawischa ebenfalls die Blicke schweifen. Wie beim schwedischen Möbelhaus IKEA, das mittlerweile in Deutschland mehr Kaufhäuser betreibt als in seinem Herkunftsland. Und ein Gang durch ein solches Möbelhaus wird mit ihm zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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