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Ohne Attitüde - Polnischer Künstler Roman Lipski stellt im Dresdner Kraszewski Museum aus

Ohne Attitüde - Polnischer Künstler Roman Lipski stellt im Dresdner Kraszewski Museum aus

Da sitzt er nun und lächelt. Sehr verschmitzt übrigens. Ein Lächeln, das Zufriedenheit beinhaltet. Und zufrieden kann Roman Lipski sein. Der Beweis dafür hängt hinter ihm an der Wand.

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Roman Lipski vor der von ihm geschaffenen Porträtserie über Kraszewski.

Quelle: Dietrich Flechtner

Es sind farbig-expressive Porträts von Józef Ignacy Kraszewski, dem Namenspatron des kleinen Museums in der Dresdner Neustadt. Lipski hat die durchaus an Andy Warhol erinnernden Bilder extra für die kleine Sonderschau mit eigenen Werken im Kraszewski-Museum angefertigt. Damit holt er den Autor im malerischen Duktus und auch im übertragenen Sinn ins Heute.

Es solle nicht allzu viel gesagt werden, wünschte sich Lipski beim obligatorischen Pressetermin zum Ausstellungsbeginn. "Die Bilder sollen für sich sprechen." In perfektem Deutsch übrigens bringt er seine Bitte vor. Seine Heimat Polen verließ er schon 1989 im zarten Alter von kaum 20. Lipski wollte damals eigentlich in die USA (ausgestattet mit einem Rucksack und 30 D-Mark, so beschreibt ein Katalogtext die Situation), kam aber "nur" bis West-Berlin. Und obwohl er anfangs fremdelte mit der Stadt, blieb er. Heute kann der Autodidakt von seiner Kunst durchaus leben. Seine Werke finden sich unter anderem im Hamburger Bahnhof in Berlin (dort in der Sammlung Erich Marx) und auch im Museum of Fine Arts in Boston. Selbstredend natürlich auch in maßgeblichen Museen seiner Heimat.

Nun also sind Lipskis Bilder erstmals in Dresden zu sehen. Und natürlich wird zum Auftakt dann doch über seine Werke gesprochen. Vor allem auch deshalb, weil sich Lipski von seinen bisherigen Sujets, leeren Landschaften, dem Porträt zugewandt hat. Auch der Maler selbst erzählt davon, wie er sich von den Bibelillustrationen des französischen Zeichners Gustave Doré inspirieren ließ. Dieses Experimentieren führte zu drei Köpfen auf rotem Grund, deren Konturen dem Betrachter regelrecht entgegenzüngeln.

Dieses Triptychon bildete sozusagen den Ausgangspunkt dafür, was auf Lipski dann zukam: die Beschäftigung mit Kraszewski selbst. Dessen Porträtserie, entstanden auf spezielle Anfrage des Dresdner Museums, bildet den Kern in der - den Räumlichkeiten geschuldet - überschaubaren Ausstellung. Er habe sich an den Autor, den "Vater des polnischen Romans", angenähert, sagt Lipski rückblickend. Gelesen habe er früher lediglich ein Buch seines Landsmanns. Was ihn mehr interessiert habe, sei die Person Kraszewski gewesen. "Er war eine Art Renaissance-Mensch, führte ein Leben voller Dramen. Ich fand das cool, das hat mich gereizt", begründet Lipski seine Motivation, ganz ohne Attitüde.

Das Ergebnis ist eine Reihe von acht plus zwei expressiven Bildern, die sofort die Assoziation zu Warhol wecken. Das ist auch gewollt. "Ich liebe Warhol, seine Farbe - das ist Power", sagt Lipski und fügt ironisch hinzu: "Außerdem kommt Warhol aus der Slowakei und ich aus Polen..." Die Köpfe, die Lipski gemalt hat, werden von vier großformatigen seiner leeren Landschaften begleitet, umrahmt. Dort zeigt sich auch noch einmal deutlich sein handwerkliches Können. So steht ein weiß-graues Haus vor orangefarbenem Himmel, davor schwarzes Gras, das wie ein lebender Organismus wirkt, aus dem Bild herausflammt. Eine Farbigkeit, die in ihrer Ungewöhnlichkeit konsequent und stimmig ist.

Ob die Kraszewski-Porträts nach Ende der Sonderschau auf Dauer in Dresden bleiben, ist noch unklar. Man werde sich Anfang kommenden Jahres mit dem Künstler darüber unterhalten, kündigte Gisbert Porstmann an, der Direktor der Museen der Stadt Dresden. Und was meint Lipski? "Ich verkaufe sie gern." Und lächelt verschmitzt.

bis 11. Januar, Nordstr. 28, geöffnet Mi-So 13-18 Uhr, Eintritt 4 Euro (ermäßigt 3 Euro)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2014

Torsten Klaus

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