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Offiziell: Marion Ackermann wechselt von Düsseldorf nach Dresden

Kunstsammlungen Offiziell: Marion Ackermann wechselt von Düsseldorf nach Dresden

Nun ist es offiziell: Marion Ackermann wird ab November Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Ihr bisheriger Arbeitsort war die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Von Düsseldorf wird sie sicher einige Impulse zur zeitgenössischen Kunst mit an die Elbe bringen.

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Marion Ackermann

Quelle: Oliver Berg, dpa

Dresden/Düsseldorf. So schnell wird aus inoffiziell offiziell. Marion Ackermanns Wechsel von der Spitze der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen an die der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist gestern von der Staatskanzlei der NRW-Landesregierung bestätigt worden. In der entsprechenden Mitteilung schwingt viel Respekt vor Ackermanns Arbeit und auch eine gewisse Betroffenheit über ihren Weggang nach Sachsen mit.

„Es schmerzt uns und auch mich persönlich, dass wir mit Frau Dr. Ackermann eine international hoch geschätzte Kunstexpertin ziehen lassen müssen. Sie hat die Kunstlandschaft in Nordrhein-Westfalen mit ihrer Leidenschaft und Expertise bereichert und war ein Aushängeschild des Kunst- und Kulturlandes NRW. Doch wir respektieren auch, dass sie sich einer veränderten Aufgabe widmen möchte und wünschen ihr dabei viel Erfolg“, sagte NRW- Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die auch Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Kunstsammlung NRW ist, laut jener Mitteilung.

Was am Mittwoch noch nicht bekräftigt worden war, wurde gestern nun nachgeholt. Ackermann – 51 Jahre alt, promovierte Kunsthistorikerin, zweifache Mutter – wird die Amtsgeschäfte als SKD-Generaldirektorin demzufolge ab 1. November wahrnehmen (DNN berichteten). Sie war 2009 an die Spitze der Kunstsammlung NRW berufen worden, nachdem sie sechs Jahre lang das Kunstmuseum Stuttgart als Direktorin verantwortet hatte. Ackermann beerbt Hartwig Fischer, der seit April seinen Schreibtisch in London hat, als Chef des British Museum. Die Findungskommision soll sich einstimmig für die Kandidatin ausgesprochen haben.

„Die ungeheure Vielfalt der Kunstsammlungen in Dresden hat mich dazu bewogen, wenn auch mit schwerem Herzen, vom Rhein und der wunderbaren Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens Abschied zu nehmen“, wurde Ackermann in der Mitteilung der NRW-Staatskanzlei zitiert. „Mich reizt es, die 15 Sammlungen mit hochkarätiger Kunst und Kunsthandwerk aus vielen Jahrhunderten miteinander zum Klingen zu bringen.“ Dennoch wolle sie weiterhin mit Düsseldorf, wo ihr Vertrag eigentlich vorzeitig bis 2023 verlängert worden war, verbunden bleiben. „Ich plane ganz fest, die für 2017 beabsichtigte Abschlussausstellung zu einer Brücke zwischen den so unterschiedlichen Kunstsammlungen in Düsseldorf und Dresden zu machen“, wagte sie einen ersten Ausblick auf ihre Pläne. Sie wird mit ihrer Familie nach Dresden ziehen.

Ackermann zählt zu einer Generation von Frauen, die seit Jahren mehr und mehr an die Spitze großer deutscher Ausstellungshäuser drängt. Was nur auf eine natürlichere Spiegelung der Verhältnisse hinausläuft. Schließlich studieren hierzulande wesentlich mehr Frauen Kunstgeschichte oder auch Kulturmanagement als Männer.

In Dresden wird sie dennoch nicht die erste Generaldirektorin sein (anders, als vom Autor vorgestern geschrieben, wofür er sich ausdrücklich entschuldigt an dieser Stelle). Immerhin stand Sybille Ebert-Schifferer von 1998 bis 2001 an der Spitze der SKD, bevor sie von Martin Roth abgelöst wurde. Dieses Kapitel soll nicht unterschlagen werden.

Auf der Direktoren-Ebene haben die SKD in den vergangenen beiden Jahren aber schon stark nachgerüstet in puncto Gleichstellung. Hilke Wagner (Albertinum), Tulga Beyerle (Kunstgewerbemuseum), Stephanie Buck (Kupferstich-Kabinett) und Nanette Jacomijn Snoep (Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen) haben die hiesige Führungsriege bereichert. Und sie sind ganz nebenbei Personal gewordene Behebung dessen, was der Wissenschaftsrat nach seiner Evaluierung den SKD im Frühjahr 2013 noch als Missstand ins Stammbuch geschrieben hatte: Damals hieß es, dass der große Anteil weiblicher Mitarbeiter beim wissenschaftlichen Personal (59 Prozent) in der Leitungsebene unzureichend gespiegelt sei. „Ich teile diese Einschätzung völlig“, war der knappe, aber gehaltvolle Kommentar des damaligen Generaldirektors Hartwig Fischer. Unter seiner Ägide wurde der besagte Paradigmenwechsel jedenfalls umfassend eingeleitet.

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) machte gestern aus ihrer Freude keinen Hehl. „Mit ihr haben wir eine versierte Leiterin großer Museen und eine anerkannte Kunsthistorikerin gefunden“, sagte sie laut Mitteilung mit Blick auf die neue Generaldirektorin. Ackermann zeigte sich fasziniert von der „Vielfalt der Sammlungen“. Sie bezeichnete die „besondere Konstellation“ der SKD, inklusive der ethnologischen Museen, „als ideale Ausgangsposition, um die Dialoge zwischen den Kulturen der Welt weiter zu intensivieren“.

Ackermann, die über Wassily Kandinsky promovierte, hat ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt auf dem 20. und 21. Jahrhundert. Es wird interessant sein zu sehen, wie sie ihre Erfahrungen, besonders aus Düsseldorf, der deutschen Stadt für zeitgenössische Kunst schlechthin, in Dresden einbringen wird.

Von torsten klaus

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